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    Oerlenbach

    Ein Ort der Besinnung

    Domvikar Paul Weismantel hielt die Festpredigt und segnete den Gedenkstein. Foto: Peter Klopf
    Domvikar Paul Weismantel hielt die Festpredigt und segnete den Gedenkstein. Foto: Peter Klopf
    Seit 150 Jahren machen sich im September Wallfahrer aus Oerlenbach zu Fuß auf den langen Weg zur Wallfahrtskirche "Maria im grünen Tal" in Retzbach. Pilger aus den umliegenden Gemeinden und der Region Oberes Werntal schließen sich ihnen entlang des Weges an. Am Sonntag war für die Retzbach-Wallfahrer ein großer Tag. Für sie galt es, zwei Jubiläen gleichzeitig zu feiern. Zum Einen "150 Jahre Retzbach-Wallfahrt" und zum Anderen "25 Jahre Andachtsstätte an der Straße nach Ebenhausen". Gleichzeitig wurde dort ein Gedenkstein für alle lebenden und verstorbenen Wallfahrer durch Domvikar Paul Weismantel gesegnet und der Abschluss der Bauarbeiten an der Andachtsstätte gefeiert.
    Der Domvikar betonte bei seiner Festpredigt: "Musik, Singen, Beten, Schweigen, Rasten und Ausruhen gehören zum Pilgern. Wallfahrt ist kein Sonntagsspaziergang. Es ist eine Strapaze, die die Wallfahrer auf sich genommen haben." Menschen suchten Orte, an denen sie ihr Herz ausschütten und Hilfe erbitten konnten. Der Stein erinnere an Menschen, die an den Wallfahrten teilgenommen und früher hier schon einmal vorbei gekommen seien. "Möge Gott allen, die heute hier vorbei kommen, seinen Segen erteilen."
    Wallfahrtsleiter Otmar Lutz sagte: "Die Wallfahrt lebt von den aktiven Pilgern und diese nehmen die verstorbenen Wallfahrer zum Vorbild und setzen deren Tradition und Erbe fort." Der jetzt hinzugefügte Gedenkstein am Ortsrand von Oerlenbach sei eine sinnvolle Ergänzung von Kreuz und Kapelle. So sei es seit Jahren selbstverständlich, dass zu Beginn der Wallfahrt hier nachts die Melodie "May Way" erklinge, wenn sich die Pilger auf den Weg machen, berichtet der Wallfahrtsleiter. Die Feierlichkeit begann mit einer Prozession von der Oerlenbacher St. Burkard-Kirche zur Andachtsstätte, wo die feierliche Marienandacht im Beisein von Monsignore Gerold Postler, Pfarrer Johannes Messerer (Poppenhausen), Pastoralreferentin Christine Seufert, Bürgermeister Franz Kuhn, Altbürgermeister Siegfried Erhard, Bürgermeister Ludwig Bernhard Nätscher aus Poppenhausen sowie Bezirksrätin Karin Renner stattfand. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Retzbach-Kapelle, unter der musikalischen Leitung von Tobias Lutz, welche sich aus 20 Musikern aus 18 Gemeinden des Werntales zusammensetzt sowie dem Gesangverein Oerlenbach - unter der musikalischen Leitung von Nikolaus Metz. Bürgermeister Kuhn sagte, dass die Andachtsstelle wichtig sei, weil sie für die Menschen in dieser hektischen Welt einen Ort der Ruhe und Besinnung biete. Bürgermeister Kuhn dankte allen Helfern, die daran beteiligt waren, die Andachtsstätte zu errichten. Bezirksrätin Karin Renner sagte bei Ihren Grußworten: "Wer auf Wallfahrt geht, zeigt, dass er in seinem Glauben unterwegs ist. Wallfahrt heißt innere Einkehr - Wallfahren ist Balsam für die Seele und hat nichts an ihre Bedeutung verloren. Pastoralreferentin Christine Seufert: "Es ist wichtig, gemeinsam für einander zu beten, so wie es die Wallfahrer tun, denn das Gemeinsame kommt heute viel zu kurz."

    Peter Klopf

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