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    Oerlenbach

    Beschwingtes Konzert der Trachtenkapelle des Musikvereines Oerlenbach

    Die Trachtenkapelle des Musikvereines Oerlenbach weiß das Publikum  in der Wilhelm-Hegler-Halle musikalisch mitzureißen. Peter Klopf
    Die Trachtenkapelle des Musikvereines Oerlenbach weiß das Publikum in der Wilhelm-Hegler-Halle musikalisch mitzureißen. Peter Klopf

    Mal keine Egerländer Blasmusik und keine alten Gassenhauer von Ernst Mosch - oft lassen sich Konzerte, Musik und Kapellen nicht mehr unterscheiden. Aber es gibt sie noch, die Kapellen , die mit spannender und emotionsgeladener Blasmusik ihr Publikum von den Stühlen reißen und das Herz eines echten Blasmusikfreundes erfreuen.

    Die Trachtenkapelle des Musikvereines Oerlenbach unter der musikalischen Leitung von Hans-Jörg Rustler ist eine davon. Mit einer unglaublichen Bandbreite von traditioneller Marschmusik, Charakterstücken, Filmmusiken und Schlagern spannten die 36 Musiker einen großen Bogen symphonischer Blasmusik . Unter riesigem Beifall ließen die Zuhörer die Musiker erst nach drei Zugaben von der Bühne der Wilhelm-Hegler-Halle.

    Mit dem berühmten, aber auch anspruchsvollen Konzertmarsch "Hoch Heidecksburg" von Rudolf Herzer huldigte das Ensemble der traditionellen Marschmusik aus der Kaiserzeit. Die Heidecksburg liegt in Rudolstadt, keine 150 Kilometer von Oerlenbach entfernt.

    Interessant auch "MacArthur Park" von Jimmy Webb, arrangiert von Philip Sparke - Webbs Kompositionen kennt fast jeder: Als Musik zur Fernsehserie "Emergency Room" oder als einen der Hits von Stars wie Frank Sinatra , Johnny Cash , Linda Ronstadt und vielen anderen.

    Mit dem Popsong "MacArthur Park" gelang Webb im Jahr 1968 ein Riesenhit. Das Lied über eine verlorene Liebe ist ungewöhnlich lang für einen Popsong und enthält ein ausgearbeitetes Orchester-Zwischenspiel.

    Faszinierend auch die Fantasie "Manegenzauber" von Manfred Gätjens. In dem unterhaltsamen Konzertwerk werden die verschiedenen Artisten, Künstler und Tiere eines Zirkus musikalisch vorgestellt. Der Musiker Jonas Kiesel, im schwarzen Anzug und mit einem Chapeau Claque auf dem Kopf, präsentierte als Zirkusdirektor die einzelnen Nummern, während die Musiker diese als einzelne Charaktere darstellten. Artisten und Akrobaten, Seiltanz, Pony-Show, Clowns, Elefanten und Jongleur-Show hießen die einzelnen Sätze, in denen Manfred Gätjens die jeweilige Nummer musikalisch vorstellte.

    Der Trachtenkapelle gelang es, mit ihrer mitreißenden Auswahl von Mittel- und Oberstufenstücken von Anfang an eine prickelnde Spannung aufzubauen. Dabei zeigten sich die Musiker hochkonzentriert und homogen. Sie brachten ihre Einsätze punktgenau.

    Die gut besetzten Register, teilweise verstärkt durch Musiker anderer Kapellen , ließen keine Wünsche offen und verstärkten den harmonischen Gesamteindruck der Kapelle. Es machte einfach Freude, den Musikern zuzuhören und dem Konzert zu folgen. Nie wurde es langweilig. Daher war der Applaus überaus verdient.

    Mit zu dem Erfolg trugen auch die drei Moderatorinnen, Franziska Distler, Martina Straub und Franziska Biellmann bei, die mit sachkundigem Wissen und viel Esprit die Stücke erläuterten. Für den musikalischen Leiter Hans-Jörg Rustler war es das letzte Konzert dieser Art. Rustler ist in Sachen Musik sehr engagiert und vielseitig unterwegs. Nach vier Jahren als Orchesterleiter der Trachtenkapelle will er etwas kürzer treten und sich auf seine anderen Aufgaben konzentrieren. "Ich bleibe im Hintergrund der Kapelle verbunden", sagte er.

    Der Vorsitzende des Musikvereines, Hubert Kuhn, nahm das Konzert auch zum Anlass, langjährige Musiker zu ehren. Gewürdigt wurden als aktive Musikerinnen Katharina Hildner, Katharina Ott (15 Jahre) und Musiker Herbert Ziegler (30 Jahre). Als passive Mitglieder wurden Rainer Ludwig (25 Jahre) und Heinrich Völkel (40 Jahre) geehrt. Bürgermeister Franz Kuhn sagte: "Ein Musikverein ist für den kulturellen Zusammenhalt überaus wichtig." Bezirksrätin Karin Renner schlug in die selbe Kerbe: "Was wäre unser Leben ohne Musik. Musik ist Heimat."

    Peter Klopf

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