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    Trimberg

    Bunter Familientag

    Im Zeichen der Spirale, dem Symbol für Entwicklung, stand der "Muttertag auf der Trimburg", den der Westheimer Kindergarten St. Peter und Paul heuer zum zehnten Mal ausrichtete. Mit einer Ausstellung, mehreren Werkstattangeboten und einem Theaterstück gelang es der "Lernwerkstatt für Kinder" erneut, die Burg in einen bunten Familientag zu kleiden.
    Die Vernissage "Der Weg des Künstlers" eröffnete den Reigen mit einer Definition über das Zeichnen und Malen, die zu den frühesten und beliebtesten Beschäftigungen von Kindern zählt. Experimentieren mit Farben und Formen, Spuren hinterlassen und Zeichen setzen sind die Bausteine für ästhetische Bildung. Dabei, so erfuhr der Betrachter, geht es nicht nur um die Herstellung eines schönen Bildes sondern um den Ausdruck und die Mitteilung kindlicher Wahrnehmung und Vorstellungen. Deutlich erkennbar waren die Veränderungen des Malens im Laufe der Entwicklung.
    "Wichtig ist nicht das Ergebnis, es geht vielmehr darum, den Kindern Raum zu geben, um eigene Erfahrungen sammeln zu können. Jeder der jungen Künstler wählt sein Arbeitsmaterial selbst aus und bereitet seinen Arbeitsplatz vor", betont die stellvertretende Leiterin von St. Peter und Paul, Judith Weissenberger. In Altersgruppen aufgeteilt, geht jedes Team auf seine Weise an ein Thema heran.


    Sinneserfahrungen zu machen und experimentieren zu können sind dabei wichtige Aspekte und erzeugen den "Aha-Effekt", zum Beispiel bei der Frage "wie riecht eigentlich Farbe?". Die größeren Kinder gingen mit dem Malen an ein "Körperprojekt" heran. Mit der Darstellung eines in Ölfarbe gemalten Herzens verbanden sich natürlich ebenfalls viele einschlägige Fragen, beispielweise "warum ist Blut rot?" oder "wozu brauchen wir ein Skelett?".
    Die 5- bis 6-Jährigen waren aufgefordert, ihre Thematik in der Balance zu halten zwischen projektorientierter Gestaltung und freiem Ausdruck. Bei der Betrachtung trifft insgesamt der kluge Satz zu, dass "jeder als Kind ein Künstler ist. Die Schwierigkeit besteht darin als Erwachsener einer zu bleiben".
    Die in der ganzen Burg verteilten Workshops luden zum Mitmachen ein, denn jedes Kind durfte sich daran beteiligen. Eine quirlige, farbige Windspirale basteln, eine Glitzerspirale in Beton legen oder das schönste Schneckenhaus herzustellen war ganz nach dem Gusto der kreativ- wissbegierigen Kinderschar. Und es ist zweifellos wunderschön, in einem aus Rasiercreme und Lebensmittelfarbe hergestellten Brei zu manschen, diesen auf einen Spiegel aufzutragen und dann Spiralen hinein zu malen.
    Die Eröffnung des Tages nahmen die Kinder und die Flötengruppe mit einem eigens dafür erdachten Lied selbst in die Hand. Doch eigentlich begann der Muttertag schon am Vorabend mit einem kostenfreien "Rokomana"-Konzert, das rund 150 Zuhörer auf die Ruine lockte. Spenden kommen der "Lernwerkstatt für Kinder" für eine Musikanlage zugute.
    Die Verköstigung mit Tomatencremesuppe, Leckereien vom Grill und Kaffee und selbstgebackenem Kuchen übernahm der Kindergarten und die Kindereltern. Der Zufahrtsweg zur Landmarke blieb allerdings am Sonntag aufgrund gesetzlicher Vorgaben gesperrt. Wer nicht zu Fuß gehen wollte, konnte einen Shuttle-Bus benutzen.
    Mit dem Theaterstück "Das allerschönste Schneckenhaus" endete der Tag. In dem Stück verliert Eduard bei einem Schneckenrennen sein Haus, das zertreten wird. Seine Freunde versuchen ihm zu helfen. Doch dies gestaltet sich schwierig. Eduard entdeckt schließlich das allerschönste Schneckenhaus in einem Garten. Eine gelungene Fantasie-Geschichte von Freundschaft und kreativen Kompetenzen. Winfried Ehling

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