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    Stangenroth

    Die unmittelbare Erfahrung Gottes in der Natur

    Erinnerungsfoto für die zehnte beziehungsweise 20.  Wallfahrt (von links):  Lorenz Höchemer (20), Christina Kessler (20), Thorsten Wehner (10), Verena Schmitt (10), zusammen mit Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich. Foto: Berthold Kleinhenz
    Erinnerungsfoto für die zehnte beziehungsweise 20. Wallfahrt (von links): Lorenz Höchemer (20), Christina Kessler (20), Thorsten Wehner (10), Verena Schmitt (10), zusammen mit Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich. Foto: Berthold Kleinhenz

    79 Gläubige aus unterschiedlichen Altersgruppen der Pfarrei "St. Sebastian" Stangenroth brachen am ersten Sonntag im September zur 23. Kreuzbergwallfahrt auf. In diesem Jahr startete der Wallfahrerzug wieder um 7 Uhr an der Pfarrkirche auf die rund 13 Kilometer lange Strecke. Grund dafür ist die "räumliche" Trennung zur zeitgleichen Wallfahrt Stralsbach aus Platzgründen in der Wallfahrtskirche, die ihren Gottesdienst bereits um 9 Uhr feiern.

    Als Vorbeter fungierten wieder Meggi Höchemer, Gertrud Wehner und Jürgen Schmitt. Der Lautsprecher wurde von Lorenz Höchemer getragen. Für die Sicherheit und Verkehrsregelung unterwegs sorgten Mario Wehner und Thomas Kleinhenz. Das Begleitfahrzeug, das von Erwin Hofer gefahren und Waltraud Hofer begleitet wurde, wird seit vielen Jahren von Ewald Schmitt unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Musikalisch wurde die Wallfahrt erneut vom Musikverein Stangenroth begleitet.

    Auf gegenwärtigen Sorgen und Probleme der Menschen ausgerichtet

    Auf dem Hin- und Rückweg wird die Zeit mit Gebeten, Betrachtungen, Meditationen, Litaneien, Musikstücken und Liedern ausgefüllt. "Die Menschen laufen bei der Wallfahrt aus den verschiedensten Beweggründen mit. Viele Wallfahrer hoffen, durch die Kraft des Gebetes auf ein erträgliches Leben, einige beten auch um die Erhaltung ihres Arbeitsplatzes. Für manch einen ist es auch eine sportliche Herausforderung, im Vordergrund stehe aber immer das Religiöse und die unmittelbare Erfahrung Gottes in der Natur", erklärt Jürgen Schmitt. "Die Lieder und Gebetstexte sind auf die gegenwärtigen Sorgen und Probleme der Menschen ausgerichtet und werden von Meggi Höchemer jedes Jahr überarbeitet", so Jürgen Schmitt weiter.

    Die Pilgerroute führte auch in diesem Jahr wieder über Gefäll nach Waldberg, wo heuer zum siebten Mal die Rast im Wallfahrerzentrum stattfand. Nachdem das schwierigste Teilstück, der sogenannte "Kniebreche", geschafft war, begrüßte Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich alle neuen Wallfahrer, zeigte sich über die gestiegene Beteiligung beeindruckt, dankte allen Teilnehmern für ihre Disziplin während der Wallfahrt, allen Mitwirkenden für ihre Unterstützung sowie der "besten Wallfahrtskapelle".

    Vier Ehrungen

    Er nahm traditionell die Ehrung langjähriger Wallfahrer vor: Für ihre zehnte Teilnahme erhielten Verena Schmitt und Thorsten Wehner ein kleines Erinnerungsgeschenk. Bereits zum 20. Mal waren Christina Kessler und Lorenz Höchemer bei der Wallfahrt dabei. Eyrich bedankte sich im Besonderen bei Höchemer, dem "hauptamtlichen" Lautsprecherträger der Wallfahrt, den er bisher bei allen 20 Teilnahmen getragen hatte. Jürgen Schmitt bedankte sich abschließend im Namen aller Wallfahrer bei Eyrich für dessen Engagement bei der Organisation, Vorbereitung und Durchführung.

