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    Ramsthal

    Die Idee vom Waldkindergarten in Ramsthal wächst

    Das ehrgeizige Projekt soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. 14 Menschen beteiligen sich bereits daran.
    Hier auf der 'Schießers Ranch' könnte ab September 2020 der Ramsthaler Waldkindergarten entstehen. Foto: Andreas Lomb       -  Hier auf der 'Schießers Ranch' könnte ab September 2020 der Ramsthaler Waldkindergarten entstehen. Foto: Andreas Lomb
    Hier auf der "Schießers Ranch" könnte ab September 2020 der Ramsthaler Waldkindergarten entstehen. Foto: Andreas Lomb

    Der Ramsthaler Gemeinderat stellte sich in seiner 2. Sitzung einer umfangreichen Agenda, die konstruktiv und diszipliniert abgearbeitet wurde. Ein Schwerpunkt: der neue Waldkindergarten.

    Die Änderung des Flächennutzungsplans und die Erstellung eines Bebauungsplans "Häuslein" für das bereits behandelte neue Photovoltaikfeld im Bereich der Aussiedlerhöfe wurde von Martin Beil vom Planungsunternehmen vorgestellt. Die Wattmanufactur, eine Unternehmen für erneuerbare Energien aus Schleswig-Holstein, plant auf rund 26 Hektar eine Photovoltaikanlage. Mit den erforderlichen Randstreifen und Ausgleichsflächen sollen rund 31 Hektar landwirtschaftliche Fläche für die neu zu errichtende Anlage genutzt werden.

    Die Kosten für die Pläne trägt das Energieunternehmen , welches auch bereits Vorverträge mit den Grundstückseigentümern abgeschlossen hat. Hinsichtlich des Bebauungsplanes ist ein mögliches Bodendenkmal in der Planfläche zu beachten und zu berücksichtigen, es folgen noch . artenschutzrechtliche Prüfungen. Beil informierte, dass bei planmäßigem Ablauf mit einer Realisierung der Anlage im 1. Quartal 2021 zu rechnen sei.

    Der Gemeinderat stimmte dem Vorentwurf der Pläne zu. Bürgermeister Rainer Morper (ABB/Interessengemeinschaft) merkte dazu an, dass die Gemeinde Möglichkeiten für erneuerbare Energien schaffen möchte, um damit den Klimaschutz zu unterstützen.

    Die Pläne werden nun den beteiligten Behörden und den Nachbargemeinden zur Stellungnahme zugeleitet. Die Auslegung der Pläne für eine Beteiligung der Bürger erfolgt in Kürze und soll erstmals auch im Internet dargestellt werden.

    Dem Bauantrag von Joachim und Renate Kühnlein zum Bau einer Stützwand und eines Lagerraums für Gartengeräte auf dem Grundstück Siedlung 55 stimmte der Gemeinderat zu. Ebenso genehmigte er den Plan von Klaus Unsleber, der in der Leo-Günder-Str. einen Teilabriss einer Scheune und deren Umbau zu einer Wohnung plant. Befreiungen vom Bebauungsplan hinsichtlich Dachform und Dachneigung wurden erteilt. Gemeinderat Daniel Lohfink (Ramsthaler Liste) plant auf seinem Grundstück am Hopfenweg den Bau einer Doppelgarage mit einer Einliegerwohnung. Der Gemeinderat stimmte der Vorplanung auch hinsichtlich der Befreiung von der im Bebauungsplan vorgeschriebenen straßenseitigen Baugrenze zu. Auch Gemeinderat Andreas Günder (ABB/Interessengemeinschaft) legte für sein Haus am Hopfenweg einen Plan zur Errichtung von zwei Stellplätzen und einer Balkonerweiterung vor. Auch dieser Plan erhielt die Zustimmung des Gemeinderates und die Befreiung von der straßenseitigen Baugrenze.

