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    Eltingshausen

    Eltingshäuser Wallfahrt zur Münnerstädter Talkirche

    Unterwegs durch die morgendliche herbstliche Landschaft, durch den Wald, lädt auch ein Kreuz zum Gebet ein. Foto: Monik...

    Die Wallfahrt der Pfarrgemeinde Eltingshausen wirft ihre Schatten voraus. Die Wallfahrer aus Eltingshausen und Umgebung machen sich am 2. September zum fünften Mal an der St. Martin Kirche mit der Marienfahne auf den etwa 15 Kilometer langen Weg zur Talkirche nach Münnerstadt.

    Unterwegs durch die morgendliche herbstliche Landschaft, durch den Wald, laden eine Marienstatue und ein Kreuz zum Gebet ein - dazu innezuhalten, miteinander zu beten und zu singen, den Texten und Meditationen zu Themen wie Aufbruch, Umwelt und Natur, Frieden und Flucht, Dank, Maria zu lauschen oder in Stille zu gehen. Nach der Bitte um Gottes Segen für den Weg am Bildstock am Wiesenweg und einem kurzen Gebetshalt am Kreuz führt der Weg nach etwa einer Stunde zur "Schwarzen Pfütze", wo sich weitere Pilger anschließen können.

    Nach der Rottershäuser Waldsiedlung gehen die Wallfahrer den Weg größtenteils durch den Wald, singend und betend oder im persönlichen Gespräch mit dem Nachbarn.

    Engagierte freiwillige Helfer

    Freiwillige Helfer sorgen für eine reibungslosen Ablauf der Wallfahrt, sichern den Weg, tragen Lautsprecher oder Fahnen der Pfarreiengemeinschaft. Ein wesentlicher Bestandteil zum Gelingen einer Wallfahrt sind die Musiker aus Eltingshausen und den umliegenden Gemeinden.

    Nach einem knapp dreistündigem Weg gelangen die Pilger zum Talhof, wo sie vom Talhof-Team mit Essen und Getränken versorgt werden. Schließlich geht es nach etwa einer Stunde Pause frisch gestärkt auf den restlichen Weg zur Talkirche. Dort warten schon die Gläubigen, die mit Privatfahrzeugen gekommen sind, um gegen 13.30 Uhr gemeinsam den Gottesdienst in der Wallfahrtskirche zu feiern.

    Ausklang bei Kaffee und Kuchen

    Zum Ausklang treffen sich Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen im Jugendheim Eltingshausen, wozu ab 14.30 Uhr alle Pfarrgemeindemitglieder eingeladen sind.

    Der Erlös der freiwilligen Spenden wird zur Restaurierung einer Marienbüste verwendet, die früher das alte Kriegerdenkmal schmückte und viele Jahrzehnte vergessen in einem Abstellraum lagerte. Sie soll künftig an der Sakristei aufgestellt werden.

    Organisatorische Hinweise

    Kuchenspenden können am Wallfahrtstag um 8.45 Uhr oder ab 13.30 im Jugendheim abgegeben werden. Es wäre schön, wenn sich wieder einige Musikanten aus den Nachbargemeinden finden, die die Wallfahrt begleiten. Wer Zeit und Lust hat, kann sich bei Sabine Werner, Tel.: 09738/ 8142, melden.

    Infos zur Talkirche

    Die Talkirche ist unter verschiedenen Namen wie "Rannunger Talkirche" oder "Wallfahrtskirche zum Heiligen Kreuz" bekannt. Das Gnadenbild ist 1420 entstanden und stand in einer eigenen Kapelle neben der Kreuzkirche. 1802 wurde es in die Kirche übertragen. Die Talkirche lag an der Landstraße Schweinfurt - Meiningen, sie besaß beträchtliche Landflächen, die ein Pächter bewirtschaftete. Es gab mehrmals Überschwemmungen im Tal. 1485 kam eine Verordnung, die die Opfer der Talkirche betreffen. Der Talbruder, auch Talkirchner oder Eremit genannt, musste sich darum kümmern. 1706 bis 1716 war Konrad Reuter Eremit. Durch sein Almosensammeln kam es zum Neubau der Kreuzkirche, verklagt wegen Veruntreuung, entlastet, zog er sich an die Sebastianikapelle bei Nordheim in der Rhön zurück. Der letzte Eremit (von 1758 bis 1789) hieß Johann Melchior Werner und stammte aus Eltingshausen.

    Nach einer in der Bevölkerung verbreiteten Sage geht der Bau der ersten Kapelle auf zwei Bauern aus Rannungen zurück, die bei der Erntearbeit im Tal von heftigem Regen überrascht wurden. Das Wasser staute sich im engen Tal derart an, dass sie mit dem schwer beladenen Fuhrwerk im Morast stecken blieben und mitsamt den Zugtieren in eine äußerst gefährliche Lage gerieten. Deshalb leisteten sie das Gelübde, der Muttergottes im Tal eine Kapelle zu bauen, wenn sie mit Tieren und Fuhrwerk unversehrt nach Hause zurückkämen.

    Redaktion

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