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    Wartmannsroth

    Kommunalwahl Wartmannsroth: Roland Brönner setzt auf seine Erfahrung

    Drei Männer wollen Bürgermeister der Gemeinde Wartmannsroth werden, nur einer von ihnen gehört dem aktuellen Gemeinderat an. Seit sechs Jahren vertritt der 52-jährige Roland Brönner Bürgermeister Jürgen Karle.
    Roland Brönner arbeitet aktuell als Kommunikationselektroniker in der Erdfunkstelle Fuchsstadt. Foto: Ralf Ruppert       -  Roland Brönner arbeitet aktuell als Kommunikationselektroniker in der Erdfunkstelle Fuchsstadt. Foto: Ralf Ruppert
    Roland Brönner arbeitet aktuell als Kommunikationselektroniker in der Erdfunkstelle Fuchsstadt. Foto: Ralf Ruppert

    Der Gemeinde Wartmannsroth steht ein Generationswechsel bevor: Neben Bürgermeister Jürgen Karle treten zwölf der 14 Gemeinderäte nicht mehr an. Nur Gabriel Vogt von der FWG Dittlofsroda und Roland Brönner von der FWG Schwärzelbach wollen weitermachen, Letzterer am liebsten als Bürgermeister: "Ich bin in sehr vielen Themen drin", wirft der 52-Jährige seine Erfahrung in die Waagschale. 2014 wurde der Neuwirtshäuser zum einzigen offiziellen Stellvertreter von Bürgermeister Jürgen Karle gewählt. "Wir haben keinen 3. Bürgermeister, ich übernehme eigentlich alle Urlaubsvertretungen", berichtet Brönner. Wenn die beiden Bürgermeister wirklich mal gleichzeitig verhindert sind, muss einer der Gemeinderäte einspringen.

    Vor rund einem Jahr, als Bürgermeister Karle seinen Abschied verkündete, habe er sich zur Kandidatur entschieden, berichtet Brönner, und: "2014 war ich noch nicht so weit." Erst die vielen Einblicke und interessanten Termine als 2. Bürgermeister hätten ihn ermutigt - von Sitzungen in der Kommunalen Allianz Fränkisches Saaletal bis zur Auszeichnung der Gemeinde als Genussort in der Würzburger Residenz. Die Vertretung habe manchmal auch lange Arbeitstage bedeutet: Bis vor Kurzem arbeitete der Kommunikationselektroniker noch im Schichtdienst: "Zum Teil war ich tagsüber für die Gemeinde unterwegs und habe nachts gearbeitet."

    Als Mitglied des aktuellen Gemeinderates setzt Brönner auf Kontinuität: "Ich sehe unsere Gemeinde auf einem guten Weg, das möchte ich erhalten und verbessern", lautet sein Grundsatz. Fast genau deckungsgleich mit seiner Amtszeit als 2. Bürgermeister läuft seit sechs Jahren die Dorferneuerung in der Gemeinde, an der sich außer Heiligkreuz alle Gemeindeteile beteiligen. "In den Arbeitskreisen sind sehr viele gute Ideen zusammengetragen worden", fasst Brönner die Dorferneuerung zusammen. Erstes Projekt war das Gemeinschaftshaus Waizenbach, am Herzen liegen Brönner aber auch der Rathausplatz Wartmannsroth und der Dorfplatz Völkersleier. In der aktuellen Diskussion um ein neues Baugebiet und die Verlegung des Spielplatzes in Wartmannsroth stellt er sich denn auch hinter die bestehenden Beschlüsse (siehe Interview unten).

    Auch was den Zusammenhalt in der Gemeinde angeht, sieht Brönner die Lage positiv: "Früher gab's mehr Rivalität", sagt der Neuwirtshäuser. Es sei eine gemeinsame Identität gewachsen, und auch die Gemeindeteile mit unterschiedlichen Konfessionen tauschen sich aus. Das liest Brönner auch am guten Besuch seiner Wahl-Veranstaltungen in allen Gemeindeteilen ab. Trotzdem gibt es auch aus Brönners Sicht Handlungsbedarf: Die Versorgung der älteren Generation möchte er verbessern, die Erhaltung von Gasthäusern sei ihm wichtig, und Gemeindeflächen sollten ökologischer bewirtschaftet werden.

    Drei Fragen an Roland Brönner

    In Zeiten des demographischen Wandels wird Bauleitplanung immer schwieriger: Wie beurteilen Sie das geplante Baugebiet in Wartmannsroth samt Spielplatzverlegung, und in welchen weiteren Gemeindeteilen werden aus Ihrer Sicht neue Bauplätze benötigt?

    Roland Brönner: Ich beurteile den Schritt für das neue Baugebiet in Wartmannsroth als zwingend notwendig, die Nachfrage nach den Bauplätzen ist enorm. Sicherlich wäre eine Innenentwicklung vorzuziehen, diese stößt jedoch an immissionsschutzrechtliche Grenzen. Die Verlagerung des Spielplatzes fördert vor allem die Belebung des zentralen und neu gestalteten Rathausplatzes, dem zentralen Aushängeschild der Gemeinde Wartmannsroth . Ich sehe den Bedarf an Bauplätzen überall da, wo Bauwillige ihre Wünsche nicht mit vorhandenen Möglichkeiten decken können und die Innenentwicklung wie in Wartmannsroth begrenzt ist.

    Vor allem Flächengemeinden haben ihre Not mit der Infrastruktur, von Straßen über Nahverkehr bis Breitband und Mobilfunk: Wo hakt es in Wartmannsroth besonders, und was kann die Gemeinde tun, um daran etwas zu verbessern?

    Ich finde, es hakt vor allem am öffentlichen Nahverkehr , wogegen sich Breitband und Mobilfunk bereits auf einem guten Weg befinden. Ich möchte vor allem die Busverbindungen verbessern und ausweiten. Die Möglichkeiten, die sich bieten, sind unter anderem Rufbus, Bürgerbus und private Initiativen, die die Bedürfnisse von nicht mobilen Menschen mit den Versorgungsfahrten von mobilen Menschen zusammenbringt. Ich möchte diese Initiativen fördern und unterstützen.

    Was würden Sie im Falle einer Wahl zum Bürgermeister als Erstes anpacken?

    Es gilt die Dorferneuerung weiter voranzutreiben, wir sind bereits im sechsten Jahr und haben noch viele Projekte im Verfahrenszeitraum zu bewerkstelligen. Außerdem möchte ich die ökologischen Flächen in unserer Gemeinde erhöhen, sei es mit den freien gemeindlichen Flächen, aber auch durch ungenutzte Flächen der Privathaushalte und der Landwirte. Ich möchte diese in ökologisch wertvolle Gebiete umwandeln und vernetzen - Stichwort Grüngitter.

    Zur Person

    Privat Roland Brönner (52) stammt aus Neuwirtshaus, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er besuchte zunächst die Schulen in Diebach und Wartmannsroth , danach ging es an die Realschule Hammelburg.

    Beruf Roland Brönner absolvierte bei der Telekom die Ausbildung zum Kommunikationselektroniker. 1989 kam er ein erstes Mal an die Erdfunkstelle Fuchsstadt, seit 2002 arbeitet er dort für das US-amerikanische Unternehmen Intelsat.

    Interessen Roland Brönner gehört mehreren Vereinen an, unter anderem ist er seit fast 30 Jahren Schützenmeister des örtlichen Schützenvereins. Im Jahr 2004 rückte er in den Gemeinderat nach. Er wurde zwei Mal im Amt bestätigt, seit 2014 ist er einziger offizieller Stellvertreter des Bürgermeisters.

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    Ralf Ruppert

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