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    Münnerstadt

    Arbeitsgemeinschaft feiert Jubiläum: Die Volksmusik lebt

    Neben einigen anderen spielte auch die Hoibüche Muisig zur Unterhaltung auf.  Fotos: Matthias Nöth
    Neben einigen anderen spielte auch die Hoibüche Muisig zur Unterhaltung auf. Fotos: Matthias Nöth

    In diesem Jahr feiert die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Fränkische Volksmusik Bezirk Unterfranken e. V. ihr 40-jähriges Bestehen. Um dies in einem würdigen Rahmen zu begehen, hatte sie am Freitag zu einem festlichen Abend in die Alte Aula nach Münnerstadt eingeladen. Als Moderatoren hatte der ARGE-Vorstand Eberhard Schellenberger, seines Zeichens Leiter des Regionalstudios Mainfranken des Bayerischen Rundfunks, gewinnen können. Dieser führte in charmanter Weise durch den Abend.

    "Es kann noch viel passieren"

    Von Schellenberger nach dem Zustand der ARGE gefragt, meinte deren Vorsitzender Reinhard Hüßner, diese sei manchmal ein "Läushammel" gewesen, stehe aber jetzt im besten Alter, sodass noch viel passieren könne. Er glaube, dass sich das Regionale, Traditionelle auch in Zukunft halten werde und freue sich, dass unter den in der ARGE Unterfranken vertretenen 88 Mitgliedsgruppen, mit mehr als 2000 Mitgliedern, auch junge Leute seien, die sich engagieren und etwas bewegen.

    Reinhard Hüßner begrüßte als Gäste unter anderem Eva Maria Linsenbreder (Bezirkstagsvizepräsidentin), Christine Bender (stellv. Landrätin Schweinfurt), Thomas Bold (Landrat Bad Kissingen), Münnerstadts 1. Bürgermeister Helmut Blank , den 2. Bürgermeister Andreas Trägner sowie Vertreter des Stadtrates. Irene Jungnickel vertrat die Stadt Ebern, als Sitz der fränkischen Gesamt-ARGE.

    Auch ARGE-Partner feierten den Geburtstag mit, darunter der Vorsitzende des Landesvereins für Heimatpflege, Johann Böhm , Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Klaus Reder, Dr. Heidi Christ von der Forschungsstelle für Fränkische Volksmusik , Franz-Josef Schramm (Volksmusikberater des Landesvereins), Kuno Holzheimer (Leiter Bay. Musikakademie Hammelburg), Veronika Klose (Vorsitzende der ARGE Mundarttheater in Franken), Heinz Matschier (Trachtenverband Unterfranken ), Werner Bauer (Vorsitzender Gesamt-ARGE); Bertram Popp (Vorsitzender ARGE-Oberfranken), und Werner Aumüller (Volksmusikredakteur beim Bayerischen Rundfunk).

    Zeitzeugen im Gespräch

    Als "Gründungs-Zeitzeugen" kamen Anton Böhm , Günter Huschka, Martha Moritz, Gerd Spitzner und der ehem. Bezirksheimatpfleger Reinhard Worschech zu Wort. Während Böhm, Huschka und Moritz die Gründung der ARGE im Jahr 1979 als richtig und wichtig ansahen (Böhm: "Die Zeit war reif") und ihr Schubkraft für die unterfränkische Volksmusik bescheinigten, etwa indem die einzelnen Gruppen so ihr Repertoire erweitern und mit anderen spielen konnten, gab Worschech zu, dass er, als gebürtiger Egerländer, sich als Bezirksheimatpfleger mit der ARGE-Gründung immer etwas schwer getan habe. Zudem bedauere er, dass er in dieser Funktion viele von der ARGE herausgegebene Liederhefte an Schulen verteilt habe, doch diese inzwischen vor allem in den Bibliotheken und Archiven verschwunden seien. Anders Spitzner, der hinzufügte, dass der Landesverein für Heimatpflege auch wegen möglicher finanzieller Unterstützung auf die Gründung der ARGE gedrängt habe; zudem habe die ARGE unter anderem die inzwischen schon traditionell gewordenen Fränkischen Mariensingen initiiert und gefördert, wobei er in diesem Zusammenhang die Arbeit des Sängerkranz Reichenbach und der Reichenbacher Sänger und Musikanten als wegweisend bezeichnete.

