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    Bischofsheim an der Rhön

    Die Osterburg wird gefördert

    Nachdem nun die baulichen Maßnahmen an der Osterburg beendet sind, sollen die Grabungsergebnisse in einer kleinen Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Doch es gibt weitere Ideen.
    Die sieht die Burganlage der Ruine Osterburg heute aus. Foto: Marion Eckert
    Die sieht die Burganlage der Ruine Osterburg heute aus. Foto: Marion Eckert

    Die Freunde der Osterburg haben die gleichnamige Burgruine aus dem Dornröschenschlaf geweckt und vor dem weiteren Verfall und Vergessen gerettet.  2005 wurde der Verein mit zunächst 30 interessierten Bürgern gegründet.

    Die Osterburg ließ der Fürstbischof von Würzburg in der Mitte des 12. Jahrhunderts zur Sicherung der Westgrenze seine Herrschaftsbereichs erbauen. Die Burg ereilte das Schicksal vieler Befestigungen, sie wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Doch dann geriet sie beinahe in Vergessenheit, die Natur holte sich die Ruine fest vollständig zurück - bis die Freunde der Osterburg auf den Plan traten, mit dem Ziel sie dauerhaft aus ihrem Schlaf zu erwecken, und das, was noch übrig geblieben ist, für die Nachwelt zu erhalten.

    Sie holten sich Partner ins Boot - neben der Stadt Bischofsheim das Landesamt für Denkmalpflege , weitere geldgebende Fachbehörden und Burgenforscher Joachim Zeune. Nach den langen Jahren der Freilegung und etappenweisen Sanierung wurde 2018 mit der Einebnung des Pallas der letzte Arbeitsschritt vorgenommen. "Es war nicht immer einfach, viele Stunden wurden an der Burganlage verbracht", dankte Bürgermeister Georg Seiffert den Freunden der Osterburg für ihr unermüdliches Engagement. Allen voran gingen stets Bruno Werner , Wolfgang Schön und Paul Dinkel. "Die Osterburg gehört zu Bischofsheim und der Rhön", befand Seiffert, und wusste von Sagen zu berichten, die immer wieder die Runde machten. Von einem Tunnel zwischen der Osterburg und Bischofsheim war da die Rede. Doch bislang habe sich dies nicht bestätigen können.

    Anlaufstelle mit Informationen

    Nachdem nun die baulichen Maßnahmen beendet sind, entstand die Idee, die Grabungsergebnisse erstmals in einer kleinen Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im ehemaligen Leseraum des Rentamtes soll diese Dauerausstellung untergebracht werden. Neben bei der Ausgrabung gefundenen Fundstücke sollen Informationen zur Geschichte der Burg und der Arbeiten der vergangenen Jahre das Projekt abrunden und zugleich Lust darauf machen, die Burgruine selbst zu besichtigen. Es sollen unter anderem Bildmaterial, Karten und Pläne und auch Videofilme präsentiert werden. Wie Bürgermeister Georg Seiffert erklärte, soll kein Museum entstehen, sondern lediglich eine Anlaufstelle mit Informationen, die auf die Burg aufmerksam mache. Denn die Osterburg sei eine regionale kulturhistorische Besonderheit, die mit großem finanziellen und ehrenamtlichen Aufwand hergerichtet wurde. Der entsprechende Antrag auf "Leader"-Fördermittel sei von der geschäftsführenden Beamtin der Stadt Bischofsheim Ulla Sippach in vorbildlicherweise und in Windeseile erstellt worden, so dass die Zusage problemlos gegeben werden konnte. Zur Übergabe es Fördermittelbescheides kam Landrat und 1. Vorsitzender der LAG (Lokale Aktionsgruppe) Thomas Habermann nach Bischofsheim, ebenso wie "Leader"-Koordinator Wolfgang Fuchs, Regionalmanagerin Ursula Schneider und Mirjam Eckert von der LAG- Geschäftsstelle.

    Einbindung der Osterburg in ein Burgennetzwerk

    Habermann lobte das Engagement der Freunde der Osterburg, die die Ruine sichtbar und zugänglich machten. Interessante Blickperspektiven biete die Burganlage, die auch eine besondere geschichtliche Bedeutung für die Region habe. Ursula Schneider und Wolfgang Fuchs sprachen von weitergehenden Plänen und Einbindung der Osterburg in ein Burgennetzwerk in der Region. Die Förderbescheidübergabe sei also nicht der Schlusspunkt sondern der Beginn weiterer Aktivitäten. An "Leader"-Fördermitteln werden 12.871 Euro zur Verfügung gestellt, wovon 87 Prozent EU-Mittel seien, betonte der Landrat. Als weiterer Finanzpartner konnte die Unterfränkische Kulturstiftung gewonnen werden, die sich mit 9.073 Euro an dem Vorhaben beteiligt, das mit Gesamtkosten von 28.440 Euro beziffert wird. "Mit dem Projekt werden langjährige ehrenamtliche Initiativen wertgeschätzt und aufgewertet", betonte Habermann. Bürgerschaftliches Engagement als eine der tragenden Säulen der Gesellschaft werde gestärkt. Die Ausstellung werde das bestehende Angebot in Bischofsheim erweitern und bereichern, sowohl für Touristen wie Einheimische. Zudem werde durch die Präsentation der Funde und die Informationen der Bevölkerung neue Impulse zum Verständnis über die Kulturgeschichte der eigenen Heimat gegeben.

    Marion Eckert

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