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    Sulzthal

    Eichen: Baum mit Zukunft für den Gemeindewald

    Die Gemeinderäte begutachten die Eichen, die Schwammspinnerbefall hatten. Sulzthal hatte beschlossen kein Gift zu versprühen.Hilmar Ruppert
    Die Gemeinderäte begutachten die Eichen, die Schwammspinnerbefall hatten. Sulzthal hatte beschlossen kein Gift zu versprühen.Hilmar Ruppert

    Revierförster Sebastian Blumrich und auch Fabian Menzel von der Forstbetriebsgemeinschaft halten die Eiche für klimatolerant und empfehlen sie auch für den Sulzthaler Gemeindewald als Baum mit Zukunft. Die Population des Schwammspinners hätte auch ohne Einsatz der Giftkeule nicht Überhand genommen - was wohl dem Wetter geschuldet sei. Blumrich stellte den Teilnehmern der diesjährigen Waldbegehung gleich zwei Vorzeigeprojekte vor.

    Zwei Vorzeigeprojekte

    Zum einen handelt es sich um ein Feuchtbiotop, das mit Lehm abgedichtet und dessen Zulauf verbessert wird. Außerdem werde die Uferböschung abgeschrägt, um die Flachwasserzone zu erweitern. Projekt 2 stellt eine ökologisch sinnvolle Waldrandgestaltung dar. Hier werden beim Übergang vom Feld zum Wald verschiedene Strauchschichten mit unterschiedlichen Blühzeiten gepflanzt.

    "Bei der Eichenverjüngung gilt es die Faktoren Wild und Licht zu beachten", argumentierte Blumrich. So sei es Aufgabe der Revierpächter die Wildpopulation unter Kontrolle zu halten und Aufgabe des Försters, mittels Pflegemaßnahmen für Platz und genügend Licht zu sorgen.

    Die Sulzthaler Bürger hätten die Befürchtung, dass jährlich zu viel Holz entnommen würde, so Bruno Herterich. Er gab die Empfehlung den Hiebsatz einfach mal zu halbieren. Dies sei zwar denkbar, aber auf keinen Fall sinnvoll, entgegnete Blumrich. Der Zuwachs sei immer höher als die Entnahme und die Nachhaltigkeit sei zu jeder Zeit gegeben. Zum Ende der Waldbegehung zeigte Bürgermeister August Weingart noch ein Feld - angesät mit der Veitshöchheimer Wildblumenmischung.

    Einhellige Zustimmung

    In der sich anschließenden Gemeinderatssitzung stimmten die Räte sowohl dem Waldwirtschaftsplan als auch dem Finanzplan mit 9:0 Stimmen zu. 2018/19 wurden 3165 Festmeter (Fm) eingeschlagen. Davon entfielen auf Seifenthal und Schlangenberg 1100 Fm, auf Vorderes Bühnholz 600 Fm und auf die Rodung für die drei Windräder 1155 Fm. Erwartet werde ein Gewinn von ca 27 000 Euro.

    Einschlag ab Ende August

    Im laufenden Wirtschaftsjahr 2019/20 plane man 2850 Fm einzuschlagen. Waldlagen seien Vorderes und Hinteres Bühnholz, Büchelberg, Lücke, Seifenthal, Datesberg und Steinpfad. Es sei vorgesehen vermehrt Laubholz einzuschlagen und bereits Ende August mit dem Einschlagen zu beginnen. Außerdem wolle man an der Ersatzflächengestaltung im Zuge des Windparks arbeiten. Auch für dieses Waldwirtschaftsjahr erwarte man einen Gewinn von rund 21 000 Euro, der aber vor allem dem Windpark geschuldet sei. "Gewöhnen sie sich nach den zwei guten Jahren bitte nicht zu sehr an die Gewinne. Es kommen auch wieder Wirtschaftsjahre mit der bekannten Schwarzen Null für den Wald", so Menzel abschließend.

    Hilmar Ruppert

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