    "Wünsche an das Geburtstagskind" lautete eine weitere Runde. Volksmusik müsste gepflegt und vor der Volkstümlichkeit geschützt werden, erklärte Bezirkstagsvizepräsidentin Eva Maria Linsenbreder. Bürgermeister Blank freute sich, dass der festliche Abend in Münnerstadt stattfinde, nicht nur weil die ARGE hier gegründet worden ist, sondern auch weil die städtische Musikschule stark die Musik fördere. Werner Bauer, Gesamt-ARGE, sieht die ARGE Unterfranken als gleichberechtigten Partner, und hält die einzelnen Arbeitsgemeinschaften für wichtig, um etwa gezielt auf die Politiker zuzugehen. Landrat Thomas Bold sieht in der Volksmusik ein Stück Lebensqualität, die Lebensfreude vermittle, weshalb der Landkreis mit der Musikakademie und dem WIM-Projekt die Musik und den Gesang auch an den Schulen fördere.

    "Spiegel der Gesellschaft"

    Dann kamen die "Partner des Geburtstagskindes" zu Wort. So betonte Johann Böhm vom Landesverein für Heimatpflege, dass die Volksmusik mehr als folkloristisch sei und eine große Rolle spiele, sei sie doch ein Spiegel der Gesellschaft. So baue sich die Kultur der Fränkischen Volksmusik aus verschiedenen Regionen auf, die zwar auf den ersten Blick alle Franken, aber dann doch jede ein wenig anders sei.

    Bezirksheimatpfleger Dr. Klaus Reder erklärter, er sei froh, dass das "Kind" ARGE erwachsen geworden sei, sodass sich der Bezirk auch um andere "Kinder", wie etwa die Popularmusik oder die Inklusion kümmern könne. Es freue ihn, dass von den vielen Samen, die die ARGE ausstreue, sehr viel aufgehe.

    Dr. Heidi Christ, als Leiterin der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik , sieht ihre Zusammenarbeit mit der ARGE vor allem in der Hilfe bei Notenanfragen von Gruppen und der Bewahrung alter Noten durch Archivierung. Werner Aumüller, Volksmusikredakteur im Studio Franken in Nürnberg, wünschte sich für die Zukunft, dass sich wieder mehr interessierte und gute Musiker fänden, die Volksmusik machen.

    "Die Volksmusik lebt - Blick nach Vorne", das wurde bei einer weiteren Runde deutlich. Hedi Eckert von der Gruppe "Sameds" erzählte, dass sie zu fast allen Lebensanlässen (Mariensingen, Beerdigung etc.) angefragt würden. Christine Bender , erzählte von ihrer Tätigkeit als Leiterin einer Kindervolkstanzgruppe und Gerhard Hart organisiert die Volksmusikfeste der ARGE, die gut angenommen werden. Robert Gießübel , ehem. ARGE-Vorsitzender, sieht die Stellung der Volksmusik durchaus positiv, denn "es wird lebendig auf den Dörfern", sei es durch Wirtshaussingen oder durch Auftritte der Planpaare. Auf diese Weise würden auch junge Leute wieder verstärkt mit Volksmusik konfrontiert.

    Reinhard Hüßner und Inka Pfister stellten die Festschrift vor und ehrten für 40-jährige und einmal für 25-jährige Mitgliedschaft Einzelpersonen und Vereine, sie erhielten eine Ehrenurkunde, eine goldene Anstecknadel und einen Bocksbeutel; Josef Eusemann verlas die für 10 Jahre+ zu Ehrenden.

    Der Abend wurde musikalisch umrahmt von den Schrolla Musikanten (Werneck), der Hoibüche Muisig (Gefäll), den Streutaler Musikanten (Heufurt), von Franz Josef Schramm, der das Publikum zum Mitsingen einlud und der Tanzgruppe des Sängerkranz Reichenbach e. V.; letzterer hatte sich auch um die Bewirtung gekümmert.

