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    Fuchsstadt

    Das Dorfmuseum in Fuchsstadt

    Michael Schultz zieht in der Stube die Schublade der Kommode auf. Darin liegt ordentlich gestapelte Wäsche. "Wir zeigen alles so, wie es einst war", sagt Schultz. Seit zehn Jahren kümmern sich die Museums- und Landmaschinenfreunde um das Dorfmuseum im Mützelhaus. Im Gebäude und der Scheune stellen sie einen Querschnitt des Landlebens dar, wie es Schultz ausdrückt.

    Immer wieder kommen neue Objekte dazu. Der neueste Stolz der Museumsfreunde ist eine hölzerne Mostpresse. Sie wurde im Jahr 1904 in Fuchsstadt gebaut, erklärt Schultz. Weil die Familie, in deren Besitz sie bisher stand, keinen Platz mehr für das Gerät hat, ist die Mostpresse an die Museumsfreunde übergegangen.

    So ist über die Jahre eine ansehnliche Sammlung von landwirtschaftlichen Geräten, Handwerkszeug und Alltagsgegenständen zusammengekommen. Die Scheune ist bis unters Dach voll. Das Haus ist komplett eingerichtet, so als würde noch jemand darin wohnen - zum Stand früherer Jahrzehnte: Im Haus gibt es kein Bad. Das Klo liegt im Hof.

    Sechs Generationen der Mützel-Familie, die dort lebten, lassen sich in Unterlagen zurückverfolgen. Der letzte Bewohner bot das Anwesen im Jahr 2005 der Gemeinde zum Kauf an. "Wir haben es damals gekauft, ohne zu wissen, was damit passieren sollte", erklärt Bürgermeister Peter Hart ( CSU / UWG). Mit dem Kauf wollte die Gemeinde sich die Mitsprache bei der künftigen Gestaltung sichern, liegt das Mützel-Haus doch im Ortskern direkt an der Kirche.



    Beim Heimatfest im Jahr 2007 fand zum ersten Mal eine Ausstellung in den Räumlichkeiten statt. Daraus entwickelte sich die Idee für das Dorfmuseum. So gründete sich ein Jahr später der Verein der Museums- und Landmaschinenfreunde. "In Eigenregie hätte es die Gemeinde nicht machen können", sagt Hart, selber Gründungsmitglied. Am 4. und 5. August feiert der Verein sein Jubiläum. Beginn ist am Samstag um 17 Uhr, am Sonntag ist das Museum ab 14 Uhr geöffnet.

    Die Museums- und Landmaschinenfreunde investierten in den vergangenen zehn Jahren viele Stunden in das Anwesen. Sie halten außerdem die Geräte in Schuss, um sie vorführen zu können. Die Gemeinde unterstützt sie. So lässt sie demnächst das Dach der Scheune erneuern.

    Das Museum ist von April bis September jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet. Dann führen Museumsleiter Schultz und andere Mitglieder durch die Ausstellung. Eine Führung kann gut bis zu zwei Stunden dauern, wenn die Besucher bis in die Schubladen hinein schauen und sich alles erklären lassen wollen. Arkadius Guzy

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