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    Untereschenbach

    Die Biene macht was sie will

    Fachberater Gerhard Müller-Engler (links) informierte über Wissenswertes und neue Erkenntnisse in der Bienenzucht.                  heg/Foto: Martin Holzinger
    Fachberater Gerhard Müller-Engler (links) informierte über Wissenswertes und neue Erkenntnisse in der Bienenzucht. heg/Foto: Martin Holzinger

    Beim jährlichen Bienenseminar informierte sich der Imker-Verein Hammelburg über neue Erkenntnisse im Verhalten, der Anatomie und Brutpflege der fleißigen Nektarsammler, die in der Achtungs-Skala der Menschen in die vordere Reihe gerückt sind. Als Beleg dafür dürfen 64 Imker und Gäste aus dem heimischen und den Nachbarlandkreisen in der Zentgrafenhalle gelten. Neben den Zuhörern hieß der Vorsitzende des Hammelburger Imker-Vereins, Martin Holzinger, den Fachberater für Bienenzucht in Mittel- und Unterfranken, Gerhard Müller-Engler willkommen, der zum Thema "Die Bienen machen was sie wollen" referierte.

    In seinem Vortrag ging der Referent zunächst auf die Besonderheiten in der Bienen-Anatomie ein, wie Facettenaugen, Sterzeldrüse und Honigblase, um einige zu nennen. Der Stachelkomplex einer Biene hat im Gegensatz zur Wespe einen Widerhaken, der bei einem Stich möglichst schnell entfernt werden sollte, damit weniger Gift in den Körper des Gestochenen gelangt. Bei der Brutpflege gab es Neues aus der Uni Würzburg. Leere Zellen im Brutnest sind nicht unnütz. Sie werden von den so genannten "Heiz-Bienen" genutzt, die in diese Zellen kriechen und sich und damit auch das Brutnest bis zu 42 Grad erwärmen können.

    Ein Bienenschwarm ist der natürliche Vermehrungsprozess des Bienen-Volkes und ein Zeichen für Vitalität und Gesundheit. Der Abflug eines Schwarms ist ein besonderes Erlebnis das vorwiegend um die Mittagszeit geschieht , wie Müller-Engler darstellte. Wer einen Schwarm entdeckt sollte warten bis dieser sich gesammelt hat und einen Imker verständigen. Der Rauch des Imkers bedeutet für die Bienen Gefahr. Sie bunkern noch für drei Tage Honig in ihrer Honigblase, das sich etwa so anfühlt als hätte ein Mensch drei Tage "Schäufele" verzehrt. Die Immen werden dann träge und müde und stechen kaum.

    Hoher Energieeinsatz

    Bienen sind übrigens die einzigen Lebewesen, die den Baustoff für den Innenausbau ihrer Behausung, das Wachs, selbst erzeugen. Dies erfordert hohen Energieeinsatz: Für ein Kilogramm Wachs benötigen die Bienen rund 13 Kilogramm Honig. "Wir Menschen können keinen Gipskarton ausschwitzen", erinnerte der Experte humorig. Weitere, ähnlich vorgetragene Beispiele gaben dem Vortrag seine Farbigkeit und Präsenz.

    In der sich anschließenden Diskussion beantwortet Müller-Engler Fragen der Besucher zur Varroa-Behandlung, Bienenfutter und Melizitose-Honig. Vorsitzender Holzinger dankte dem Fachberater abschließend mit einem Weinpräsent aus dem Saaletal. Der Imker-Verein bemüht sich für das kommende Jahr um eine weitere Fortbildungsveranstaltung.

    Winfried Ehling

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