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    Burkardroth

    Burkardroth: Wie der Tod eines junge Mannes Menschen in Peru hilft

    Gebannt verfolgten die Zuhörerinnen beim Frauenfrühstück dem Vortrag von Arno Wielgoss. Foto: Walter Kuhn
    Gebannt verfolgten die Zuhörerinnen beim Frauenfrühstück dem Vortrag von Arno Wielgoss. Foto: Walter Kuhn

    Im August des Jahres 2000 wurde Frederic Wielgoss im Alter von 20 Jahren beim Baden im Urwaldfluss Urubamba in Peru von einem Strudel erfasst und wird seitdem vermisst. Freunde Frederics initiierten einen Spendenaufruf, um seiner Familie beim Aufbringen der Kosten für die aufwändige Suchaktion zu helfen. Als die Suche erfolglos beendet wurde und die gespendeten Gelder die Kosten überschritten, beschloss Familie Wielgoss mit dem Überschuss des Geldes den Menschen in der Region zu helfen. Da in dieser abgelegenen Provinz keinerlei andere Hilfsorganisationen aktiv waren, wurde Ende 2000 der Verein "Frederic - Hilfe für Peru" gegründet, der offiziell als gemeinnützig anerkannt ist. Arno Wielgoss berichtete beim Burkardrother Frauenfrühstück, wie die Hilfe konkret aussieht.

    Inzwischen ist dieser Verein mit 115 festen Mitgliedern weit über seinen Gründungsort Nüdlingen hinausgewachsen. Durch ein jährliches Spendenaufkommen von etwa 20.000 Euro und mit großem ehrenamtlichem Engagement kann der Verein effektive, transparente und unbürokratische Hilfe zur Selbsthilfe leisten, die fast ohne Verwaltungskosten auskommt.

    Arno Wielgoss, der Bruder des damals verunglückten Frederic, berichtete beim Frauenfrühstück in Burkardroth ausführlich über die segensreiche Arbeit dieses Vereins. Bei allen Vereins-Projekten wird größter Wert auf die Eigenleistung der betroffenen Menschen gelegt. Nur wahre Hilfe zur Selbsthilfe kann nachhaltig die Situation der Bevölkerung dieser Region verbessern. Deshalb setzt der Verein hauptsächlich auf Wissenstransfer: Sei es durch die Verbesserung der Schulbildung, die Ausbildung von Bauern in nachhaltigen Landwirtschaftstechniken, die Erwachsenenbildung oder die Gründung von Frauengruppen. Durch subventionierte Materialien, die die ökologische Landwirtschaft erleichtern, die Gesundheit, Hygiene und Ernährung verbessern oder den Zugang zu regenerativen Energiequellen ermöglichen, werden die notwendigen Voraussetzungen zur Selbsthilfe geschaffen. Ziel ist es, dass die Projekte zu Selbstläufern werden, die mittelfristig nicht mehr auf finanzielle Hilfe angewiesen sein sollen.

    Durch jeweils passende Bilder gewährte Arno Wielgoss den Frauen von Burkardroth einen guten Eindruck sowohl in die Not der dortigen Bevölkerung als auch in die vielschichtige Hilfe, die die gesamte Familie Wielgoss und zahlreiche Vereinsmitglieder vor Ort leisten. Ganz überrascht und erfreut war der Referent darüber, dass die Teilnehmerinnen anschließend den Edelkakao und andere Produkte der eigenen Firma "Peru Puro" kauften und dem Verein auch bereitwillige Spenden zukommen ließen.

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