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    Haard

    Ein kleines bisschen Schottland in Haard

    Hauruck! Bei den "Höörder Highland Games" müssen die Teams an einem Strang ziehen, um gegen die Kontrahenten anzukommen. Bastian Reusch
    Hauruck! Bei den "Höörder Highland Games" müssen die Teams an einem Strang ziehen, um gegen die Kontrahenten anzukommen. Bastian Reusch

    Blau und Weiß waren die prägenden Farben am Sportgelände der Spielvereinigung Haard am Samstag. Die ansonsten nämlich Grün-Weiß gekleidete SpVgg veranstaltete zum zweiten Mal ihre schottischen "Höörder Highland Games". Insgesamt 16 sogenannte Clans maßen sich in den verschiedenen Disziplinen, in denen es auf Kraft, Technik und Koordination ankommt.

    Das Spektakel begann mit dem Einmarsch. Angeführt von der "Targe of Gordon Drum & Pipe Band" aus Fulda zogen die Clans auf den Sportplatz ein und nahmen Aufstellung. Vereinsvorstand Christian Beck begrüßte alle Teilnehmer und freute sich besonders, dass gleich vier Mannschaften aus der französischen Partnergemeinde Saint Marcel angereist waren. Da machte es auch nichts, dass die Schirmherrin der Veranstaltung Dorothee Bär (MdB) verhindert war. Hernach übernahm der Vorsitzende des Deutschen Highland Games Verbandes Jürgen Stickelbrock die Moderation.

    Wettkampf mit Geschichte

    Mit viel Fachwissen brachte er den Zuschauern die einzelnen Disziplinen sowie die ursprüngliche Bedeutung der Highland Games näher: Die haben eine fast 1000-jährige Tradition und wurden ursprünglich zum Ermitteln der stärksten Krieger und dem friedlichen Kräftemessen unter den einzelnen schottischen Großfamilien (Clans) abgehalten. Stickelbrock lobte das Herzblut und die Liebe, die in den Haarder Wettkampf stecken. Ebenso versicherte er, dass die "Höörder Highlandgames" sich schon einen Namen in der Szene gemacht hätten.

    Mehr Lokalhelden gefragt

    Vor der ersten Veranstaltung war man ein wenig skeptisch, gibt Christian Beck zu: "Eigentlich hatten wir ein Sommerfest mit Fußballprogramm geplant. Aber es wurde dann immer konkreter und dann haben wir gesagt, wir schauen mal, ob Leute mitmachen." Sieben Mannschaften sollten mindestens zusammenkommen. Am Ende waren es elf. Viele Clans kamen aus der näheren Umgebung. Aufgrund dieses Erfolges entschloss sich der Verein, heuer einen zweiten Anlauf zu nehmen. Doch fehlte trotz der gesteigerten Teilnehmerzahl in diesem Jahr laut Beck ein wenig der Lokalkolorit: "Die Clans aus der Region bringen halt auch einfach mehr Leute mit. Wir sind zwar nicht unzufrieden, aber ein wenig mehr Zuschauer wären schön gewesen."

    Die Sportler gaben indessen in den verschiedenen Disziplinen alles. Ob im Team beim Stammziehen, Baumstammslalom, oder im Einzelwettkampf wie beispielsweise dem "Stone of Manhood", dem Strohsackhochwurf, Steinstoßen oder dem "Timberwalk". Insbesondere das Tauziehen als Finale riss die Zuschauer mit. Je näher das Finale rückte, desto spannender und ausgeglichener wurde es. Zudem zeigte sich, wie beispielsweise mit Fußballschuhen auch modernes Sportgerät in einen schottischen Traditionswettkampf eingebunden werden kann.

    Frauen, Männer und gemixt

    Bunt gemischt waren die Clans, von Anfängern bis Fortgeschrittenen. Es gab reine Frauen-, und reine Männermannschaften genauso wie gemischte Teams. Klangvolle Namen wie "Crazy Leprechauns", "Chaotic Beer Cult" oder "Highscool Musketeer" fanden sich darunter. Mit "Gallis Magnus" war sogar ein römisches Team vertreten und die Legionäre schlugen sich gar nicht mal schlecht.

    Letztlich kann es aber nur einen Sieger der "Höörder Highland Games" geben. Bei den Herren gewannen die "Mac Capitanos", bei den Frauen die "Highschool Musketeers". Für einen stimmungsvollen Ausklang sorgte im Anschluss an die Siegerehrung der Musikverein Haard , bevor die Spiele mit einer Pyrotechnik Light Show mit einem Knalleffekt zu Ende gingen.

    Bastian Reusch

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