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    Oberbach

    Der Lupine geht es in der Rhön an die Wurzel

    Nur knapp überragen die Blätterbüschel der Lupinen die trockene Wiese. Durch den langen regenarmen Sommer sind auch die Lupinen nach der Mahd im Juli noch nicht sehr hoch gewachsen. Franz Zang, Vorsitzender der Bund Naturschutz (BN)-Kreisgruppe Bad Kissingen, setzt den Ampferstecher an und hebt die ersten Pflanzen mit Wurzel aus dem dürren Boden. "Diese Wurzeln lassen sich leichter entfernen als erwartet", freuen sich die Helfer der Aktion.

    Ausstechen effektiv

    Die Aktiven der BN-Kreisgruppe bearbeiten bei diesem ersten Einsatz mit Ampferstechern zunächst nur die vereinzelten Vorkommen der Pflanze. Das Ausstechen der Wurzeln ist besonders bei wenigen Lupinen auf der Fläche erfolgversprechender als mehrmaliges Mähen und verhindert so effektiv die weitere Ausbreitung.

    Die neue vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Gebietsbetreuerin der BN-Kreisgruppe, Simone Hepp, organisierte in Abstimmung mit dem Landschaftspflegeverband diese und weitere Bekämpfungsmaßnahmen der Kreisgruppe in den Schwarzen Bergen.

    Samen und unterirdische Ausläufer

    Die Vielblättrige Lupine (lateinisch Lupinus polyphyllus) stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde in Deutschland erstmals im 19. Jahrhundert als beliebte Gartenpflanze eingeführt. Sie verbreitet sich sowohl über Samen, als auch durch unterirdische Ausläufer. Zudem ist sie in der Lage, durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien in den Wurzeln den Stickstoff aus der Luft zu binden. Diese Eigenschaft macht sie zum einen zu einer beliebten Zwischensaat in Gehölzpflanzungen, aber zum anderen auch zu einem gefürchteten Feind auf den mageren Mittelgebirgswiesen der Rhön.

    "Durch die Anreicherung des Bodens mit Luftstickstoff verändert sich die gesamte Artenzusammensetzung dieser Wiesen. Seltene Pflanzen, die gerne auf mageren Standorten wachsen, werden von der Lupine verdrängt. Deswegen betreiben wir überhaupt den Aufwand ", so die Gebietsbetreuerin.

    Zurückdrängen möglich

    Laut eines gemeinsamen Forschungsprojekts von Professor Otte (Uni Gießen) und Professor Wachendorf (Uni Kassel) zur Verbreitung und Bekämpfung der Lupine in der Rhön, das nun schon seit einigen Jahren läuft, ist es durchaus machbar, diese invasive Pflanze zurückzudrängen. Eine vollständige Ausrottung der Lupine in der Rhön ist aber laut Otte nicht mehr möglich. Auch werden die Maßnahmen über einige Jahre durchgeführt werden müssen.

    Schon im August wurde die Kreisgruppe tätig und entfernte die Samenstände der verblühten Pflanzen, die kurz vor der endgültigen Reife standen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. "Die Samen der Lupine werden beim Aufplatzen der Samenkapseln bis zu sechs Meter weit geschleudert, was zu einer recht erfolgreichen Verbreitung der Pflanze beiträgt", erklärt die Gebietsbetreuerin Hepp.

    Nächster Termin 15. September

    Der nächster Einsatz findet am Samstag, 15. September, statt. Treffpunkt ist 10 Uhr am Parkplatz Eisernes Kreuz zwischen Würzburger Haus und Kissinger Hütte. Alle, die sich beteiligen möchten, können sich unter Tel.: 09741/9383 240 oder simone.hepp@yahoo.de anmelden, um besser planen zu können. Getränke und Verpflegung werden gestellt. Spontane Helfer sind aber auch jederzeit gerne gesehen. Handschuhe und Ampferstecher (falls vorhanden) oder Spaten mitbringen.

    Gerd Ludwig

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