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    Elfershausen

    Deisselbach macht weiter Sorgen

    Nach den verschiedenen Maßnahmen am Mehrgenerationenplatz sucht sich das Wasser des Bachlaufs bei starkem Regen jetzt an anderen Stellen seinen Weg. Nun werden weitere Möglichkeiten beraten.
    Der Mehrgenerationenplatz ist durch eine Dammerhöhung geschützt. Jetzt macht das Wasser des Deisselbachs bei starken Regenfälle am anderen Ufer Probleme, wie Bürgermeister Karlheinz Kickuth (l.) informiert.  Foto: Winfried Ehling
    Der Mehrgenerationenplatz ist durch eine Dammerhöhung geschützt. Jetzt macht das Wasser des Deisselbachs bei starken Regenfälle am anderen Ufer Probleme, wie Bürgermeister Karlheinz Kickuth (l.) informiert. Foto: Winfried Ehling

    Die Wasserableitung des Deisselbachs bleibt ein Thema für die nächsten Jahre. Trotz der bisher abgeschlossenen Maßnahmen, Ufererhöhungen, Erdwälle und Quadermauern, die bei Hochwasser den Mehrgenerationenplatz und südwestlichen Ortsbereich weitgehend schützen sollen, sucht sich das Wasser seinen Weg und findet ihn im unteren Bachlauf auf der gegenüberliegenden Seite.

    Schwemmgut und erhebliche Wassermengen bei starken Regenfällen fließen jetzt auf der abgeflachten Uferseite, links in Fließrichtung Saale , auf die Wiesen der hier liegenden Grundstücke, Areale der Gemeinde, aber auch von Landwirten. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wies Vize-Bürgermeister Jürgen Englert darauf hin, dass bei Regen der höhergelegene Wiesenweg das Wasser bis zum südlichen Ortsrand staute.

    Er empfahl, mit betroffenen Landwirten zu reden und den Wiesenweg abzutragen sowie eine Ableitung zur Saale zu schaffen. Auch ein möglicher, hoher Grundwasserspiegel könnte eine Rolle spielen. Das Wasserwirtschaftsamt mit ins Boot zu nehmen wäre sinnvoll.

    Bürgermeister Karlheinz Kickuth erinnerte an die Aussage des Planungs-Büros Werner, dass es kein Hochwasser mehr in Elfershausen gebe - vorausgesetzt alle baulichen Maßnahmen, die dem Deisselbach geschuldet sind, werden erfüllt. Das Technische Büro aus Eltmann entwarf dazu ein Integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept für den Deisselbach. Die Realisierung des Plans könnte richtig Geld kosten.

    Der Knackpunkt sind die Wasserzuführung vom Stappberg-Wald und die Oberflächenwassermengen von der Autobahn. Den Bau zweier Rückhaltebecken am Bachoberlauf inklusive der Schutz-Maßnahmen am Unterlauf taxierte das Ingenieurbüro auf rund 2,7 Millionen Euro, die Bauzeit auf fünf bis sechs Jahre.

    Die Auffangbecken könnten im Hauptabfluss des Baches oberhalb des Ortes entstehen. Eines an der Autobahn etwa in Höhe der Teichanlagen des Angelsportvereins und ein zweites am "Hünenweg".

    "Diese Maßnahmen sind bis zu 65 Prozent förderfähig", so Kickuth. Das Projekt am unteren Bachlauf sollte nach seinem Dafürhalten im Einvernehmen mit den Landwirten und dem Wasserwirtschaftsamt abgesprochen werden. Wichtig wäre auch die Rückhaltung des Schwemmguts per Rechen oder Fangzaun, das sich augenblicklich noch auf den Grundstücken der Gemeinde und der Hinterlieger absetzt und den Deisselbach aufstaut.

    Der Gemeinderat erwägt den Bau einer Abfanganlage und eines Fangbeckens auf dem gemeindlichen Wiesen-Grundstück. Dies schafft Retentionsraum - die Möglichkeit bei Hochwasser ein starkes Ansteigen des Wassers zu vermeiden. Die Abtragung des Wiesenwegs, der als Stau-Wall wirkt und eine Verrohrung zur Saale mit einer Rückstauklappe, die das Flusswasser zurückhält, könnten eine Lösung darstellen.

    Doch zuerst müssen die jüngsten Überschwemmungs-Schäden beseitigt werden. Die vom Wasserwirtschaftsamt festgelegten Sofortmaßnahmen sind Verlandungsentfernungen, die Schwemmgutbeseitigung, im Bachlauf liegende Uferbefestigungen herausnehmen, lagern und wieder zu verwenden sowie das Schwemmgut vom Mehrgenerationenplatz zu entfernen. Die bachabwärts liegende linke Seite kann abgeflacht und das Erdmaterial als Erhöhung des rechtsseitigen Ufers verwendet werden.

    Der Bauhof kann diese Arbeiten mangels Kapazitäten nicht übernehmen, so der Bürgermeister. Die geforderten Sofortmaßnahmen, deren Kosten das Büro Werner auf eine sechsstellige Summe schätzt, müssen an eine Fachfirma vergeben werden. Auch für diese Maßnahme stellte das Wasserwirtschaft eine Förderung von ca. 45 Prozent in Aussicht.

    Winfried Ehling

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