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    Hammelburg

    Die große Liebe begann beim Ball

    Elisabeth und Winfried Benner begehen am 29. April ihre Diamantene Hochzeit. Im Interview erzählen sie, wie sie sich kennenlernten. Das große Familienfest müssen sie verschieben.
    Elisabeth und Winfried Benner blicken auf 60 Ehejahre zurück. Sie begehen die Diamantene Hochzeit am 29. April.  Foto: Bianca Volkert       -  Elisabeth und Winfried Benner blicken auf 60 Ehejahre zurück. Sie begehen die Diamantene Hochzeit am 29. April.  Foto: Bianca Volkert
    Elisabeth und Winfried Benner blicken auf 60 Ehejahre zurück. Sie begehen die Diamantene Hochzeit am 29. April. Foto: Bianca Volkert

    "Die Liesel heiratet ihren Leutnant", so hieß es vor 60 Jahren am 29. April 1960 in Hammelburg als Elisabeth Kaiser und Winfried Benner das Sakrament der Ehe durch den Stadtpfarrer Oskar Röll erhielten.

    Frau Benner, Sie sind gebürtige Hammelburgerin?

    Elisabeth Benner: Ja, ich wurde als jüngste Tochter des damaligen Landrats Adam Kaiser und meiner Mutter Maria in Hammelburg geboren. Ich besuchte den Kindergarten St. Josef im Waisenhaus am Viehmarkt. An der Realschule in Bad Kissingen bei den Englischen Fräulein erhielt ich eine gute Schulbildung.

    Meine Eltern führten zu der Zeit bereits eine Buchhandlung in der Dalbergstrasse. Als mein Vater zur Wehrmacht eingezogen wurde, musste ich die Buchhandlung gemeinsam mit meiner Mutter führen.

    Woher kommen Sie und wie entstand der Bezug zu Hammelburg Herr Benner?

    Winfried Benner: Geboren wurde ich in Boppard am Rhein. Hammelburg lernte ich erst durch die Bundeswehr kennen und verpflichtete mich für zwölf Jahre als Jugend und Sportoffizier am Lagerberg.

    Wie lernten Sie sich kennen?

    Elisabeth Benner: Die Wasserwacht feierte im Mai 1958 einen Ball im Bayerischen Hof. Meine Mutter hatte an diesem Abend aber keine Lust zum Ausgehen und so musste ich meinen Vater begleiten.

    Winfried Benner: Mein General schickte mich, den Jugend und Sportoffizier Benner als Vertreter, zum Zeichen der Verbundenheit mit der Bundeswehr , zum Ball. Ich stellte mich dem Landrat vor und dieser meinte: "Würden Sie bitte meine Tochter an die Bar ausführen? Es wurde mehr daraus, der Beginn einer ganz großen Liebe !

    Elisabeth Benner: Bei unserem Kennenlernen war ich 21 Jahre und Winfried 23 Jahre. Zwei Jahre später am 29. April 1960 heirateten wir in der Stadtpfarrkirche Sankt Johannes. Es war die erste Hochzeit einer Hammelburgerin mit einem Soldaten hier in der Garnisonsstadt. Bundeswehr Offiziere standen Spalier was den ehemaligen Divisionspfarrer Röll besonders freute.

    Winfried Benner: Mir war sofort klar, dass ich Hammelburg nicht mehr verlassen würde. Zwei Jahre später bauten wir unser Haus in der Gebrüder-Schnack-Straße in welchem unsere drei Kinder, Michael 1962, Matthias 1964 und Barbara 1967 geboren wurden.

    Hatten Sie keine Sorge wegen Versetzung?

    Winfried Benner: Nein, ich hatte mich für zwölf Jahre verpflichtet. Während meiner aktiven Zeit bei der Bundeswehr studierte ich vier Jahre an der Sporthochschule in Köln um mein Diplom als Sportlehrer zu machen und fuhr jedes Wochenende nach Hammelburg . Nach zwölf Jahren endete meine Bundeswehrzeit und ich wurde als Zivilist, Leiter der Sportausbildung hier in Hammelburg . Meine Begeisterung zum Sport brachte mich zum TV/DJK Hammelburg in dem ich mich sehr engagierte.

    Elisabeth Benner: Nach dem Hausbau und Familienzuwachs erfreute es mich mit Dankbarkeit unsere Kinder zu erziehen und den Haushalt zu organisieren. Bei den unzähligen aktiven Vereinsmitgliedschaften meines Mannes, nicht immer einfach! Lediglich das Singen im Kirchenchor ermöglichte er mir immer.

    Winfried Benner: Ja, stimmt, schon deshalb war mir immer der gemeinsame Urlaub, einmal im Jahr, mit meiner Liesel besonders wichtig. Später verbrachten wir schöne Urlaube mit unseren Kindern, meist an Nord- und Ostsee.

    Sie tauschten ein großes Haus mit Garten gegen diese schöne Wohnung in der Stadt.

    Elisabeth Benner: Als die Kinder nach und nach das Haus verließen, wurde es für uns beide viel zu groß. Hinzu kamen noch die Wehwehchen des Alters. Ich liebe Cafe-Besuche und die Geselligkeit, Eis essen und ehemalige Kirchenchorsängerinnen zu treffen. Dank unserer zentralen Wohnlage erreichen wir alles Fußläufig. Würden wir noch in der Gebrüder-Schnack-Straße wohnen, hätten wir kaum soziale Kontakte. Wir sind beide sehr katholisch erzogen und genießen die sonntäglichen Gottesdienste, die wir von hier aus alleine besuchen können.

    Winfried Benner: Auch ich treffe mich gerne mit Bekannten, um die Neuigkeiten in der Stadt zu erfahren. Hier gehe ich vor die Türe und habe sofort Gesellschaft. Barbara und unsere Schwiegertochter Katja, leisten unverzichtbare Hilfe, damit wir dieses schöne Leben noch lange gemeinsam in der eigenen Wohnung verbringen können.

    Elisabeth Benner: Corona zwingt uns zum Hausarrest, den wir beide mit Gottesgnade und unserer Liebe gemeinsam bewältigen. Das große Familienfest werden wir wohl verschieben müssen, wie auch Barbara und unser Schwiegersohn Detlev, die am selben Tag die Silberne Hochzeit feiern dürfen. Das Fest wird dann umso feierlicher, wenn unser Großfamilie mit den fünf Enkeln endlich wieder vereint sein dürfen.

    Das Interview führte unsere Mitarbeiterin Bianca Volkert.

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    Bianca Volkert

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