    Um 10.45 Uhr erreichten die Wallfahrer ihr Ziel und wurden von Pater Georg Andlinger mit Weihwasser besprengt und am Freialtar mit weiteren Teilnehmern aus dem Ort, die mit dem Auto gekommen waren, empfangen. Während der Begrüßung gab er den Wallfahrern zu verstehen, dass der Weg zwar mühselig war, ihn aber trotzdem freudig gegangen sei.

    Erfreut über viele Nachwuchsteilnehmer

    Der Geistliche zeigte sich zudem erfreut und gleichzeitig überrascht, einen auffällig hohen Anteil vieler Kinder und Jugendlichen in den Reihen der Wallfahrerschar zu sehen. Er lobte deren Engagement und bat den jüngsten Teilnehmer, nach vorne kommen.

    Das Wallfahrtsamt, das ebenfalls von Pater Georg zelebriert und vom Musikverein Stangenroth musikalisch und feierlich umrahmt wurde, stand ganz im Zeichen des Herzens. Der Franziskanerpater forderte in seiner Predigt die Gläubigen auf, sich ein reines Herz zu schaffen. Während einer Wallfahrt kann im tiefsten Inneren eine solche Reinigung des Herzens stattfinden, gab er den Wallfahrern zu Bedenken. Die Lesung und Fürbitten wurden von Jürgen Schmitt vorgetragen.

    Nach der anschließenden Pilgerrast in der Klosterschänke traf sich die Wallfahrtsgruppe um 14 Uhr mit dem Guardian Pater Martin Domogalla zu einem kurzen Gebet sowie der Segnung der Wallfahrtsgegenstände erneut am Freialtar. Anschließend verabschiedete er die Wallfahrer mit dem Wallfahrtssegen und zeigte sich zuversichtlich, die Stangenrother im nächsten Jahr wieder begrüßen zu können. Nach einem Gebet und dem Lied "Es blüht der Blume eine" an der Mariengrotte wurde der Rückweg weiter fortgesetzt.

    Traditionell mit Blumen begrüßt

    Pünktlich um kurz vor 18 Uhr wurden die heimkehrenden Kreuzbergwallfahrer von den Angehörigen und Daheimgebliebenen traditionell mit Blumen begrüßt, von Pater Thumma in Empfang genommen und unter Glockengeläut singend in die Pfarrkirche zum Schlusssegen geleitet.

    Der Kaplan verlieh in der Pfarrkirche "St. Sebastian" seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Impulse der Wallfahrt auch im täglichen Leben hilfreich sein mögen und erteilte allen Wallfahrern den feierlichen Schlusssegen.

    "Es war auch in diesem Jahr wieder eine tolle und erlebnisreiche Wallfahrt. Das Wetter hat bis auf wenige Regentropfen gehalten und alles war wieder sehr gut organisiert", lautete das Fazit von Vorbeter Jürgen Schmitt nach der Rückkehr: "Alt und Jung läuft hier mit, es ist immer wieder schön, wenn man sich mit einem gemeinsamen Ziel auf den Weg macht."

    Von neun bis 75 Jahren

    Der älteste Wallfahrer war erneut Walter Albert mit 75 Jahren, der bisher bereits an allen 23 Wallfahrten teilgenommen hat. Der jüngste Teilnehmer war Alberts Enkelkind, Timo Schipper mit neun Jahren, der zum ersten Mal teilnahm und den gesamten Hin- und Rückweg mitgelaufen war.

    Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich zeigte sich abschließend sehr erleichtert und erfreut, dass alle gesund und ohne größere Blessuren zurückgekommen. Eyrich freut sich schon heute auf die Wallfahrt im nächsten Jahr, denn dann findet die Jubiläumswallfahrt statt, die zum 25. Mal auf den Heiligen Berg führt. Gemeinsam wird man dann wieder - mit einem gemeinsamen Ziel - dem Kreuzberg, auf Pilgerschaft sein.

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