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    Fuchsstadt

    Die Nervenschlacht am Kohlenberg

    Ungemach droht diesem Akteur der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach, denn die Grätsche vom Fuchsstädter Tobias Bold gilt ka...

    FC Fuchsstadt - DJK Schwebenried/Schwemmelsbach 2:2 (1:2). Tore: 0:1 Julian Hart (1.), 1:1 Johannes Feser (28.), 1:2 Yannick Deibl (38.), 2:2 Andreas Graup (90.+6, Foulelfmeter).

    Das Derby auf dem Kohlenberg hatte es wieder einmal in sich. Bei feinstem Fußballerwetter duellierten sich vor weit über 500 Zuschauern zwei zumindest leicht "kriselnde" Kontrahenten, die zunächst beide bereit waren, volles Risiko für drei Punkte zu gehen. Doch die Füchse erwischten einen völlig verunglückten Start. Julian Hart nutzte im Nachschuss eine Unsicherheit von FC-Keeper Tayrell Kruppa clever aus, dem eine eigentlich harmlose Bogenlampe unbedrängt durch die Finger geglitten war. Dass der junge Goalie direkt in die tief stehende Sonne geschaut hatte, dürfte den ungewöhnlichen Lapsus begünstigt haben. "Das erste Tor war ein Geschenk, da gibt es nichts zu beschönigen", sagte FC-Coach Martin Halbig.

    Starker Gästekeeper

    Doch die Heim-Elf ließ sich durch den Fehlstart überhaupt nicht entmutigen. Nur eine Zeigerumdrehung später ließ Dominik Halbig mit einem sehenswerten Schlenzer den Pfosten des Gäste-Kastens mächtig erzittern. Auch Mittelstürmer "Jogo" Feser hätte nach fünf Minuten Spielzeit egalisieren können, doch sein kraftvoller Kopfball strich wenige Zentimeter über die Latte. "Wir haben uns nach und nach ein Chancenplus erarbeitet", konstatierte der Fuchsstädter Coach. In der Tat hatten der emsige Feser und der nicht weniger lauffreudige Trainersohn Halbig in der Anfangsphase gute Einschussmöglichkeiten, doch DJK-Keeper Leon Hartmann erwies sich immer wieder als Retter in höchster Not. Den überfälligen Ausgleich besorgte "Jogo" Feser, der nach einer Ecke das Leder auf Kniehöhe mit dem Kopf gerade noch erwischte und unhaltbar einnetzte. Dass Pascal Schmitt den Ball nur gut zwei Minuten später an die Querlatte zirkelte, war Pech für die Fuchsstädter, die durch ihre mangelhafte Chancenverwertung den Gegner wieder stark machten. Ein strammer Freistoßkracher von Yannick Deibl flog ungestört von links quer durch den ganzen Fuchsstädter Strafraum. FC-Keeper Kruppa versuchte das hammerharte Geschoss irgendwie mit den Händen zu packen, aber das misslang. Der Ball glitt dem ansonsten so selbstsicheren Keeper wiederum durch die Finger, was den erneuten Rückstand bedeutete. "Klar war der Ball sehr hart geschossen, aber eigentlich haben wir dem Gegner heute gleich zwei Tore in der ersten Halbzeit geschenkt", sagte hernach Coach Halbig etwas zerknirscht.

    Nach dem Kabinengang rieben sich die mittlerweile rund 600 Beobachter auf dem sonnenüberfluteten Kohlenberg verwundert die Augen. Die Gäste zogen sich weit in ihre eigene Hälfte zurück und überließen den Füchsen das Revier. Beileibe kein Zufall. "Gegen offensivstarke Fuchsstädter wollten wir natürlich defensiv sicher stehen. Das ist uns über weite Strecken der Partie auch sehr gut geglückt", erläuterte DJK-Coach Dominik Schönhöfer. Allerdings sorgte das strikte Defensivkonzept dafür, dass die FCler sich hochkarätige Chancen herausspielen durften. Zunächst scheiterte Andy Graup am überragenden Keeper Hartmann, dann schoss "Jogo" Feser aus rund zwölf Metern völlig unbedrängt am leeren Tor vorbei, nachdem sich der DJK-Torsteher von Stürmer Graup etwas übermütig aus dem Kasten hatte locken lassen. Nun zogen die Füchse ein fast schon wütendes Powerplay auf. Dominik Halbig und Andy Graup überzeugten mit irrem Tempofußball, behielten bei ihren Abschlüssen aber nicht immer kühlen Kopf.

    Die Gäste beschränkten sich auf wenige Konter zur Entlastung. Für den eingewechselten Artur Sibert ergab sich so kurz vor Schluss eine sehr gute Einschussmöglichkeit, der das Leder knapp am Kasten vorbei platzierte. Es roch nach einer erneut bitteren Schlappe für die Kohlenberg-Elf, aber die ansonsten eher zurückhaltend agierende Unparteiische Miriam Bloß deutete nach einer recht undurchsichtigen Gemengelage im Gäste-Strafraum unmissverständlich und entschlossen auf den kreidebleichen Elfmeterpunkt. Andy Graup vollstreckte - als sich die Aufregung wieder gelegt hatte - eiskalt und platziert per Flachschuss. Abpfiff.

    "Dom" Schönhöfer war angesichts des späten Ausgleichs zwar ordentlich angefressen, fand aber zumindest seinen Humor schnell wieder: "In der 96. Minute einen Strafstoß zu pfeifen ohne jeglichen Videobeweis. Das ist ganz schön gewagt und mutig." Einig waren sich die erfahrenen Übungsleiter am Ende aber doch, dass die Punkteteilung ein durchaus gerechtes Ergebnis ist. "Wir haben natürlich zu viele Chancen vergeben, daher bin ich nicht hundertprozentig zufrieden. Aber wichtig ist, dass wir so ein Spiel nicht wieder verlieren. Das hätte nämlich auch passieren können", lautete Halbigs von Erleichterung geprägtes Fazit.

    Fuchsstadt: Kruppa - Schmitt, L. Baldauf (61., Lebsak), Emmer, Kolb - Pfeuffer, Bold, Bolz, Halbig - Feser, Graup.

    Sebastian Schmitt

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