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    Großwenkheim

    Großwenkheim: Bildstock, Papst und Peter Maffay

    Bei einer Versammlung wurden Ideen für den Kulturweg rund um die Wenkheims gesammelt.  Hinten links: Dr. Himmelreich ASP und Dr. Nicolas Zenzen.Hartmut Hessel
    Bei einer Versammlung wurden Ideen für den Kulturweg rund um die Wenkheims gesammelt. Hinten links: Dr. Himmelreich ASP und Dr. Nicolas Zenzen.Hartmut Hessel

    Stoffsammlung oder im Slang "Futter bei die Fische" war das Hauptthema bei einer weiteren Versammlung von Interessenten des Projekts "Kulturweg Großwenkheim Maria Bildhausen, Kleinwenkheim , Wermerichshausen ". Neu, weil diesmal auch personell vertreten, ist der Ortsteil Fridritt . Kulturmanager Dr. Nicolas Zenzen konnte den 1. Bürgermeister Helmut Blank ( CSU ), Stadtmanager Kilian Düring, sowie die Stadträte Georg Heymann ( CSU ) und Jürgen Eckert ( CSU ) und auch die Ortssprecherin von Wermerichshausen Ulla Müller begrüßen. Einige Ortsgeschichtler aus den beschriebenen Dörfern und Kulturinteressierte aus dem Stadtteil Münnerstadt trugen maßgeblich zu einer umfassenden Stoffsammlung bei, die eine Wanderung auf dem künftigen Kulturweg um den Westeingang zum Grabfeld hin.

    Dr. Gerrit Himmelreich, der im Auftrag des Archäologischen Spessart Projekts (ASP) bei der Universität Würzburg, die Veranstaltung inhaltlich begleitete und die Beiträge sammelte, betonte besonders für die neuen Besucher, das "in jedem Ort alles interessant" sei und "die Landschaft, so wie sie ist" dargestellt werden soll. Die geschichtlichen Daten zu den entsprechenden Gebäuden waren schnell aufgezählt, eine Kirche gibt es überall, mal mit mehr mal mit weniger Kunstschätzen; Bildstöcke gefühlt unzählige in und um die Dörfer herum. Einen Namen habe sehr viel aber nicht, also eine Bezeichnung, um auch eine Geschichte erzählen zu können.

    Das mit den Geschichten aus den Dörfern, also Geschehnisse, die bis in unsere Zeit reichen, kam erst ganz zögerlich auf. Dr. Himmelreich hatte sofort Beispiele parat, wie nachhaltige Erzählungen aus dem Dorfgeschehen Eingang in die Kulturwegtafeln gefunden haben. Und so kam in Großwenkheim die Sache mit dem Rock- und Pop-Idol Peter Maffay ans Licht, der im Tanzsaal Trost seinen 20. Geburtstag (30. August 1969) gefeiert haben soll. "Wenn das dokumentiert werden kann, wäre das so eine Geschichte", meinte dazu Dr. Himmelreich.

    Ebenso wäre die Geschichte von den "Herrgottsdieben" in Fridritt näher zu beschreiben. Selbst die Suche nach dem Opferstock aus der Wallfahrtskirche und der wundersamen Rückkehr desselben, wäre eine Beschreibung auf der Kulturwegtafel wert. Größere Gewerbebetriebe, in Kleinwenkheim oder Wermerichshausen gut sichtbar, wollen den Wanderern auf dem Kulturweg gut erklärt werden. Andere Betriebe, vor allem diejenigen, die auch besucht werden können, sollen ebenfalls auf sich aufmerksam machen.

    Zwischendurch wird es nochmals geschichtsträchtig und das ist schon gut 1000 Jahre her. Denn ein damaliger Papst soll aus dem westlichen Grabfeld stammen. Einen Namen dazu fand man nicht, jedoch soll weiter recherchiert werden. Aus Großwenkheim ? Sicher ist, dass der emeritierte Bischof von Speyer, Anton Schlembach aus Großwenkheim stammt. Personen aus allen Zeiten, die mit dem Ortsgeschehen in Verbindung gebracht werden können, sind für das Kulturprojekt interessant. Einige Namen, die genannt wurden, waren dann wieder über die Bildstöcke und Flurkreuze als Spender oder Verursacher zu identifizieren. Hilfreich ist natürlich auch, wenn es Bilder zu den Geschehnissen gibt. Zum Beispiel von Peter Maffays Geburtstagsfeier im Trostsaal. Die Lokale hatten nicht nur einen Tanzboden, im Laufe der Jahrzehnte wurden ortsspezifische Speisen kreiert und als Besonderheit angeboten. Da die Liebe, auch zu einer Landschaft, durch den Magen geht, wäre es für das Kulturwegeprojekt wichtig, dass auf diese Küchenkunst hingewiesen werden kann. Gerade bei Festen und Feierlichkeiten sind solche Köstlichkeiten bei den Besuchern oft sehr begehrt.

    Nächster Termin im Januar

    Jedenfalls sind Dr. Gerrit Himmelreich und der örtliche Betreuer, Dr. Nicolas Zenzen mit den zusammengetragenen Ergebnissen sehr zufrieden und wollen beim nächsten Treffen, am 9. Januar in Kleinwenkheim die Sammlung nach touristischer Machbarkeit einordnen. Wer sich berufen fühlt, ist weiterhin gerne willkommen und wer Peter Maffay am 30. August 1969 fotografiert hat, besonders.

    Hartmut Hessel

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