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    Hammelburg

    Die Tonart macht die Musik

    Fragen zu Adventsliedern beantwortete Stadtkantor Dieter Blum in einem Gespräch.
    Stadtkantor Dieter Blum an der Orgel.  Foto: Gerd Schaar/Archiv       -  Stadtkantor Dieter Blum an der Orgel.  Foto: Gerd Schaar/Archiv
    Stadtkantor Dieter Blum an der Orgel. Foto: Gerd Schaar/Archiv

    Als Chorsänger im Kirchenchor hat man sich für die Kirchenmusik entschieden. Keine Frage - die geistliche Musik ist spannend. Man wird durch die verschiedenen Stilepochen und Gattungen geführt - und erlebt ein reiches musikalisches Spektrum. Da stellen sich schon einige Fragen zum Charakter der jeweiligen Chormusik. Genaueres zur anstehenden Adventsliteratur erläutert Chorleiter und Kirchenmusiker in Hammelburg Dieter Blum.

    Frage: Man hat den Eindruck, dass Adventslieder etwas melancholisch klingen, woran liegt das?

    Dieter Blum: Adventslieder haben oft einen ernsten Charakter. Dies drückt sich durch die Kirchentonalität der Lieder aus.

    Was kann man unter Kirchentonalität verstehen?

    Die Kirchentonarten sind Vorläufer des heutigen Dur-Moll-Systems. Beispiele für die kirchentonalen Adventslieder sind "Oh Heiland aller Welt", "Oh Heiland reiß die Himmel auf" oder "Es kommt ein Schiff geladen".

    Wird dann auch in modernen Adventsliedern auf diese Kirchentonarten zurückgegriffen, oder gibt es überhaupt moderne Adventslieder?

    Beispiele für moderne Adventslieder sind "Im Advent, im Advent ist ein Licht erwacht" oder "Seht neuer Morgen". Diese Lieder werden gerne gesungen. Sie stehen übrigens in Dur, das heißt: hier ist in den Tonarten kein Bezug zu den Kirchentonarten vorhanden, auch die Texte sind eher heiter.

    Es tut sich also ein großes Spektrum an geistlicher Musik zu den verschiedenen Anlässen auf. Nach welchen Kriterien werden denn beispielsweise die Lieder für den Gottesdienst zum 1. Advent am 1. Dezember 2019 ausgesucht?

    Das erste Kriterium ist die Thematik, die Wiederkunft des Herrn. Hier habe ich heuer die Chorsätze "Tröste mein Volk" ausgesucht, nach Jesaja 40,1 und Matthäus 21,5 von Karl Nössler (1863-1943) , "Es flog ein Täublein weiße" von Johannes Brahms und "Machet die Tore weit", das den Text des Antwortpsalms vertont. Dazu werden die Gemeindelieder zur Thematik passend ausgewählt.

    Das sind Lieder, die so zumindest in Hammelburg noch nicht erklungen sind.

    Es bietet sich an, immer etwas Neues aus der reichen Chorliteratur auszuwählen. Das Repertoire und die Erfahrung des Chors wächst stetig. Die einzelnen Chorstücke sind dann auch relativ zügig geprobt, ganz im Gegensatz zu der Weihnachtsmesse, die Nikolaimesse von Joseph Haydn , mit der wir schon zeitig im Herbst mit den Proben begonnen haben. Das Gespräch führte Gabriele Blum

    Chor Der Katholische Kirchenchor in Hammelburg freut sich immer über neue Sängerinnen und Sänger . Der Einstieg kann auch langsam erfolgen über Projekte oder auch in der Schola.

    Proben Die Kirchenchorproben finden montags um 19.45 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus statt. Zusätzlich oder alternativ gibt es eine Probe am Freitag um 10 Uhr im katholischen Pfarrzentrum. Wer zu diesen Terminen keine Zeit findet hat die Möglichkeit im neu gegründeten Chor für modernes Liedgut am Donnerstag um 16 im Pfarrzentrum teilzunehmen.

    Kinderchorproben finden montags um 16 Uhr im Pfarrzentrum statt. Vorsingen muss keiner. Wer noch nicht voll mithalten kann, hält sich eben zurück bis er dann sicher ist.

    Weihnachtsmesse Zur Weihnachtsmesse sind auch immer die ehemaligen Mitglieder und Gastsänger dabei, die die Messen selbst einstudieren und dann lediglich bei der Generalprobe dabei sind. Übrigens genauso wie die Solisten und das Orchester. Nach der Generalprobe gibt es ein gemeinsames Frühstück.

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    Redaktion

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