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    Albertshausen bei Bad Kissingen

    Den Grenzverlauf im Blick

    Der Festzug der Feldgeschworenentagung bewegte sich durch das reichlich geschmückte Albertshausen.  Fotos: Gerd Schaar
    Der Festzug der Feldgeschworenentagung bewegte sich durch das reichlich geschmückte Albertshausen. Fotos: Gerd Schaar

    Elf neue Feldgeschworene hoben zum Treueschwur feierlich ihre Hände. Stellvertretender Landrat Emil Müller ( CSU ) ernannte sie nach den Festgottesdienst am Sonntag in der Dorfkirche St. Michael. Aus Großenbrach kamen Stefan Metz und Johannes Büttner, aus Premich Mario Köth und Andreas Bauer , aus Burkardroth Elmar Brehm, aus Stralsbach Alexander Schmitt und Christoph Kröckel, aus Zahlbach Bernhard Schroll und Stefan Wehner sowie aus Stangenroth Thomas Zehe und Michael Hauck als neue Siebener hinzu.

    Die ehrenamtliche Tätigkeit der Siebener genannten Feldgeschworenen sei mehr als die bloße Wahrung einer etwa 700 Jahre alten Tradition, wies Pfarrer Edwin Ziegler auf die besondere Vertrauenssituation in seiner viel beachteten Predigt hin. "Wozu braucht es heute noch Grenzen in einer globalisierten Welt?", so Ziegler. Die Schutzfunktionen von respektierten Grenzen seien jedoch sowohl für die Staaten als auch für den privaten Eigentümer von Grund und Boden von großem Interesse.

    Grenzen seien als Teil der Kulturgeschichte in der Spiegelfunktion von Recht und Ordnung, sagte Müller. "Feldgeschworene haben hierbei eine wichtige Mittlerfunktion bei der Durchführung von Vermessungen", betonte er. Die Beachtung von Wahrheit und der "Siebenergeheimnis" genannten Verschwiegenheit seien ihr Markenzeichen. Diese Tätigkeit sei mehr als eine Vereinsarbeit .

    Ehrungen

    Langjährige Tätigkeiten wurden jetzt besonders geehrt. Seit 55 Jahren ist Alfons Götz aus Aschach in diesem Ehrenamt. Auf 50 Jahre blicken die Feldgeschworenen Karl Wehner aus Zahlbach, Alfons Mahlmeister aus Großenbrach, Erhard Limpert aus Hohn, Edgar Voll aus Steinach und Edgar Hartmann aus Poppenroth zurück. Zum 40-jährigen Jubiläum erhielten die Feldgeschworenen Hubert Schmitt aus Hohn und August Koch aus Roth das goldene Senklot. Seit 25 Jahren sind in diesem Ehrendienst anzutreffen: Walter Albert aus Stangenroth, Norbert Wegemer aus Stralsbach, Erwin Wehner aus Waldfenster sowie Rainer Sterker, Klaus-Peter Glöckler und Albert Vorndran aus Garitz.

    Der Festzug der vom Kreisobmann Otto Funck geleiteten Feldgeschworenentagung der Kreisvereinigung "Bad Kissingen-West" bewegte sich durch das reichlich geschmückte Albertshausen und steuerte den Saalbau an. Freilich durften die sieben Ehrendamen nicht fehlen, die das Siebenerzeichen begleiteten. Akustische Unterstützung gab es von der Kapelle des ansässigen Musikvereins unter der Leitung des Dirigenten Joachim Ehrenberg. Funck freute sich über die Präsenz von Politik und Behörden. Besonders begrüßte er unter viel Applaus den Ehrenkreisobmann Egon Schlereth. Funck setzte sich für regelmäßige Treffen der Obmänner ein und berichtete von der spektakulären Bayerischen Tagung der Feldgeschworenen in Regensburg.

    Zweiter Bürgermeister Anton Schick (DBK) wies auf die besondere Bedeutung des Ehrenamtes "Feldgeschworene" hin und sprach von Verantwortung mit Gemeinschaftsbewusstsein. Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner ( CSU ) war sich mit der Vizepräsidentin des Unterfränkischen Bezirkstages Adelheid Zimmermann ( FDP ) einig, als er den "Wächtern über Natur und Eigentum" seinen Respekt zollte. Bezirksrätin Karin Renner ( CSU ) fügte hinzu: "Die Feldgeschworenen sind ein Stück Heimat."

    "Die Arbeit wird den Feldgeschworenen nicht ausgehen", sagte Steffen Mehling vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE). Egal, ob Flurbereinigung oder Dorferneuerung: die Zusammenarbeit mit diesen Ehrenamtlichen sei stets gefragt. "Die Klimakrise kommt", sagte Oliver Kröner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Bei den Bemühungen zum Erhalt der Artenvielfalt sollten die Landwirte mit ins Boot genommen werden.

    "Wir werden als Landwirte benötigt", wies Edgar Thomas , Kreisobmann vom Bayerischen Bauern-Verband (BBV) auch auf das soziale Gefüge hin. Die Feldgeschworenen seien sofort zur Stelle, wenn man sie brauche.

    Jürgen Bauer, Leiter des Vermessungsamtes, sprach der zentimetergenauen Zusammenarbeit mit den Feldgeschworenen seine Hochachtung aus.

    Gerd Schaar

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