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    Bad Kissingen

    Ein Hotel für die Vielfalt

    Franz Heilmann und Elias Schäfer legen letzte Hand an die Infotafel bei einem der beiden Insektenhotels an. Foto: Johannes Schlereth
    Franz Heilmann und Elias Schäfer legen letzte Hand an die Infotafel bei einem der beiden Insektenhotels an. Foto: Johannes Schlereth

    Wald aufforsten, Rückegassen planen und Bäume fällen - all das sind bald Aufgaben von Elias Schäfer und Franz Heilmann. Die beiden absolvieren derzeit ihre Ausbildung zum Forstwirt bei den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) im Forstbetrieb Bad Brückenau. Die Lehre umfasst allerdings nicht nur den Waldbau , sondern auch den Naturschutz. Als Projekt im ersten Lehrjahr haben Schäfer und Heilmann gemeinsam mit anderen Azubis der BaySF Insektenhotels bei einer Blühwiese zwischen Bad Kissingen und Wittershausen aufgestellt.

    Viele Beteiligte beim Insektenhotel

    Insgesamt haben sechs Auszubildende daran gearbeitet", sagt Egon Fuß, Forstwirtschaftsmeister, der sich im Forstbetrieb Bad Brückenau um die Ausbildung kümmert. Beim Pressetermin konnten jedoch nicht alle Beteiligten vor Ort sein. Mancher Azubi hatte Berufsschule, andere bereiteten sich auf eine Prüfung vor. Beteiligt beim Bau der Insektenhotels war auch Judith Clever, die Forstwirtschaft in Erfurt studiert und derzeit ein Praktikum bei den BaySF absolviert.

    "Bis die beiden Insektenhotels standen, hat es einige Zeit gedauert", sagt Fuß. Wie lange die Azubis an dem Projekt gearbeitet haben, kann er nur schätzen: "Das waren bestimmt 100 Stunden." Mit dem Bauen allein war es nicht getan. Fast das ganze Projekt lag in den Händen der Auszubildenden. Darunter fiel zum Beispiel die Planung und auch das Organisieren des Materials. Fuß ist zufrieden mit der Leistung: "Sie haben das selbstständig bewältigt."

    Mit solchen Projekten sollen die Azubis an ihre zukünftige Tätigkeit herangeführt werden. "Forstwirte sind nicht mehr nur einfache Holzhauer. Das Aufgabenspektrum ist in den vergangenen Jahren zunehmend breiter geworden", sagt Johanna Fikar, die Revierleiterin. Das greifen die BaySF in der Ausbildung mit derartigen Projekten mit auf. Im vergangen Jahr legten Azubis bereits einen Blühstreifen im selben Areal neben einem Waldweg an. "Der ist etwa einen halben Hektar groß", sagt Fikar. Mittlerweile ist die Sommerblüte zwar dahin, doch gemäht wird der Streifen nicht. "Die Stängel bilden ebenfalls einen wertvollen Lebensraum", teilt Fikar mit. Die neuen Insektenhotels bieten weiteren Tieren Unterschlupf. Beide Projekten laufen unter dem Motto "der Wald blüht auf".

    Abwechslungsreicher Beruf im Grünen

    Mit dem abgeschlossenen Projekt ist nicht nur Fuß, sondern auch Schäfer und Heilmann zufrieden. Die Ausbildung sei abwechslungsreich. "Bei uns greift die Theorie in die Praxis", sagt Fuß. "Was die Auszubildenden in der Berufsschule lernen, wird im Gelände praktisch umgesetzt." Darunter fällt etwa das Bedienen einer Kettensäge. Schlechtes Wetter gibt es dabei für die zukünftigen Forstwirte nicht. Fuß erklärt: "Wir sind bei fast jedem Wetter draußen unterwegs. Es ist ein Job, bei dem man sich viel bewegen muss."

    Das Azubi-Projekt für das kommende Jahr steht bereits fest. "Wir wollen weitere Teiche im Wald für den Schwarzstorch anlegen", sagt Fikar. Bei dem Vogel handelt es sich um eine im Wald heimische Art. "Deshalb braucht er auch ein dementsprechendes Nahrungsangebot." Dieses sollen die Teiche bereitstellen. Allerdings bedürfen Gewässer im Wald besonderer Pflege. "Sie müssen gepflegt werden, sonst verlanden sie etwa durch verrottendes Laub."

    Das Forstrevier Bad Kissingen gehört zum Forstbetrieb Bad Brückenau der BaySf. Es erstreckt sich von den Wichtelhöhlen bei Euerdorf bis nach Frauenroth. Damit hat es eine Größe von etwa 2000 Hektar.

    Johannes Schlereth

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