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    Geroda

    Ein lebensrettendes Bellen

    Timmy übt auf Geröder Terrain das Auffinden und Anzeigen eines vermissten Menschen. Er ist ein sogenannter Verbeller. Fo...

    Konzentriert flitzt Timmy zwischen den Bäumen und Büschen umher. Die Fußgänger am Waldrand in der Nähe des Würzburger Hauses ignoriert er, denn er hat ein bestimmtes Ziel. Timmy ist ausgebildeter Rettungshund bei der Rettungshundestaffel Bad Kissingen. Der Mischling übt heute auf Geröder Terrain das Auffinden und Anzeigen eines vermissten Menschen. Wenn er die Person, die sich in einer misslichen Lage befindet, ausfindig gemacht hat, stellt er sich vor sie und bellt solange, bis seine Führerin Alexandra dazukommt und ihn belohnt. "Timmy ist ein sogenannter Verbeller, das ist eine Form der Anzeige für Rettungshunde", erklärt Hundeführer Wolfgang Hofmann, der für diese Übung das Opfer mimt, "die passende Anzeigeart muss man für jeden Hund individuell herausfinden".

    Neben dem Verbeller gibt es noch den Rückverweiser, der nach dem Auffinden des Gesuchten zu seinem Hundeführer zurückkehrt und ihm anschließend den Weg zeigt. Die dritte Anzeigeart, das "Bringseln", funktioniert ähnlich, zusätzlich bestätigt der Hund dem Führer seine erfolgreiche Suche mithilfe eines um seinen Hals hängenden Bringsels, das er zwischen die Zähne nimmt. "Wichtig ist natürlich, dass der Hund eine positive Bestärkung erhält, wenn er sich korrekt verhält. Das kann je nach Vorliebe des Tiers Spiel oder Futter sein", erzählt Erich Mock.

    Der stellvertretende Staffelleiter ist bereits seit 1999 dabei und hat mit seinen Golden Retrievern Chip und Mika schon viel erlebt.


    Verirrte oder Wanderer

    Alarmiert wird die Hundestaffel über die integrierte Leitstelle des Roten Kreuzes in Schweinfurt. Zu 15 bis 20 Einsätzen müssen die Ehrenamtlichen im Jahr ausrücken, fast immer nachts. "Es handelt sich meistens um ältere oder alkoholisierte Verirrte oder um Wanderer, die weit vom Weg abgekommen sind", berichtet Ausbilderin Ute Dittmayer. Zwei Mal wöchentlich wird an möglichst unterschiedlichen Orten trainiert, damit die Hunde sich nicht auf ein einziges Gebiet einstellen. Deshalb ist die Staffel stets auf der Suche nach Trainingsgebieten, das können Waldstücke, Firmengelände, aber auch Hallen und Häuser sein.

    13 einsatzfähige Teams aus Hund und Hundeführer sind bei der Staffel im Einsatz, zwei weitere sollen in Kürze ihre Prüfung ablegen. Die meisten sind Flächensuchhunde für die Vermisstensuche. "Trümmer- und Lawinenhunde sind die Ausnahme, schließlich gibt es hier kaum Erdbeben und Lawinen", sagt Ute Dittmayer.

    Die Prüfungen müssen alle 18 Monate erneut abgelegt werden. Das betrifft nicht nur die Hunde, auch die Halter müssen eine theoretische Prüfung bestehen und benötigen Kenntnisse über Einsatztaktiken, Orientierung und erste Hilfe. "Man muss nicht nur wissen, was der Hund kann, sondern auch, wozu man sich selbst verpflichtet", warnt Wolfgang Hofmann. Ein gewisses Talent ist außerdem nötig, nicht nur bei Frauchen und Herrchen, sondern auch beim Tier. Denn, so schmunzelt Erich: "Einen schnellen Esel kann man aus jedem machen, ein Rennpferd nicht."
    Markus Behringer
    Redaktion

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