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    Bad Brückenau

    Einleitungsfreie Sinn: Die große Frage der Kosten

    Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen - dieses Sprichwort gilt in besonderer Weise für die Idee einer einleitungsfreien Sinn . Schon lange gibt es Überlegungen, das gesamte Abwasser von Wildflecken bis Zeitlofs zentral in der Kläranlage in Trübenbrunn aufbereiten zu lassen und so die Sinn bis fast vor die hessische Landesgrenze nahezu frei von Einleitungen zu halten. Es wäre ein ökologischer Leuchtturm im Unesco-Biosphärenreservat Rhön.

    Anfang Mai hatte die Rhönallianz Politiker und Vertreter der Fachbehörden eingeladen . Es ging darum, die Chancen auf Verwirklichung auszuloten, denn ohne Fördergelder werden die Gemeinden das Projekt nicht bezahlen können. Seit diesem Treffen ist die Allianz zwei Schritte weitergekommen: einen großen und einen kleinen.

    Der kleine Schritt betrifft Berechnungen, die damals noch fehlten. Mittlerweile liegen die Daten vor, informierte Allianzmanager Uwe Schmidt bei einem Pressegespräch. Allerdings ist inzwischen klar, dass weitere Berechnungen nötig sind, um die Lage bewerten zu können.

    Kanalnetz doch groß genug

    Der große Schritt ist konkreter. Bisher hatte es immer geheißen, dass das Kanalnetz der Stadt Bad Brückenau zu klein sei, um das gesamte Abwasser aus den Gemeinden Wildflecken und Riedenberg zu fassen. Schließlich leitet auch die Bundeswehr ein. "Die hohen Fremdwassermengen, von denen die Rede war, haben sich relativiert", erklärt Stadtwerke-Chef Michael Garhamer. Spitzenwerte - beispielsweise nach heftigem Regen - könnten mit Regenrückhaltebecken beherrscht werden.

    Würde es zur Umsetzung der Pläne kommen, so würde ein Abwasserzweckverband gegründet werden, in dem die Details der Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden geregelt werden. Der Freistaat Bayern fördert die Bildung solcher Verbände, erklärt Schmidt. Er hofft, dass über die Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben ein Zuschuss möglich wäre. Auch beim Umweltministerium möchte die Rhönallianz wegen einer Sonderförderung anklopfen.

    Denn die größte Hürde bleibt die Finanzierung. Die Bürger dürften nicht mehr belastet werden, als der Bau einer eigenen Kläranlage kosten würde, wiederholte der Riedenberger Bürgermeister Roland Römmelt (CSU) beim Pressegespräch seinen Standpunkt, den er schon im Mai geäußert hatte. Die Rhönallianz steckt in einem Dilemma: Ohne klare Förderzusagen möchte die Allianz ungern noch mehr Geld für weitere Planungen in die Hand nehmen. Auf der anderen Seite werden genau diese gefordert, um einen Förderantrag stellen zu können.

    Ulrike Müller

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