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    Fuchsstadt

    Blick auf die kreative Vielfalt bei der Bestattung

    Nach neuen Ideen für Urnengrabgestaltungen suchte der Fuchsstädter Gemeinderat im Hammelburger Friedhof. August Brendan, der zwar inzwischen im Ruhestand ist, aber sich immer noch um den Friedhof kümmert, informierte die Räte.Winfried Ehling
    Nach neuen Ideen für Urnengrabgestaltungen suchte der Fuchsstädter Gemeinderat im Hammelburger Friedhof. August Brendan, der zwar inzwischen im Ruhestand ist, aber sich immer noch um den Friedhof kümmert, informierte die Räte.Winfried Ehling

    Um den Friedhof zeitgemäß und platzsparend nutzen zu können, informierte sich der Gemeinderat Fuchsstadt bei einer Ortsbesichtigung im Hammelburger Friedhof. Speziell ging es um Formen der Urnenbestattung, die Fuchsstadt zwar auch praktiziert, jedoch nicht in der Kreativität und der pietätvollen Vielfalt wie die Saalestadt dies tut. Es ging, wohlgemerkt, um den Fuchsstädter Friedhof, nicht um den Ruheforst.

    Dass Hammelburg ein solches Kleinod besitzt verdankt es vor allem August Brendan, der gemeinsam mit seinem Nachfolger Stefan Stöth und Matthias Emmert die Führung und Information der Gemeinderäte übernahm. Brendan, inzwischen im Ruhestand, betreibt die Friedhofspflege mit vielen Ideen weiter. Sie ist sein Hobby.

    Er zeigte den Besuchern Beispiele wie die Röhren-Erdbestattung mit Stelen, Urnengräber in einem Sammelgrab, das von einer Naturstein-Mauer umgeben und ein solches, das mit Rebstöcken und zwei kleinen Wasserbecken ausgestattet ist, in denen sich Fische tummeln. Die Sammelgräber, mit Namenstafeln und Foto ausgestattet, bepflanzt die Stadt selbst.

    Von Urnenwänden, die sowohl die Stadt wie auch Fuchsstadt besitzten, riet er wegen der hohen Kosten ab. Dem Leitfaden, aufgegebene Gräber zusammenzulegen, will der Gemeinderat Fuchsstadt folgen. Dafür ergäben sich Möglichkeiten im nordöstlichen Friedhofsbereich, wo sich Urnengräber und eine Urnenwand befinden. Das Ratsgremium legte fest Erd-Urnengräber mit einer Platte wie auch ein gemeinschaftliches Gräberfeld anzubieten jedoch ohne Betonunterlage oder -röhre. Ein Planer wird nicht gebraucht.

    Alternativstandort gesucht

    Ein ganz anderes Thema folgte in der Sitzung im Rathaus. Gesucht wird ein Alternativstandort zur Errichtung einer Funkübertragungsstelle der Telekom. Sie will bessere Mobilfunk-Kapazitäten in Fuchsstadt schaffen und steht nach Aussage ihres Mitarbeiters Frank-Dieter Kessler "von mehreren Seiten unter Druck", unter anderem auch weil der Gesetzgeber eine bessere Versorgung ländlicher Gebiete vorgibt. Ein Mobilfunk-Zuwachs um bis zu 60 Prozent jährlich bedeute unweigerlich eine Standortverdichtung. Die Gemeinde verfügt zwar über einen Funk-Mast, doch der gehört dem Telekom-Konkurrenten Vodaphone. Vier bis fünf weitere Standorte um Fuchsstadt herum können die künftige Auslastung nicht garantieren.

    Der Standort Wasserhochbehälter wäre eine "vorstellbare Alternative". Kessler wies darauf hin, dass jeder Standort von der Bundesnetzagentur genehmigt werden muss, denn der Gesetzgeber hat diesbezügliche Vorgaben erlassen. "Eine Versorgung über die Dächer Fuchsstadts hinweg", durch den oberhalb des Sportplatzes liegenden Hochbehälter wäre den Bewerbern genehm.

    Doch damit kam auch die Emissionsfrage auf. Hier erklärte der Redner, dass es nicht die Funkübertragungsmasten sind, die die größten Emissionen erzeugen, sondern die Endgeräte , speziell Smart-Phones, sozusagen also "die Strahlung aus der Hosentasche".

    Vize-Bürgermeister Manfred Öftring will partout keinen Mobilfunkmast "auf dem wichtigsten Punkt unserer Wasserversorgung". Grundsätzlich einig waren sich die Räte darüber, dass kein Funk-Mast im Dorf platziert werden soll. Der ausgedehnten, letztlich allerdings ergebnisoffenen Diskussion in Ermangelung belastbarer Daten über schädliche Strahlung, soll eine bautechnische Begehung folgen. Danach könne man über Details beraten, beschloss der Rat gegen drei Stimmen.

    Nicht alle Anträge wurden genehmigt

    Keine Einwände gab es gegen die Errichtung eines Einfamilienhauses mit zwei Stellplätzen. Einstimmig vom Gremium abgelehnt ist der Antrag für einen Lagerplatz und teilweise Auffüllung. Dem Zuschuss-Antrag für einen Spielplatz des FC Fuchsstadt folgten die Räte mit einer Kostenbeteiligung von 50 Prozent für die Spielgeräte , definitiv 4300 Euro. Auch die Leitungsverlegung für die Windkraftanlagen Sulzthals über Fuchsstädter Gemarkung erhielt grünes Licht. Die Akustik-Maßnahme in der sanierten Turnhalle schlug mit rund 1200 Euro zu Buche und ist genehmigt.

    Bürgermeister Peter Hart informierte abschließend über den Modus zum Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", an dem sich die Gemeinde wiederum beteiligt. Die Begehung findet am Donnerstag, 18. Juli, in der Zeit von 13 bis 17.30 Uhr statt.

    Winfried Ehling

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