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    Bad Kissingen

    Drei Jahrzehnte Hilfe für unheilbar Kranke

    Fünf ehrenamtlichen Helfern der Kissinger MS-Gruppe dankte Dr. Monika Himmighoven (links), Bundesvorsitzende der DMSG, mit Blumen. Dies waren: Christel Tonndorf, Karin Knaus, Gründungsmitglied Gerda Peters, Michael Becher und Gisela Schulz. Fotos: Peter Rauch
    Fünf ehrenamtlichen Helfern der Kissinger MS-Gruppe dankte Dr. Monika Himmighoven (links), Bundesvorsitzende der DMSG, mit Blumen. Dies waren: Christel Tonndorf, Karin Knaus, Gründungsmitglied Gerda Peters, Michael Becher und Gisela Schulz. Fotos: Peter Rauch
    Dennoch hat sich schon vor 30 Jahren in Bad Kissingen eine Gruppe Freiwilliger zusammengefunden, die MS-Erkrankten mit Rat und Tat zur Seite stehen, denn "Betroffene, die die Diagnose bekommen haben, werden häufig mit einer Situation konfrontiert, die sie verunsichert und auch oftmals überfordert", sagt Karin Knaus, die mit weiteren vier Helferinnen/Helfern die "MS-Gruppe Bad Kissingen" leitet.
    Keiner der fünf ist selbst von der Krankheit betroffen, dennoch engagieren sie sich alle, zum Teil seit Jahrzehnten für die Erkrankten mit ihren teils sehr unterschiedlichen Verlaufsformen. So ist zum Beispiel Gerda Peters von Anfang an mit dabei. "Mit fünf Erkrankten haben wir 1984 begonnen, heute sind 22 in der Gruppe", weiß sie zu berichten. Und weil Multiple Sklerose als lebensbegleitende Krankheit die Betroffenen verändert, gilt es häufig Partnerschaften neu zu definieren, sich mit einer ungewissen Zukunft auseinander zusetzen, Freundschaften vertiefen oder auch zerbrechen zu sehen.

    Zuhören und helfen

    So sind Gespräche über die eigene Krankheit in der Gruppe meist das erste, wobei die Ehrenamtlichen nicht nur Zuhörer, sondern oftmals auch Helfer sind. Helfer bei Beratung, Gehirnjogging und Bewegungstraining, aber auch als Organisator von Ausflügen, Referaten und Vorträgen. Die Kissinger MS-Gruppe trifft sich jeden zweiten Mittwoch von 14 bis 16 Uhr im katholischen Pfarrzentrum in der Bad Kissinger Hartmannstraße 2. Ansprechpartner sind Karin Knaus und Christel Tonndorf unter Email: karinknaus@online.de oder g.tonndorf@gmx.de

    Gehör verschaffen

    Einen kurzen Rückblick auf die 30-jährige Geschichte der MS-Gruppe Bad Kissingen gab Dr. Monika Himmighoffen. Die Vorsitzende der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) war aus München angereist. Sie stellte fest, dass "Menschen mit chronischer Erkrankung mehr als nur die Grundversorgung benötigten". Durch die einzelnen Gruppen vor Ort entstanden zum einen tolle Aktivitäten, zum anderen könne man sich auch ein anderes Gehör verschaffen, was wiederum auch der Verband nutzen könne.
    Stellvertretender Landrat Emil Müller warf die Frage auf, die die meisten Betroffenen beschäftigt: "Wie geht es mit mir weiter wenn mich eine Krankheit befällt, die mich ein Leben lang begleiten wird?" So stellte er fest, dass solche Kontaktgruppe, wie sie hier in Bad Kissingen nun seit 30 Jahren besteht "eine segensreiche Einrichtung jenseits der Medizin sind, geben sie doch in dieser Situation Hilfestellung".

    Austausch mit Gleichgesinnten

    Auch Oberbürgermeister Kay Blankenburg, der dem Festakt zum 30-jährigen Bestehen beiwohnte, schlug in diese Kerbe. So hätten von chronischer Krankheit Betroffene drei Attitüden: Sie könnten ihr Leben als "Einzelkämpfer" weiterführen, zum Arzt gehen, oder in einer Selbsthilfegruppe mitmachen, denn irgendwann komme man zu der Erkenntnis "du wirst froh sein, wenn du unter Gleichgesinnten bist". Denn nur hier sei ein Austausch mit jemandem möglich, der dich wirklich versteht, weil auch er tagtäglich diese Krankheit erleidet.

    Peter Rauch

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