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    Hammelburg

    Ein Wein von besonderer Güte

    Winzer und Verkoster aus der Region trafen sich zur Weinmesse in Hammelburg. Große Themen waren auch die neue Bocksbeutelflasche und die Qualität des Rebensaftes im Jubiläumsjahr der Stadt.
    Dem Bukett auf der Spur ... Fotos: Gerd Schaar       -  Dem Bukett auf der Spur ... Fotos: Gerd Schaar
    Dem Bukett auf der Spur ... Fotos: Gerd Schaar
    Zur mittlerweile traditionellen Einrichtung für den Jahresbeginn der heimischen Winzer ist die Weinmesse in der Wandelbar des Hotels Deutsches Haus geworden. Heuer zum vierten Mal trafen Winzer und Verkoster bei einem guten Tropfen im Kellergewölbe zusammen.
    Messeorganisatorin Theresa Schmid war zufrieden: "Ein Dutzend Betriebe stellen aus und vertreten unsere heimische Weinregion rund um das Saaletal nach bewährtem Konzept in Eintracht." Dass die Rebsorte Silvaner weiterhin der meistverkaufte Wein hier ist, konnten auch die Winzer bestätigen, die ihre Stände im Kellergewölbe errichtet hatten.


    Weniger Ertrag

    Die neue kantige Form der Bocksbeutelflasche wurde noch nicht öffentlich präsentiert. Die Meinungen der Winzer waren noch abwartend und zurückhaltend.
    "Mal schauen", will Winzer Marcel Hümmler (Elfershausen), wenn frühestens heuer im Sommer die neue Flaschenform zugänglich ist. Heiko Niedermeier vom Winzerkeller (Hammelburg) schließt sich an: "Es betrifft erst den nächsten Jahrgang". Winzer Andreas Neder (Ramsthal): "Entscheidend ist, was in der Flasche drin ist". Heuer nach einem heißen Sommer sei eine Weinlese von hoher Qualität gewesen, aber mit weniger Menge.
    Winzerin Ulrike Lange (Schloss Saaleck): "Heute habe ich die trocken ausgebauten Sorten Riesling und Bacchus am meisten ausgeschenkt." Die mineralisch an den Steilhängen gewachsen Reben hätten zwar wenig an Erntemengen, aber erfreulich hohe Qualität ergeben. "Wir freuen uns auf den 2015-er Jahrgang, der noch ein wenig Zeit zum Gären braucht", sagt sie. Bezüglich der neuen Flaschenform ist Lange noch zurückhaltend: "Der Kunde wird es demnächst entscheiden". Winzer Florian Müller (Hammelburg): "Ich bin positiv zur neuen Flaschenform eingestellt. Mit der modernen Zeit muss man bereit für Änderungen sein, sonst würden wir alle noch mit dem VW-Käfer fahren." Klimabedingte Änderungen seien in den nächsten Jahren bei den Rebsorten zu erwarten. Mit dem Weinjahrgang 2015 sei er zufrieden.


    Der Inhalt zählt

    Für Kathrin Baier-Buttler vom Weinwerk ist die Frage nach der neuen Flaschenform des Bocksbeutels irrelevant. "Wir haben keine Bocksbeutel sondern unser eigenes Flaschendesign", sagte sie. Und auch bei der Namensgebung unterscheiden sich ihre Weine von althergebrachten Bezeichnungen, wie zum Beispiel "777", "Feuerwerk", "Apropos" oder "Lola Montez". Winzer Oliver Six (Wirmsthal): "Meine Rebsorten sind alle recht trocken ausgebaut." Die Wirmsthaler Steilhänge seien mit der Mainschleife halt nicht vergleichbar.
    Winzer Peter Plewe (Hammelburg) schätzte sein gut informiertes und aufgeschlossenes Publikum: "Trotz aller Befürchtungen wegen Glatteis ist die Weinmesse heuer erfreulich gut besucht." Unter seinen sechs verschiedenen Rebsorten war klar der Silvaner der Favorit. Das galt ebenfalls für Winzer Klaus Schäfer aus Untererthal, der mit einem Grau-Burgunder im kommenden Jahr die Palette seiner Weinauswahl bereichern will. Holger Pfaff vom Weingut Baldauf (Ramsthal) bot ein Glas Saalestück an: "Der Silvaner ist die Nummer eins bei uns, erst dann kommt der Müller-Thurgau." Bezüglich der angekündigten neuen Bocksbeutelflasche ist auch er abwartend: "Es ist vielleicht für das jüngere Publikum interessant."


    Zeit für Gespräche

    Marlene Büttner, Weinprinzessin aus Wirmsthal: "Ich komme hier gern mit verschiedenen Winzern ins Fachgespräch und kann auch seltene Sorten mit eigenen Noten verkosten." Hammelburgs Weinprinzessin Antonia Müller: "Die Winzer aus dem Saaletal müssen sich nicht verstecken", weist sie auf die Vielzahl hochwertiger Auszeichnungen hin. Anerkennung habe der Wein aus dieser Region kürzlich auf der Messe "Grüne Woche" in Berlin erhalten. "Unser Wein wurde uns quasi aus der Hand gerissen", bestätigte Müller nicht ohne Stolz. So könne auch im Jubiläumsjahr "1300 Jahre Hammelburg" eine adäquate Weinqualität gereicht werden.
    Stefan Ruppert, Vorsitzender der Hammelburger Winzergemeinschaft: "Wir werden die neue Flaschenform ausprobieren. Ob sie sich durchsetzen wird, muss man abwarten." Vom Qualitätswein bis zur exzellenten Beerenauslese reicht die Palette seines Betriebs. "Qualität, die in Handarbeit produziert wird, hat ihren Preis", sagte er. Winzer Reiner Keller (Ramsthal): "Ich bin zufrieden mit der Weinernte 2015 - es hat vor allem qualitativ gepasst." Er freue sich schon auf die Einweihung des Aussichtspunkts "terroir f" im kommenden Mai.


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    Gerd Schaar

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