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    Euerdorf

    Bauarbeiten ziehen sich hin

    Die Handwerker haben Hochkonjunktur. Der Rathausneubau in Euerdorf ist frühestens in einem Jahr fertiggestellt.  Foto: Winfried Ehling
    Die Handwerker haben Hochkonjunktur. Der Rathausneubau in Euerdorf ist frühestens in einem Jahr fertiggestellt. Foto: Winfried Ehling

    In der sehr gut besuchten Bürgerversammlung im Feuerwehrsaal stand Bürgermeisterin Patrizia Schießer den Bürgern Rede und Antwort. Sie hatte ein geschnürtes Paket von Fragen und Anregungen zu bewältigen. Ein Punkt betraf den Status des künftigen Bürgermeisters von Euerdorf . Ehren- oder hauptamtlicher Amtsinhaber, darüber fallen die Würfel beim Bürgerentscheid, der zeitgleich mit den Europawahlen stattfindet. Bernd Kleinschmidt, der dieses Thema aufwarf, kritisierte: "Die Bürger sollen entscheiden, ohne notwendige Grundlagen zu haben. Hier wird der Schwarze Peter auf den Bürger abgeschoben. Das ist ein Armutszeugnis." Verwaltungsleiter Michael Unsleber wies darauf hin, dass der Gemeinderat mit seinem Ratsbegehren ein legitimes Mittel ergriffen habe.

    Infoblatt kommt noch

    Ein Infoblatt mit Hinweisen über die Bürgermeister im Landkreis werde derzeit erstellt und allen an die Hand gegeben.

    Kleinschmidt ließ sich nicht abspeisen. Er beklagte fehlende, aufklärende Veranstaltungen und dass den Gemeinderäten "ein Maulkorb verpasst" wurde. Ratsmitglied Elmar Hofmann "würde gerne etwas dazu sagen, aber ich halte mich zurück". Brigitte Tokarski fragte unverblümt, ob es eigentlich um das Gehalt oder die Leistungen des Bürgermeister gehe. Nach ihrer Einschätzung verfügt ein Ehrenamtlicher gar nicht über die Zeit, die ein Hauptamtlicher aufbringen muss. Dies ist auch die Meinung von Heribert Schießer, dem Gatten der Bürgermeisterin. "Beim aktuellen Haushaltsvolumen von insgesamt 9,77 Millionen Euro, fragt sich, ob ein ehrenamtlicher Bürgermeister dieses Amt überhaupt noch erfüllen kann." Denn "er stellt so viel Zeit zur Verfügung, wie er kann", informierte der Verwaltungsleiter .

    Bonus für Zisterne?

    Angesichts der Wasserknappheit des verflossenen Jahres regte Gertrud Farrenkopf einen Bonus für Zisternenbesitzer an, den Schießer im Gremium diskutieren lassen will. Damit brachte die Ex-Gemeinderätin allerdings einen Stein ins Rollen. "Woher nehmen wir Wasser, wenn es knapp wird?", fragte Dieter Straub. Die Rathausobere verwies auf eine hydraulische Überrechnung zur Gesamt- Wasserversorgung in Euerdorf und in Wirmsthal, mit der ein Ingenieurbüro beauftragt ist.

    Das Ergebnis wird in einem digitalen Netz gespeichert. Eventuell müsste der Markt einen neuen Brunnen suchen und auch die Hochbehälter umbauen. Ungenutzte Quellen, deren Wasser davonläuft, wie Herbert Moritz monierte, sind nicht immer kompatibel, wusste Schießer mit dem Hinweis auf den gescheiterten Versuch, einer Sulzthaler Quelle Wasser zu entnehmen.

    Erst 2020 fertig?

    Selbstredend kam auch der Bau des neuen Rathauses zur Sprache. Der Zeitrahmen ist überschritten, die Fertigstellung nur schätzbar. "Die Firmen sind voll ausgebucht. Nach unserer Prognose könnte der Punkt im nächsten Frühjahr liegen", meinte die Bürgermeisterin. Was mit dem alten Rathaus geschehe, sei noch nicht besprochen, räumte sie ein.

    Für das Neubaugebiet zwischen "Breet" und Karwinkel liegt noch kein Leistungsverzeichnis vor. Auch die Planer sind mit Arbeit gut eingedeckt.

    Schäden, vor allem lose Bretter am Kinderspielplatz in der Breet, beklagte Susanne Wehner. Der Gemeindebauhof soll diese beheben. Robert Fell regte ein Toilettenhäuschen bei Märkten an.

    Zu den von Nicole Betz angefragten Straßenausbau-Beiträgen verwies Schießer auf das seit 2018 geltende Gesetz. Alles vor diesem Zeitpunkt liegende ist zu bezahlen. Zum Thema wird eine Anwohnerversammlung anberaumt

    Peter Volkamer wunderte sich, dass sich der Markt bei den immensen Ausgaben einen "Saalestrand" erlauben kann. Hier meldete sich erneut Elmar Hofmann. Nach seiner Darstellung sind Haushaltsausgabenreste in genügender Höhe vorhanden. Waltraud Gabel monierte das Parken bei der Ausfahrt von der Kissinger Straße in die Bahnhofstraße. Auch hier will der Markt handeln.

    Zu schnelles Fahren am Kinderspielplatz im Bereich Bauholz/Wildfuhr kritisierte Silke Renninger. Harry Moritz schlug vor, das im Bauhof verwaiste Geschwindigkeits-Messgerät wieder zum Einsatz zu bringen.

    Wehr sucht Kommandanten

    Eine heikle Frage stellte Peter Betz. Beide Feuerwehrkommandanten wollen sich nicht mehr zur nächsten Wahl stellen. "Wie geht es dann weiter?", wollte er wissen. Findet sich keiner, muss der Bürgermeister einen Kommandanten bestimmen, so Schießer.

    Winfried Ehling

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