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    Geroda

    Begeisternder Jugendstil mit Tradition

    Mit Freude am Schreiben und Layouten: Die aktuelle Redaktion des Geröder Gemeinde-Anzeigers arbeitet in ihrem von der Ge...

    Der Gemeinde-Anzeiger Geroda-Platz unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den Pfarrbriefen oder Dorfzeitungen der umliegenden Kommunen. In dem Rhöner Ort werden die lokalen Informationen ausschließlich von ehrenamtlich engagierten Jugendlichen zusammengetragen und in der monatlich erscheinenden Zeitung veröffentlicht. Es versteht sich also, dass das Ergebnis nicht so professionell und perfekt wie das anderer Gemeinden sein kann - dafür legt die Redaktion aber besonderen Wert auf das Persönliche.

    Bürgermeister Alexander Schneider ist stolz auf die engagierte Jugend in seiner Gemeinde: "Egal ob beim Gemeinde-Anzeiger, der Kirmesgesellschaft oder im Jugendrat - überall ist die Jugend aktiv". Dies liegt nicht zuletzt daran, dass in der Gemeinde Geroda Ehrenamt und Jugendarbeit großgeschrieben werden.


    "Frei - überparteilich - regional"

    Initiiert von Gerald Heinle, der ursprünglich mit der Einführung der Zeitung die unzulängliche Transparenz der Kommunalpolitik und den eher trägen Informationsfluss in der Gemeinde verbessern wollte, wurde die Zeitung im März 1991 gegründet. Elf Jugendliche trafen sich damals regelmäßig im Jugendzentrum Platz und gaben den Gemeinde-Anzeiger unter dessen Namen heraus. Bald darauf wurde die Zeitung unabhängig und von der nun privaten Redaktion veröffentlich. Der Slogan "frei - überparteilich - regional" prangte auf dem Titelbild, das anfangs noch handschriftlich gestaltet wurde. Die Zeitung, die alle Haushalte der Gemeinde kostenlos erhalten, finanzierte sich damals wie heute hauptsächlich durch Werbeanzeigen regionaler Firmen sowie durch einige private Inserate und Spenden.


    Vielseitiger Inhalt

    Die jungen "Reporter" verfassen für ihren Anzeiger Berichte über einzelne Events wie Konzerte, Bürgerversammlungen, besondere Gottesdienste und Feste, so dass auch die nicht Anwesenden am Dorfgeschehen teilhaben können. Örtliche Vereine, die Gemeinde sowie die Pfarrei nutzen das Blättchen, um die Leser über anstehende Veranstaltungen, Neuheiten in der Kommunalpolitik und die Gottesdienstordnung zu informieren. Zur Feder greifen ab und an auch Privatpersonen und steuern unterhaltsame Beiträge wie "Das Dorfnamenquiz" oder "Geröderisch für ,Reingeschmeckte'" bei. In besonderer Zusammenarbeit steht das Team schon seit vielen Jahren mit Traudl Schneider, die über die Dorfgeschichte recherchiert und die Zeitung immer wieder mit interessanten Beiträgen bereichert. Außerdem dürfen in keinem Monat eine Kinderseite, ein Rezept und ein Allgemeinwissenstest sowie ein Buchtipp der Geröder Bücherei fehlen.


    Ständiger Wandel in Umsetzung und Personal

    Die Herstellung des Gemeinde-Anzeigers wurde von den Jugendlichen im Laufe der Zeit entscheidend rationalisiert. Bis Anfang 2016 war das Zusammenstellen der Zeitung noch sehr mühsam - die Anzeigen wurden den Redaktionsmitgliedern auf Papier vorbeigebracht und bei wöchentlichen Treffen ausgeschnitten, in verschiedenen Anordnungen begutachtet und schließlich auf Blankoseiten aufgeklebt. War das ganze Blättchen fertig geklebt, wurde es kopiert statt gedruckt, weshalb die Bildqualität stets ein großes Manko darstellte. Ganz am Anfang wurden die Anzeiger noch unsortiert gedruckt, so dass anschließend alle Seiten der rund 400 Exemplare in die richtige Reihenfolge gebracht und zusammengetackert werden mussten. Der sortierte Druck stellte also schon eine enorme Erleichterung für die Redaktion dar. Heute lässt sich die siebenköpfige technisch versierte Redaktion die Annoncen größtenteils per E-Mail zuschicken, layoutet die Zeitung digital und sendet schließlich vom PC aus den Druckauftrag an den gemieteten Drucker, der in ihrem von der Gemeinde bereitgestellten Büro im Rathaus steht.

    Insgesamt haben sich in den letzten 26 Jahren 51 Jugendliche für die Zeitung eingesetzt - die Fluktuation ist hoch, die Redaktion in ständigem Wandel. Mit jedem neuen Mitglied kommen frische Ideen hinzu und bei jedem Abschied bleibt eine Menge Erfahrung zurück, die der übrigen Gruppe als hilfreiche Grundlage dient. Meist zwingt der Wegzug wegen Ausbildung oder Studium zum Aufhören. Schon oft hat die Redaktion das Ende der kleinen Zeitung als unvermeidbar gesehen, doch immer tauchte irgendwo ein Ausweg auf.


    Pläne für eine ungewisse Zukunft

    Und der Blick geht weiter nach vorne: Seit einiger Zeit wird über ein professionelles Layout-Programm, Farbdruck und eine Online-Druckerei nachgedacht, wovon bessere Druckergebnisse erhofft werden, betont Paula Platzer. Natürlich könnte auch ein Verlag beauftragt werden - diese Option wird jedoch für den Fall bereitgehalten, dass die Redaktion die Arbeit irgendwann aufgrund von "Personalmangel" tatsächlich nicht mehr alleine stemmen kann. Denn auch heuer werden zwei Mitarbeiterinnen die Redaktion verlassen. Deshalb hofft das Team im Vertrauen auf die Bereitschaft der Jugend, sich zu engagieren, auf neue, motivierte Einsteiger, die sie in Zukunft bei ihrer Arbeit unterstützen werden. Theresa Kohl
    Redaktion

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