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    Bad Brückenau

    Das Friedenslicht leuchtet zum Jubiläum

    Mit  einem adventlichen und ökumenischen Abendgottesdienst erinnerte die Kirchengemeinde mit Mitgliedern und Freunden an die 60-jährige Geschichte der evangelischen Friedenskirche in Bad Brückenau.
    Diakon Kim Sell (rechts) hatte zum Jubiläum der evangelischen  Friedenskirche in Bad Brückenaus das Friedenslicht aus Bethlehem  mitgebracht und übergab es an Pfarrer Gerd Kirchner. Foto: Marion Eckert       -  Diakon Kim Sell (rechts) hatte zum Jubiläum der evangelischen  Friedenskirche in Bad Brückenaus das Friedenslicht aus Bethlehem  mitgebracht und übergab es an Pfarrer Gerd Kirchner. Foto: Marion Eckert
    Diakon Kim Sell (rechts) hatte zum Jubiläum der evangelischen Friedenskirche in Bad Brückenaus das Friedenslicht aus Bethlehem mitgebracht und übergab es an Pfarrer Gerd Kirchner. Foto: Marion Eckert

    Der 3. Adventssonntag ist seit 60 Jahren für die evangelische Friedenskirche in Bad Brückenau ein besonderer Tag, wurde sie doch an diesem Termin eingeweiht. Das war 1959. Mit  einem adventlichen Abendgottesdienst und anschließendem Beisammensein erinnerte die evangelische Kirchengemeinde mit Mitgliedern und Freunden an dieses Jubiläum.

    Nahezu voll besetzt war die Kirche, die Pfarrer Gerd Kirchner liebevoll als "besonders Kirchlein" bezeichnete. Von diesem Gotteshaus gehe ein ökumenischer Geist aus, der die ganze Region und Stadt in den vergangenen Jahrzehnten befruchtet habe. Zum Zeichen der gelebten Ökumene war von der katholischer Kirchen Diakon Kim Sell vor Ort. Er hatte den evangelischen Schwestern und Brüdern das Friedenslicht aus Bethlehem mitgebracht. In doppelter Sicherung, mit zwei Kerzen, trug er es in einer kleinen Laterne vor sich her. Das Friedenslicht sei von einem Kind in Bethlehem entzündet worden und werde in der ganze Welt verteilt. Dieses Licht stehe für die ökumenische Verbundenheit und das Miteinander der beiden Kirchen in Bad Brückenau .

    Friedenslicht im Adventskranz

    Pfarrer Kirchner freute sich über diese schöne Zeichen und ließ die drei Kerzen am Adventskranz mit dem Feuer des Friedenslichtes entzünden. Der adventliche Abendgottesdienst war aber auch ein musikalisches Fest. Der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde (Leitung Daniela Wagner) und der Kirchenchor (Leitung Petra Saam-Siewert). Aber nicht nur die Sänger und Musiker gestalteten diesen Gottesdienst, sondern die Gemeinde selbst war aufgerufen, bei den bekannten Adventsmelodien aus dem Gotteslob tüchtig mitzusingen.

    Pfarrer Kirchner erinnerte an die 60-jährige Geschichte, auf die die Kirchengemeinde heute voller Dankbarkeit zurückblicke. Er habe sich erzählen lassen, dass vor 60 Jahren Kelch und Altarbibel voller Freude, quer durch die Stadt, vom alten "Kirchlein im Auerhahnweg", zur neuen Kirche getragen wurden. In Rekordzeit sei die neue Kirche aufgebaut worden. Als "Nacht- und Nebelaktion" bezeichnete es Kirchner. Im Frühjahr 1959 wurde mit dem Bau begonnen, zum 3. Advent eingezogen. Es wird erzählt, dass das Dach noch gar nicht fertig gewesen sei. Der Neubau der Kirche sei nötig geworden, weil das kleine Gotteshaus im Auerhahnweg die Gläubigen nicht mehr habe aufnehmen können.

    "Filetstück" des Georgi-Kurparks

    Eine weitere Anekdote aus der Zeit besage, dass an Weihnachten 1958 der Gottesdienstraum im ersten Stock so voll war, dass in der darunterliegenden Pfarrwohnung der Putz von der Decke bröselte. "Da war klar: Eine neue Kirche muss her." Die Stadt Bad Brückenau habe der evangelischen Kirchengemeinde das "Filetstück" des Georgi-Kurparks für den Kirchenbau zur Verfügung gestellt. So galt der Dank an diesem 3. Adventssonntag ganz besonders den Vertretern der Stadt. Die Stadträte waren eigens zum Gottesdienst eingeladen. Entstanden sei ein "Kirchlein", das gar nicht so klein ist, sondern für 300 Gottesdienstbesucher Platz biete und seit 60 Jahren ein Ort missionarischen Wirkens sei.  Kirchner sprach von Menschen, die keinen Bezug zur Kirche hatten, von außen kamen und erreicht wurden: "Es sind Blüten aufgegangen." Zu verdanken sei es dem ökumenischen Arbeitskreis, der in Bad Brückenau beispielhaft sei und nur nicht bei der Gräbersegnung oder den Sternsingern zusammen harmoniere. Kirchenferne Menschen seien durch Verkündigung, Gebet und Segen erreicht worden. Die Kirche in Bad Brückenau sei ein Ort des stillen Gebetes, der Kontemplation und des Rückzugs eines Einzelnen, aber auch ein Versammlungsort für die Gemeinde am Sonntag. Ein Ort, an dem von Verstorbenen Abschied genommen werde und große Feste gemeinsam gefeiert werden. Es ist ein Haus, das die Gemeinde zusammenführe, und durch die weiteren Räume im Gemeindehaus vielfältige Möglichkeiten zu Begegnung, Austausch und Gespräch ermögliche.

    Musikalisch war der Abend der Vorbereitung und Hinführung auf das Weihnachtsfest gewidmet. "Macht hoch die Tür", "Tochter Zion" oder "Oh Heiland reiß die Himmel auf" waren Lieder, die von der Erwartung auf Weihnachten und das Kommen des Herrn erzählen. "Seht die gute Zeit ist nah, Gott kommt auf die Erde."

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    Marion Eckert

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