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    Trimberg

    Burgbelebungs-Programm begeistert Kinder - aber nur die

    Burggeister mit der Mini-Armbrust abzuschießen, macht sichtlich Spaß. Foto: Winfried Ehling
    Burggeister mit der Mini-Armbrust abzuschießen, macht sichtlich Spaß. Foto: Winfried Ehling

    Die Burgbelebung durch die Trimberger Ritterschaft braucht neuen Anschub. Diesmal nur mit Angeboten für Kinder ausgestattet, fehlt der Veranstaltung derzeit der Event-Charakter und das historische Flair, um die Besuchermassen anzulocken. Das räumte auch Ritterschafts-Sprecher Reinhold Wahler ein.

    Sicherlich für die jüngsten, von ihren Eltern begleiteten, Besucher war das Kinder-Turnierstechen mit umgehängtem Stoffgaul ein großer Spaß. Mit Mini-Armbrust die Geister auf einer Burgkulisse zu erlegen, ist ein netter Zeitvertreib für Jungs - Ältere wissen jetzt, warum keine Gespenster mehr auf der Burg ihr Unwesen treiben.

    Etwas ernsthafter ging es im ehemaligen Pferdestall zu, wo Michael Wahler von der Bürgerlichen Schützengesellschaft Elfershausen den Mädchen und Jungen die Grundbegriffe des Bogenschießens vermittelte, die diese gleich auf einer Zielscheibe ausprobieren konnten. Der Schützenverein übernahm auch die Bewirtschaftung am Sonntag, an dem sich der Herbst zunächst von seiner besten Seite zeigte, das Wetter dann aber umschwang und die Freiluft-Gäste mit Regen verjagte.

    Im Weinkeller saßen zwei Tempelritter - Vater und Sohn - mit einem Henker beim Gespräch. Die Templer gehören der "Paupere milite Christi" an und kommen aus Kleinwallstadt. Der Scharfrichter ist Mitglied der Gruppe Glauburg, nahe Büdingen.

    Mittelalter-Markt vermisst

    Das war es dann aber schon. Zwar gab es bereits im Mai eine Burgbelebung der Ritterschaft, die besser ausstaffiert war, dennoch vermisst auch der Trimberger Wahler wieder einmal einen richtigen Mittelalter-Markt auf der Trimburg - so wie er hier vor acht bis zehn Jahren einmal stattfand. Woran liegt es, dass es diese besucherträchtigen und sehenswerten Veranstaltungen nicht mehr gibt?

    Es sind verschiedene Gründe, die hier einwirken. Wahler und seine Ritterschaft sowie befreundete Gruppen sind größere Events gewöhnt, wie in Steinau an der Straße, wo bis zu 600 Recken aufmarschieren, in Würzburg, in Münnerstadt beim Schutzfrauen-Fest, oder auch in Holland, wo sich die Mittelalterlichen aus mehreren Ländern treffen. Das ist nicht vergleichbar mit dem relativ kleinen Areal in und um der Trimburg.

    Doch 120 Geharnischte könnte er schon auf die Beine stellen, und die historischen Verkaufsstände dazu, versichert Wahler. Allerdings müsste er dann auch den Parkplatz für Lager und Schaukämpfe einbeziehen, was sich mit Shuttle-Bussen ausgleichen ließe.

    Kostenfrage

    Der zweite kritische Punkt sind die Kosten. "Für ein solches Szenario müsste ich einen finanziellen Grundstock von 2500 bis 3000 Euro haben, um die Auslagen decken zu können", überschlägt der Ritter-Obere. Die Bewirtschaftung kann, wie bisher, ein Verein übernehmen. Ein weiterer Verein oder Freiwillige wären für das Burg-Cafe zuständig.

    Was Wahler so vorschwebt, sind Schwertkämpfe, ein Zauberer, 20 bis 25 Verkaufsstände, eine Feuershow und zum Anlass passende, zwei bis drei Musikgruppen am Samstag und Sonntag. Freilich, 700 Euro für einen Zauberer und 1200 Euro für eine Barden- und Bänkelsänger-Gruppe sind nicht drin. Das sieht er ein. So wie es sich darstellt, mangelt es jedoch auch des im Hessischen wohnenden Trimbergers an Kontakten zur hiesigen Region und einer örtlichen Planung, die vielleicht ein kleiner Arbeitskreis übernehmen könnte.

    Das Ritterfest mit Mittelalter-Treiben wäre für 2021 vorgesehen. Im nächsten Jahr stehen Wahler bereits einige Termine ins Haus. Zudem feiert Elfershausen sein 1200-jähriges Jubiläum, das ohnehin schon zahlreiche Projekte beinhaltet. Interessierte Schau- und Musikgruppen, historische Darsteller und Verkaufsstand-Inhaber erreichen den Sprecher der Ritterschaft unter der Adresse wahler.reinhold@web.de.

    Winfried Ehling

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