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    Fuchsstadt

    Das Werk ist gelungen

    Das Werk ist gelungen. Die vor Ort gegossene Glocke (wir berichteten) befreite Glockengießermeister Peter Glasbrenner am Sonntagvormittag aus der Form, damit sie bald im Turm der Kohlenbergkapelle schwingen kann. Dem mit Spannung und etwas Bangen erwarteten Ergebnis applaudierten zahlreich erschienene Bürger .

    Ein kleiner Makel, ein beim Aufschlagen abgeplatztes Teilchen am unteren Glockenrand, lässt sich durch Schweißen leicht beheben. Die Reparatur ist nach der Endabnahme nicht mehr zu erkennen. Auch den Klang, den viele Fuchsstädter nahezu als synchron zur alten Glocke empfinden, trägt keinen Schaden davon. Glockengießer Glasbrenner ist ebenfalls zufrieden mit seiner Arbeit, die - zwar noch schwärzlich gefärbt - die Inschrift gut erkennen lässt und in der Werkstatt ihren letzten Schliff bekommt.

    Für das Geläut, das sich aus Spenden finanziert, stellte die Soldaten- und Reservisten-Kameradschaft (SRK) Fuchsstadt einen Obolus von 500 Euro zur Verfügung. Die Vorsitzenden Harald Burtchen und Klaus Voshage übergaben die Spende an Bürgermeister Peter Hart . Die SRK, die neben der Pflege und der Erhaltung der zwei Ehrenmale und Hilfsaktionen für ehemalige Soldaten und Hinterbliebene übernimmt, engagiert sich auch bei gemeinnützigen Zwecken im Dorf.

    Der hauptsächliche Initiator des Glockenguss, Michael Stöth, der sich die Inschrift der Glocke erdachte, erinnerte an die Friedensglocke, die bis 1942 im Ort existierte. Das neue Exemplar soll sie im Sinne von Papst Johannes XXIII . ersetzen. Die Glocke soll nicht nur für katholische Christen sondern für alle Menschen läuten, betonte Stöth.

    Schöpfer Glasbrenner dankte im Anschluss für die Unterstützung der Gemeinde und das Vertrauen der Bürger . Nach seinem Dafürhalten habe das Geläut einen guten Klang. Er hoffte mit Blick auf das Einschmelzen von Glocken für Kriegswaffen , dass dieses Exemplar nicht für solche Zwecke Verwendung findet. Der Bürgermeister dankte ihm namens der Ortsbevölkerung. Der Termin für das Aufhängen der Glocke sei möglicherweise nicht der 3. Oktober sondern der 29. September, da die Pfarreiengemeinschaft Saalekreuz zum erstgenannten Datum ihr 20-jähriges Jubiläum feiert, fügte Hart hinzu.

    Ab dem frühen Nachmittag gab es für interessierte Fuchsstädter Bürger Gelegenheit unter fachlicher Leitung von Glasbrenner selbst eine kleine Glocke zu formen. Dazu meldeten sich mehr Interessenten als der Glockengießmeister bewältigen konnte, da der Vorgang nur zwei Gruppen a zehn Personen zuließ. Kinder und Erwachsene nahmen die Chance wahr, mittels Form-Sand und Schablonen eine Erinnerung an den denkwürdigen Tag zu schaffen. Aus den in Quarzsand und einem ölhaltigen Bindemittel gesetzten Modelle schufen die Hobbyisten und der Glockengießer dessen Werk in Miniaturausgabe.

    Wie Glasbrenner informierte, nehmen private Interessierte häufig dieses Angebot wahr, um ein originelles Präsent oder ein Erinnerungsstück für Familienfeste zu gießen, beispielsweise bei einer Geburt, einer Hochzeit oder ähnlichen Jubiläen .

    Der Abend dämmerte bereits als die letzten Hobby-Glockengießer ihr Exemplar stolz und glücklich mit nach Hause nehmen konnten. Das außergewöhnliche Ereignis näherte sich seinem Ende und die Fuchsstädter freuten sich wieder einmal über ein gelungenes "Festle".

    Winfried Ehling

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