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    Münnerstadt

    Ein Jahr voller Feierlichkeiten

    Münnerstadt feiert 1250-jähriges Bestehen mit einer Fülle von Veranstaltungen. Zu den alljährlichen Festen und Märkten kommen noch einige Termine dazu.
    Die Vogelperspektive zeigt die historische Bausubstanz Münnerstadts. Die Stadt feiert in diesem Jahr 1250-jähriges Bestehen mit einem großen Programm mit Konzerten, Märkten, Aufführungen und Festen.  Foto: Linda Hummel
    Die Vogelperspektive zeigt die historische Bausubstanz Münnerstadts. Die Stadt feiert in diesem Jahr 1250-jähriges Bestehen mit einem großen Programm mit Konzerten, Märkten, Aufführungen und Festen. Foto: Linda Hummel

    Vor 1250 Jahren wurde Münnerstadt erstmals urkundlich erwähnt. Dieses Datum feiern die Münnerstädter mit Festen und Veranstaltungen für alle Generationen. Das Programm spiegelt die spannende Vergangenheit der mittelalterlich geprägten Stadt vor den Toren des Naturparks und Biosphärenreservats Rhön anschaulich wider. Das Motto lautet: " Münnerstadt : 1250 Jahre Stadt. Land. Leben."

    Adelige, Klosteräbte und Kirchenvorstände prägten die Geschichte Münnerstadts ebenso wie Kaiser, Akademiker und Künstler. Die mittelalterliche Altstadt mit Fachwerkfassaden, Kirchen, Bürgerhäusern und den Toren bildet die Kulisse für das Festprogramm. Den offiziellen Auftakt für das Jubiläumsjahr übernimmt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gleich zu Jahresbeginn (23. Januar, 19 Uhr alte Aula).

    Kleinkunsttheater und Konzerte

    Neben den jährlich stattfindenden Veranstaltungen wie den Märkten vonc Ostern bis Weihnachten, dem Heimatspiel "Die Schutzfrau von Münnerstadt " gibt es heuer noch einiges dazu: ein Poetry Slam, ein Stummfilm-Festival mit Livemusik, das musikalische Weinschloss mit Chöretreffen sowie ein Laufwettbewerb mit Gesundheitsausstellung. Herausragender Punkt im Programm ist das Jubiläums-Festwochenende vom 9. bis 13 Juli. Erstmals ist das Kleinkunsttheater mit Jessy James LaFleur zu sehen. Dazwischen füllen Stadtführungen, Jubiläumskonzerte und Sonderausstellungen im Henneberg-Museum den prall gefüllten Veranstaltungskalender. (Siehe Infokasten)

    Vor 1250 Jahren, am 28. Dezember 770, schenkt das adelige Paar Egi und Sigihilt dem Kloster Fulda Landbesitz in "Munirihestat". Dies ist die älteste urkundliche Erwähnung von Münnerstadt ; die Wurzeln reichen jedoch bis in die Steinzeit, was alte Funde belegen. Im 12. Jahrhundert errichteten die Grafen von Henneberg eine Burg (an der Stelle der heutigen Zehntscheune). Um die Burg entstand im 13. Jahrhundert eine Siedlung, die die Grundlage für die Stadt Münnerstadt bildete. Es entstanden die Stadtmauer mit den Toren und die Stadtpfarrkirche. Prägend für das Stadtbild war auch der Deutsche Orden, der sein Ordenshaus mit Wirtschaftsgebäuden errichtete, das heutige Deutschordensschloss. Dort sind das Henneberg-Museum und die Touristen-Information beheimatet. Der Orden übernahm die Seelsorge , die medizinische Versorgung mit einem Spital, die Bildung mit einer Lateinschule und gab den Mittellosen im Armenhaus ein Obdach. Bereits 1279 errichteten die Augustiner als zweite Ordensgemeinschaft ihr Kloster in Münnerstadt , das bis heute besteht und ebenfalls prägend für die Stadt war.

    Im Jahr 1335 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer dem Ort die Stadtrechte. Das Handwerk blühte und es hieß weithin "Mürscht hat's Geld". Vom Reichtum dieser Zeit zeugen Gebäude und Kunstwerke wie das Rathaus oder die Stadtpfarrkirche.

    Die erfolglose Auflehnung der Münnerstädter gegen Adel und Kirche im 16. Jahrhundert brachte schmerzliche Einschnitte. In der Zeit der Gegenreformation unter dem Würzburger Bischoff Julius Echter verließen viele wohlhabende protestantische Familien die Stadt. Allerdings gab es in dieser Zeit durchaus auch intensive Bautätigkeit. Bis heute trägt das Juliusspital den Namen des berühmten Bischofs von Würzburg.

    Kriege sorgen für Verluste

    Im 17. Jahrhundert litt Münnerstadt unter dem 30-jährigen Krieg. Von der Belagerung im Jahr 1641 erzählt das Heimatspiel "Die Schutzfrau von Münnerstadt ". Wichtig bis heute ist die Gründung (1660) des ersten Gymnasiums in der Region durch Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn. Der starke Bildungsschwerpunkt macht Münnerstadt zu einem weltoffenen Ort. Im 19. Jahrhundert wurde Münnerstadt bayerisch. Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz folgte der Einstieg in die Moderne. Im 2. Weltkrieg erlitt die historische Bausubstanz schwere Schäden. Viele Flüchtlinge strömten in die Stadt, was die Bevölkerungszahl stark wachsen ließ. Durch die Teilung Deutschlands allerdings geriet Münnerstadt in eine Randlage im Zonengrenzgebiet. Erst seit Grenzöffnung liegt wieder im Herzen Deutschlands.

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