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    Bad Kissingen

    Eine lange Liebe: 60 Jahre zusammen glücklich

    Hansjürgen (87) und Antje Tiede (86) feiern am Montag, 20. April, ihre Diamantene Hochzeit. 60 Jahre sind sie verheiratet. Wie sie die lange Zeit gemeinsam verbracht haben und was sie zusammenhält.
    Freuen sich, dass sie gemeinsam alt geworden sind: Antje und Hansjürgen Tiede feiern am Montag, 20. April,  Diamantene Hochzeit.Charlotte Wittnebel-Schmitz       -  Freuen sich, dass sie gemeinsam alt geworden sind: Antje und Hansjürgen Tiede feiern am Montag, 20. April,  Diamantene Hochzeit.Charlotte Wittnebel-Schmitz
    Freuen sich, dass sie gemeinsam alt geworden sind: Antje und Hansjürgen Tiede feiern am Montag, 20. April, Diamantene Hochzeit.Charlotte Wittnebel-Schmitz

    Zusammen alt werden, in guten und in schlechten Tagen füreinander da sein. Das wünschen sich viele Paare. Nicht vielen ist es vergönnt. "Keiner ist dem anderen untreu geworden. Auf die Idee sind wir gar nicht gekommen", sagt Hansjürgen Tiede aus Garitz. Antje, seine Frau, hört zu und lacht fröhlich.

    Vor knapp 20 Jahren war das Paar von Schleswig-Holstein nach Bad Kissingen gezogen. Die Stadt entdeckten sie auf einer Reise nach Österreich , während eines Zwischenhaltes auf dem Bad Kissinger Campingplatz. "Wir waren begeistert", sagt Hansjürgen Tiede. "Uns reizte das stabile milde Klima im Windschatten der Rhön und vor allem das vielseitige kulturelle Angebot."

    Für Bad Kissingen als Wohnort sprach auch ihr Wunsch, ihre Kinder zu besuchen. Die Tochter Gunda wohnte damals im rund 220 Kilometer entfernten Hameln, der Sohn in Regensburg. "Meine Eltern wählten die geographische Mitte", sagt Gunda Bohnet-Waldraff. Aus dem Haus wurde eine Mietwohnung, aus dem Zwischenhalt die neue Heimat.

    Hansjürgen wurde 1933 in Hinterpommern in Buslar geboren. Als Jugendlicher kam er 1946 nach Schleswig-Holstein, vertrieben von der russischen Besatzungsmacht.

    Das sorgte auch 14 Jahre später noch für Vorbehalte: "Ein Flüchtling aus Pommern! Mensch, Antje, willst du einen Flüchtling heiraten?" So beschreibt Hansjürgen die anfängliche Skepsis seiner späteren Schwiegermutter ihm gegenüber. Antje entschied sich für ihn. Das Paar ließ sich in einer evangelischen Kirche in Neumünster trauen.

    Beide arbeiteten als Lehrer

    Die beiden hatten sich während des Lehramtstudiums für Volksschulen in Kiel kennengelernt. Später unterrichteten beide eine Zeit an derselben Schule in Nortorf bei Neumünster.

    Rund zwei Jahre nach ihrer Hochzeit kam Tochter Gunda. "Für unsere Tochter gab es keinen Kindergartenplatz. Wir waren beide berufstätig, das war schon schwierig", erzählt der 87-Jährige. "Meine Frau war sehr tüchtig, so mit Haushalt, Beruf und Kindern ." Fünf Jahre nach der Hochzeit kam dann Sohn Lutz-Wolfgang.

    1968 bewarb sich Hansjürgen als Rektor für eine Grundschule in Eutin, eine Stadt etwa 40 Kilometer nördlich von Lübeck. 28 Jahre blieb er dort Schulleiter . Sie arbeitete als Oberlehrerin an einer Grund- und Hauptschule in der Nähe. Insgesamt sei das Fächerspektrum, das beide unterrichteten, sehr breit gewesen. Einen Schwerpunkt legte Antje auf Sport, ihr Mann wählte Deutsch und Musik.

    Sie reisten viel. Mit den Kindern ging es mit dem Wohnwagen nach Österreich. Die Verwandtschaft besuchten sie in der DDR. "Die vielen Reisen haben unsere Ehe lebendig gehalten", sagt Hansjürgen. "Wir hatten Gesprächsstoff und wir haben gemeinsam geplant." Als sie älter wurden, empfanden sie das regelmäßige Bücken und Aufbauen, das zum Camping gehört, als zu beschwerlich. Sie buchten stattdessen Kreuzfahrten und Bildungsreisen mit der proeuropäischen Bürgerinitiative "Europa Union".

    Für ihre Diamantene Hochzeit wollten sie in ein Kurhotel in den Schwarzwald fahren. Corona kam dazwischen. "Das fällt jetzt alles weg", sagt Hansjürgen. Keine Feier, keine Reise ist möglich. Die Kinder und die Verwandtschaft seien nur telefonisch erreichbar. "Wir sind gerade zuhause eingesperrt", sagt Antje. Heute am Hochzeitstag wollen sie sich Bilder anschauen und "in Erinnerungen schwelgen".

    Die Familie Tiede feiert gerne. "Vor zehn Jahren zur Goldenen Hochzeit haben wir unseren Eheschwur wiederholt und bestätigt", sagt Hansjürgen. Dazu habe Tochter Gunda, Mitglied im Kirchenvorstand, eine kirchliche Hochzeit organisiert.

    "Uns verbinden viele gemeinsame Hobbys. Sie haben unsere Ehe geprägt", sagen die beiden. Tanzen im Tanzkreis gehört dazu. Und: "Wir haben beide eine Flugausbildung, um mit einem Motorflugzeug über Norddeutschland und Österreich zu fliegen." Einmal in der Woche singen beide begeistert im Gesangsverein Garitz. Viele Jahre beteiligten sie sich außerdem an der Bad Kissinger Senioreninitiative "Mach mit" bei Rosemarie Gerbeth.

    Ihre Kinder Gunda und Lutz-Wolfgang sind längst erwachsen. Tochter Gunda ist Wirtschaftsassistentin. Sie hat vier erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Mann in Lübeck. Der Sohn ist Diplomingenieur in Regensburg. Während des Studiums lernte er seine heutige Frau in China kennen. Zusammen haben sie zwei erwachsene Kinder . "Wir blicken zufrieden auf ein harmonisches Familienleben zurück", sagt Hansjürgen. "Wir sind dankbar, dass wir gesund und glücklich miteinander so alt geworden sind. Wir freuen uns auf jeden neuen Tag".

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    Charlotte Wittnebel-Schmitz

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