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    Bad Kissingen

    Eine neue Extratour durchs Rhöner Vorland

    RhönNoch findet sich die Hochrhöner-Extratour "Strahlungen" nicht auf den offiziellen Internet-Plattformen, die für die Extratouren des Hochrhöners werben. Doch die neue Extratour "Strahlungen" scheint sich bereits herumgesprochen zu haben. Die Strahlunger Bürgermeisterin Karola Back auf jeden Fall beobachtet, dass auf dem Wanderparkplatz regelmäßig Fahrzeuge abgestellt werden, auch mit fremden Kennzeichen. Und sie sieht immer wieder Wanderer , die am Weinberg eine Rast einlegen.

    Auch wenn die Extratour offiziell erst am 22. September eröffnet wird, der Weg ist komplett ausgeschildert mit einem großen "S" und lädt schon zu einer Erkundungswanderung ein. Und um es gleich vorwegzunehmen: Es lohnt sich, den Strahlunger zu erwandern, auch wenn er sich nur im Vorland der Rhön befindet. Aber er bietet jede Menge Blicke auf die Rhön und auch sonst eine abwechslungsreiche Runde durch typische heimische Kulturlandschaft mit Feld, Wald, Hecken- und Obstrainen. "Ich höhere viel Positives", schildert Karola Back die Resonanz, die sie zur neuen Extratour erhält.

    Helmut und Helga Hartung gehören zu den Wanderern, die nicht warten wollten, bis der Strahlunger auch offiziell eröffnet ist. Und bereits nach gut der Hälfte ihrer Wanderstrecke sind sie sichtlich angetan von der neuen Extratour. "Sehr schön" sei sie, haben sie festgestellt. Außerdem freuen sich die Hartungs, dass sie in unmittelbarer Nähe ihrer Neustädter Heimat jetzt eine weitere Wandermöglichkeit vorfinden, die sie so noch nicht gekannt haben.

    Die Extratour verläuft teilweise auf bekannten Pfaden, die bereits als Wanderwege ausgewiesen sind, wählt aber auch neue Streckenabschnitte, wie der Anstieg zum Strahlunger Weinberg, der eigens für die Extratour in den steilen Hang gebaut wurde. Karola Back erinnert sich, dass beim Bau viele Ehrenamtliche aus dem Ort mit im Einsatz waren, um eine Eimerkette zu bilden; denn der Schotter für den Steig musste aufgrund der steilen Lage mit Eimern transportiert werden.

    Initiative aus dem Ort

    Entstanden ist auf Initiative von Strahlungens 2. Bürgermeister Johannes Hümpfner eine abwechslungsreiche Tour, die in munterem Auf und Ab rund um Strahlungen verläuft und dabei mit Münnerstadt, Burglauer und Salz noch drei weitere Gemeindegebiete streift und sich über zwei Landkreise erstreckt.

    Dem Wanderer bieten sich immer wieder Weitblicke auf die Rhön, natürlich Nahblicke auf Strahlungen, aber auch Aussichten auf umliegende Gemeinden. Einer der schönsten Aussichtspunkte liegt hoch über dem Lauertal am Höhenzug des Höhbergs. Steil fällt hier der Hang hinunter ins Tal. Mancher Wanderer wird erstaunt sein, wie schroff abfallend hier das Gelände ist. Der Blick schweift von der Ruhebank hinüber zum Michelsberg. Dem Wanderer zu Füßen liegen die die angrenzenden Felder und das Lauertal, auf der linken Seite taucht die Silhouette von Münnerstadt auf, rechts liegt Burglauer.

    Trauungen im Weinberg

    Eine Besonderheit ist der sonnige Strahlunger Weinberg. Den gibt es auf keiner anderen Extratour des Hochrhöners. Der Schriftzug "Traut Euch" empfängt den Wanderer . Es ist nicht nur die Aufforderung, sich dort umzusehen oder eine Wanderrast auf den aufgestellten Bänken zu machen. Denn der Weinberg ist offizieller Hochzeitsplatz in Strahlungen; dort finden standesamtliche Trauungen statt. Gleich nebenan wirbt die Gemeinde noch für ihren Festplatz im Muschelgrund. Auf der Extratour zeigen die Strahlunger dem Besucher auch gleich, was sie haben.

    Geschichte am Wegrand

    Am erst vor wenigen Jahren angelegten Weinberg von Strahlungen finden sich Leseriegel, Steinhaufen, wie sie in früheren Zeiten beim Ablesen von Feldsteinen angehäuft wurden. Dort, wo kein Wein wächst, ist der Steilhang derzeit sonnenverbrannt. Fast erinnert er nach diesem Trockensommer an Halbwüsten des Südens. Auch Historisches gibt es zu entdecken, so die Schlegelswarte hoch über Münnerstadt, ein ehemaliger begehbarer Wartturm aus dem 14./15. Jahrhundert.

    Gut 13 Kilometer lang ist die Strecke, also kein gemächlicher Spaziergang, sondern eine richtige Wandertour, zumal es einige Höhenmeter zu bewältigen gibt.

    Festes Schuhwerk ist für die Tour ratsam, denn zweimal geht die Runde auch kurz an Feldrainen entlang. Bei gutem Wetter kein Problem. Nach Regenwetter könnte es dort aber richtig matschig werden.

    Ein ideales Wanderziel ist der Strahlunger vor allem im Frühjahr und Herbst oder an eher milden Sommertagen. Wer an heißen Sommertagen dort wandern will, sollte seine Runde früh beginnen, denn auf den freien Wegstrecken kann die Sonne richtig stechen.

    Und zu guter Letzt gibt es auch noch eine Einkehrmöglichkeit für alle Wanderer , die sich nach mehr als 13 langen Kilometern auf einen erfrischenden Schluck oder eine Brotzeit freuen. Das betont die Bürgermeisterin ausdrücklich: "Man muss schließlich froh sein, wenn man noch einen Landgasthof im Ort hat", meint Karola Back .

    Heike Beudert

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