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    Bad Kissingen

    Camper, Gaukler, Söder in Bad Kissingen- Bilanz vom Wochenende

    Blick von Arnshausen auf die Campingbereiche der Offroadmesse entlang der B 286. Ben Kiesel
    Blick von Arnshausen auf die Campingbereiche der Offroadmesse entlang der B 286. Ben Kiesel

    Drei Großveranstaltungen haben am Wochenende das Geschehen in Bad Kissingen geprägt: Die Abenteuer- und Allrad-Offroadmesse, die Zelttheaterwoche in der Au und der Kissinger Sommer . Letzterer hatte nicht nur hochklassige Konzerte im Angebot, sondern auch hohen Besuch : Ministerpräsident Markus Söder ( CSU ) war zur Aufführung von Richard Wagners Oper "Rheingold" der Nordwestdeutschen Philharmonie in den Regentenbau gekommen (ausführliche Berichte zu Konzert und Staatsempfang folgen in der Dienstagsausgabe).

    Abschließende Zahlen konnte Thomas Schmitt vom Abenteuer- und Allrad-Veranstalter Prolog am Sonntag noch nicht nennen. Die Messe sei aber wieder sehr gut besucht gewesen. "Wir bewegen uns auf dem Niveau der Vorjahre", sagt er. Sprich: Bis zu 50 000 Besucher dürften es 2019 wohl wieder gewesen sein.

    Dabei hatten die Gäste auch die Neuerungen im Blick. Deutschlandweit zum ersten Mal überhaupt stellte Ford nach Auskunft von Thomas Wiener von Gaul  & Klamt am Stand des Bad Kissinger Autohauses den neuen Pick Up Raptor vor. Der Wagen stieß auf reges Interesse. Nur der vergleichsweise kleine Vierzylinder-Motor gefiel nicht allen Interessenten. „Viele wollen halt doch lieber den V-8-Zylinder“, sagt Wiener. Doch den gibt es wohl auch wegen der aktuellen Kohlendioxid-Debatte nur in den Vereinigten Staaten.

    Einen Gegenpol zum hochtechnisierten Fuhrpark ringsherum setzte Dimitri Schwab. Viele glaubten an dessen Stand in dem von ihm aus Russland importierten UAZ-Kleinbus einen Oldtimer zu erkennen. Doch die rund 60 Jahre alte Konstruktion wird aktuell tatsächlich noch hergestellt und hat Sympathien bei dem einen oder anderen Globetrotter. Zwar braucht es Toleranz im Umgang mit der rustikalen Technik. Dafür kann man an dem Allradler im Falle eines Falles mit Schraubenschlüsseln und Hammer in der Wildnis noch alles selbst reparieren. 200 Exemplare will Schwab in diesem Jahr einführen. Auch Dank der Resonanz bei der Abenteuer & Allrad.

    Im Schlepptau  des Importeurs bewegten such auch Anbieter, die russische Zubehörteile vermarkten. Dazu gehörten Zusatztanks, die auch als Sandbleche eingesetzt werden können, um festgefahrene Autos flott zu bekommen. Auch beim Bau von Standheizungen bringen die Russen Erfahrung aus Tundra und Taiga mit.

    Erneut stark gewachsen ist das Campinggelände entlang der B 286 nach Arnshausen. Hier hatte der Veranstalter bislang drei "Camp-Areas" ausgewiesen, auf denen die Besucher mit ihren Fahrzeugen übernachten konnten. Der Platz auf den Wiesen an der Kläranlage, am Trigema und jenseits der Bahnunterführung auf der rechten Seite der Bundesstraße haben dieses Jahr aber nicht mehr gereicht. "Wir mussten Camp-Area vier aufmachen, auf der anderen Straßenseite am alten Schwimmbadweg", sagt Schmitt. Hat Prolog im vergangenen Jahr noch rund 2500 Fahrzeuge und 6000 Camper gezählt, waren es diesmal 3200 Fahrzeuge und 8000 Offroader.

    Philipp Pfülb, Leiter der Stadtjugendarbeit, schaut ebenfalls auf eine gelungene Zelttheaterwoche mit mehr als 10 000 Besuchern zurück. Für eine Delle im Publikum habe das Gewitter am Samstag gesorgt. Das werde aber wieder ausgeglichen, weil der Feiertag Fronleichnam außergewöhnlich stark frequentiert war. "Das war einer der besucherstärksten Tage der letzten Jahre", sagt er. Positive Rückmeldungen habe das Organisationsteam für die neue Aufteilung des Festgeländes erhalten und dafür, dass mehr Schattenplätze geschaffen wurden.

    Die Polizei hatte wenig Probleme. "Es waren ganz ruhige Veranstaltungen, mit einem ruhigen und gepflegten Publikum", lobt Dienstgruppenleiter Klaus-Dieter Straub. Ganz ohne Einsätze ging es aber nicht. Am Samstag rutschte ein Aussteller mit einem Kleinbus auf feuchter, abschüssiger Wiese in ein anderes Fahrzeug. Dabei entstand geringer Blechschaden. Am Freitag staute sich der Verkehr auf dem Nordring wegen der Messe in Richtung Hausen zurück. Ein Motorradfahrer fiel dabei laut Polizeibericht mit seinem rücksichtslosen Verhalten auf. Er überholte die Kolonne und rammte gegen einen Ford Kuga , der gerade auf den Ring einbog. Anschließend flüchtete er mit hoher Geschwindigkeit. Das Motorrad ist schwarz, mit Fuldaer Kennzeichen. Der Fahrer war ebenfalls schwarz gekleidet. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen. Wer weitere Angaben machen kann, wird gebeten, sich unter Tel.: 0971/714 90 zu melden. An dem Ford Kuga entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 2000 Euro.

    Benedikt Borst, Wolfgang Dünnebier

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