    Die Telekom informierte die Gemeinde, dass sie plant, das Basistelefon in der Ortsmitte abzubauen, da es nicht genutzt werde. Markus Lomb (CSU-Wählerliste) meinte, dass es erhalten bleiben solle, da bei Notrufen das lückenhafte Mobilfunknetz in der Gemeinde problematisch sei. Der Gemeinderat schloss sich diesem Argument an und lehnte das Ansinnen der Telekom ab.

    Die Idee, in Ramsthal einen Waldkindergarten zu gründen, war von Andreas Günder initiiert worden. Ziel war es, das Projekt noch 2020 zu realisieren. Trotz Corona-Krise und eingeschränkten Möglichkeiten sich zu treffen, konnte Günder erste Erfolge vorstellen. Unterstützung bekam er durch Neugemeinderat Florian Wahler (ABB/Interessengemeinschaft), der den Gemeinderat über den momentanen Stand informierte. Momentan haben sich 14 Personen in der Entwicklungsgruppe des Projekts beteiligt, die acht Kinder haben. Auch auswärtige Eltern sind interessiert. Es wurden verschiedene Standorte begutachtet, unter denen die als "Schießers Ranch" bezeichnete Fläche der Favorit ist. Die Fläche ist im Besitz von Andreas Günder, der sie kostenlos für den Waldkindergarten zur Verfügen stellen würde.

    Auch für eine festes Dach wäre bereits gesorgt. Winzer Rainer Keller stellt für den Kindergarten einen Container zur Verfügung, der mit wenig Aufwand den vorhanden Bedarf angepasst werden könnte. Andreas Günder stellte dann die verschieden Möglichkeiten und Rechtsformen vor, unter denen der Kindergarten betrieben werden könnte. Neben der Gemeinde als Träger kämen ein Zweckverband, eine gGmbh oder ein Verein in Betracht. Das Entwicklungsteam bevorzuge den Verein, meint Günder. Als Grund führt er die geringeren Betriebskosten, das erforderliche ehrenamtliche Engagement und die Flexibilität an. Trotzdem ist eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde gewünscht. Der jährliche erforderliche Zeitaufwand pro Elternpaar liege nach Erfahrungen vergleichbarer Kindergärten bei zehn Stunden.

    Nach den jetzigen Planungen möchte man am 1. September 2020 mit einer Gruppe von acht bis zwölf Kindern starten. Zum Anfang bestehe ein Finanzbedarf von 15 000 Euro an Sachkosten und 30 000 Euro an Personalkosten, die zunächst vorfinanziert werden müssten, bis die entsprechenden Förderungen eingehen. Hier möchte sich Günder die Unterstützung der Gemeinde sichern um weiter planen zu können.

    Klaus Kemmer (Ramsthaler Liste) wollte wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, dass der Betreiberverein und die Gemeinde in "einem Boot" sitzen könnten und den Waldkindergarten gemeinsam betreiben. Bürgermeister Morper spricht sich für die alleinige Vereinslösung aus. Engagement und Kosten seien hier deutlich besser. Als Starthilfe könne er sich ein zinsloses Darlehen der Gemeinde vorstellen.

    Daniel Lohfink meint: "Der Waldkindergarten ist eine Spitzensache". Die Gemeinde könne damit das Belegungsproblem gelöst bekommen und mehrere Millionen Euro für einen sonst erforderlichen Neubau einsparen. Der Bürgermeister sieht aber trotzdem Handlungsbedarf für verschiedene Maßnahmen am bestehenden Kindergarten. Sein Vorgänger im Amt Alfred Gündling (CSU-Wählergruppe) spricht sich auch gegen eine Vermischung von Verein und Gemeinde, aber für eine finanzielle Unterstützung aus.

    Markus Lomb kritisiert, dass der Gemeinderat den Akteuren der Entwicklungsgruppe eine Rechtsform oder Betreiberschaft vorschreiben möchte. Er meint, dass man sich nach deren Vorstellungen richten soll.