    Ehrungen

    40 Jahre (Gründungsmitglieder)

    Einzelpersonen: Hugo Bach (Münnerstadt-Reichenbach), Bertram Becker (Münnerstadt-Burghausen), Günther Huschka (Goßmannsdorf), Martha Moritz (Burkardroth-Gefäll), Friedel Schermer (Marktbreit), Hans Seith und Herbert Seith (Münnerstadt-Reichenbach), Simon Söder (Waldberg-Sandberg), Gerd Spitzner (Gochsheim) und Dr. Reinhard Worschech (Mainsondheim)

    Vereine/Gruppierungen: Familie Bocklet (Bad Bocklet), Musikverein Goßmannsdorf (Goßmannsdorf), Handthaler Volkssänger (Oberschwarzach), Hambacher Volkssänger (Dittelbrunn-Hambach), Kahlgründer Sänger (Schöllkrippen), Sängerkranz Reichenbach e. V. (Münnerstadt-Reichenbach), Streutaler Musikanten (Heufurt/Rhön)

    40 Jahre: Dr. Armin Griebel (Ochsenfurt), Hella Hanke (Karlstadt), Bernd Kuhn (Neuendorf), Hans Rasp (Rottenberg), Kurt Riedel (Schonungen), Siegfried Sauber (Aura/Saale), Ernst Schmied (Hofheim)

    25 Jahre: Krähenschnäbel (Erlenbach bei Marktheidenfeld)

    10 Jahre+: Landratsamt Aschaffenburg; Werner Aumüller (Obereuerheim), Martin Balling (Hendungen), Frank Bauer (Stadtlauringen), Edmund Berlinger (Richelbach), Ernst Böhm (Madenhausen), Isabel Brahms (Iphofen), Freunde Fränkischen Brauchtums (Urspringen), Angela Bromma (Heustreu), Renate Bruhm (Obernburg), Helmut Büschel (Sennfeld), Markt Burkardroth, Martin Dechert (Höchheim-Rothausen), Klaus Duelk (Wipfeld), Burkard Eckert; Stadt Ebern; Klaus Fertig (Marktheidenfeld), Burkard Fleischmann (Bad Neustadt), Eugen Gäb (Euerbach), Stefan Gernert (Biebelried), Klaus Geyer (Sennfeld), Rosemarie Gonschior (Kitzingen), Musikverein Grafenrheinfeld ; Monika Gress (Urspriingen), Werner Grob (Hofstetten), Werner Grünert (Haßfurt), Rita Heeg (Mömbris-Strötzbach), Gerhard Herold (Gefäll), André Herteux (Egloffstein), Wolfgang Hochrein (Aidhausen), Berhard Höfling (Eußenheim), Paul Höfling (Gemünden a. M.), Ilse Jurisch (Schwebheim), Erwin Kitz (Retzbach), Peter Kluge (Dittelbrunn), Walter Kraft (Grünsfeld), Norbert Kraus (Grettstadt), Theo Küfner (Schweinfurt), Christine Löffler (Coburg), Siegfried Menz (Volkach-Astheim), Gerhard Nesser (Lindach), Helga Nöth (Hesselbach), Barbara Pape (Volkach-Eichfeld), Harald Pellmaier (Burgwindheim) Matthias Pfister (Gochsheim), Stefan Pfister (Schnackenwerth), Uwe Rädlein (Burgpreppach), Bezirksheimatpfleger Dr. Klaus Reder (Würzburg), Heribert Reusch (Schonungen), Dr. Matthias Richl (Mühldorf a. Inn), Klaus Rottmann (Vasbühl), Rudolf Sack (Wertheim), Wilhelm Sauer (Schweinfurt), Werner Schäfer (Gefäll), Alfons Schlereth (Gössenheim), Bernhard Schmitt (Retzstadt), Burkard Schmitt (Kürnach), Doris Schömig (Werneck), Georg Schwindel (Gochsheim), Dr. Birgit Speckle (Würzburg), Steffen Sperber (Hesselbach), Alfons Stenger (Lohr-Halsbach), Albrecht Straub (Wollbach), Hermann Wagner (Altfeld), Erich Walter (Kolitzheim), Fridolin Weth (Grafenrheinfeld), Gerhard Zehnder (Kleinlangheim), Veronika Zimmermann (Rimpar), Karl-Heinz Zöller (Klingenberg)

    Matthias Nöth

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