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    Bad Bocklet

    Bei Terror: Einsatz im Innern

    Über 500 Offizieranwärter und Anwärterinnen wurden am Donnerstagabend im Bad Bockleter Kurgarten im Beisein von Bayerns Staatminister des Innern und für Integration, Joachim Herrmann , feierlich vereidigt. Seit nunmehr zehn Jahren besteht zwischen dem Offizieranwärter-Bataillon 2 und dem Markt Bad Bocklet eine formale Patenschaft. Oberstleutnant Simon Leidner, der seit April 2016 das OA-Bataillon 2 führt erinnerte in diesem Zusammenhang auch an Altbürgermeister Wolfgang Back , der Ende April dieses Jahres verstarb. Er war einer der Initiatoren und Motoren dieser Patenschaft.
    Der nun hier angetretene 88. Offizieranwärterlehrgang beinhaltet nicht nur über 80 Offiziersanwärterinnen, sondern auch 48 ausländische Kadetten aus 17 verschiedenen Nationen, unter anderem Burkina Faso, Irak, Mali und der Mongolei. Wie der Kommandeur weiter ausführte, haben sich die Angetretenen für einen Beruf entschieden, der sich durch die Tragweite der besonderen Verantwortung, für das Leben und die Gesundheit der uns anvertrauten Männer und Frauen sehr deutlich unterscheidet, aber, dieser Beruf wird Freude und Abwechslung bereiten, sie jeden Tag auf's Neue voll fordern und vor neue Herausforderungen und Aufgaben stellen.



    Länder kennenlernen

    "Sie werden als Offizier eine Vielzahl an Funktionen und Verwendungen durchlaufen und dabei viele verschiedene Standorte und Länder kennenlernen", sagte der Oberstleutnant, der noch darauf hinwies, dass "dem Offizier das höchste Gut einer freien Gesellschaft anvertraut wird: Das Leben von Menschen".
    Auch Bürgermeister Andreas Sandwall ging i auf die erfolgreiche Patenschaft zwischen Bad Bocklet und dem Hammelburger OA-Bataillon 2 ein. An die angehenden Offiziere gewandt stellte er fest, dass die heutige Bundeswehr eine Parlamentsarmee sei, die den ausschließlichen Auftrag habe, diese unsere Werte zu verteidigen. Sie unterstehe der Einsatzbefugnis des Deutschen Bundestages und damit dem Volk und nicht einer Person.


    Armee aller Deutschen

    Ausgehend von seiner eigenen Grundausbildung Ende der siebziger Jahre im nur 30 Kilometer entfernten Standort Mellrichstadt "von wo aus man die damalige DDR-Grenze mit ihren Wachtürmen sehen konnte" sei er heute froh, dass uns ein deutscher Bürgerkrieg erspart wurde, sagte Herrmann. Heute sei die Bundeswehr die Armee aller Deutschen und Deutschland ist in Europa nur noch von Freunden und Partnern umgeben. Das mache die Bundeswehr aber keineswegs überflüssig. "Sie hat neue, weltweite Herausforderungen zu meistern, zum Beispiel im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus ". Die heutige Vereidigung sei eine willkommene Gelegenheit, auch im Namen des Ministerpräsidenten die besondere Wertschätzung auszusprechen. Wie der Minister weiter ausführte, erlebt die Bundeswehr herausfordernde Zeiten, denn "Sicherheit und Frieden haben einen Preis" und so war seine Forderung "Erhöhung in die Investitionen der Verteidigung und bessere Ausrüstung für die Truppe".
    Aber nicht nur im Auslandseinsatz möchte der Minister die Truppe sehen. Für ihn sei klar: "In extremen Terrorlagen brauchen wir den Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Denn obwohl unsere Bayerische Polizei gut aufgestellt ist, könnte auch sie in solchen Fällen (wenn einer mit der Kalschnikov durch die Stadt rennt) sowohl personell als auch logistisch an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen". Eine Äußerung, die nicht von allen Gästen geteilt wurde.
    "Angesichts anhaltender terroristischer Bedrohung müsse man sich für Extremfälle wappnen, so habe der Kölner Rizin-Funderst kürzlich eine neue Dimension der Gefährdung deutlich gemacht. "Wenn das Leben zahlreicher Menschen auf dem Spiel steht, müssen wir - wie auch im Grundgesetz so vorgesehen - alle Kompetenzen der Sicherheitsbehörden in unserem Land, angefangen von der Polizei über die Feuerwehren, freiwillige Rettungsorganisationen bis hin zum THW und Militär bündeln", so seine Forderung.
    An die angehenden Offiziere gewandt, erläuterte er, dass "der Eid, den sie heute ablegen, ein feierliches Versprechen ist, bei dem sich Pflichten aus Gesetz und Recht im Einklang mit dem eigenen Gewissen befinden müssen". "Gehen sie mit Selbstbewusstsein, Mut und Zuversicht an die nun vor Ihnen liegenden Herausforderung heran" gab er ihnen mit auf den Weg ins Offiziersleben. Nach einer gut und kurz gehaltenen Rede von Offizieranwärterin Kristina Sieger und dem Sprechen der Eidesformel gab es für geladene Gäste noch einen Stehempfang im Bad Bockleter Kursaal, wo sich Minister Joachim Herrmann im Beisein der "Kommunalfamilie" ins Goldene Buch der Marktgemeinde eintrug. Peter Rauch

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