    Der Gemeinderat entsendet Florian Wahler, Roland Kühnlein, Markus Lomb und Andreas Günder in eine Arbeitsgruppe mit den Initiatoren des Waldkindergartens zur Erarbeitung eines Vertrages, der der in der nächsten Sitzung als Beschlussvorschlag präsentiert werden soll. In der Zwischenzeit sollen auch Kontakte mit den erforderlichen Behörden hinsichtlich einer Genehmigungsfähigkeit aufgenommen werden.

    Nachdem in der vergangenen Sitzung der Plan eines Bauwilligen um Erschließungsgebiet Reichlersweg abgelehnt wurde, ergab sich inzwischen eine neue Situation. Die im Gebiet liegende ehemalige Schreinerei wurde an einen Druckereibetrieb verkauft. Das Gebäude war bislang nicht an den Kanal angeschlossen, was nun nach Vorgaben des Landratsamtes nachgeholt werden muss. Der Gemeinderat fasste den Entschluss zum Anschluss an den Kanal im Triebweg. Zur weiteren Erschließung des Gebietes sei die Gemeinde nach Angaben des Landratsamtes nicht verpflichtet.

    Die Gemeinde hat auf dem Friedhof ein Gräberfeld eingerichtet, in dem auch anonyme Bestattungen durchgeführt werden können. Es war vorgesehen, dass auch eine Stele errichtet werden soll, auf der bei Interesse ein Namensschild der Beigesetzten angebracht werden kann. Gemeinderat Stefan Sixt (CSU-Wählergruppe) legte hier einen selbst erstellten Entwurf vor. Der Bauausschuss will sich vor Ort ein Bild machen und in der nächsten Sitzung einen Vorschlag präsentieren.

    Zum Stand des geplanten Neubaugebiets "Am Wengert 2" informierte der Bürgermeister, dass für die verfügbaren 16 Bauplätze momentan 21 Bewerber registriert sind. Die erwarteten Kosten pro Quadratmeter lägen zwischen 90 und 100 Euro.

    Um den aktuellen Stand des Interesses an einem Bauplatz zu prüfen, schlug Morper vor diese wie in anderen Gemeinden anzuschreiben und bei weiter bestehendem Interesse eine Reservierungsgebühr einzufordern. Die Gebühr würde später mit den Bauplatzkosten verrechnet. Sollte der Interessent später abspringen und keinen Ersatzkäufer stellen, so werde die Reservierungsgebühr abzüglich einer Verwaltungspauschale zurückerstattet. Damit soll die Gemeinde eine realistische Einschätzung des Bedarfs gewinnen und weitere Maßnahmen besser planen können. Der Gemeinderat beschloss eine Reservierungsgebühr von 5.000 Euro je Bauplatz und eine Verwaltungspauschale von 1.000 Euro bei Rückgabe. Die Interessenten sollen jetzt in der Reihenfolge des Eingangs ihre Bewerbung kontaktiert werden. Dabei besteht auch die Möglichkeit einen bestimmten Bauplatz auszuwählen.

    Der Bürgermeister informierte, dass für das Rathaus und die WC-Anlage eine Reinigungskraft gesucht werde. Bewerbungen können bei ihm oder der VG abgegeben werden.

    Die Pflege der verschiedenen gemeindlichen Pflanzinseln und Baumscheiben lässt nach Auffassung des Bürgermeisters Spielraum für Verbesserungen. Da die Bearbeitung durch die Gemeindearbeiter nicht realisierbar ist, schlägt er vor, ein Unternehmen damit zu beauftragen oder eine 450 Euro-Kraft hiermit zu beschäftigen. Schwach signalisierte er die Hoffnung, dass sich die Anlieger um diese Fläche kümmern könnten. Aus dem Gemeinderat wurden verschiedene Vorschläge gemacht, wie man die Anlieger dabei unterstützen könnte. Am Ende wurde dann doch der Beschluss gefasst eine geringfügig beschäftigte Kraft für diese Aufgabe zu finden.

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    Andreas Lomb

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