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    Garitz

    Entlang der Garitzer Grenze: So mancher Stein kommt unter die Räder

    Eine alte Tradition: Stauchen am Grenzstein. Armin Buscham (links) und Matthias Glöckler (rechts) stauchten Stadträtin Martina Greubel.Klaus Werner
    Eine alte Tradition: Stauchen am Grenzstein. Armin Buscham (links) und Matthias Glöckler (rechts) stauchten Stadträtin Martina Greubel.Klaus Werner

    Zehn Jahre ist es her, dass die Garitzer Gemeinschaft einen Grenzgang organisierte, der an der südwestlichen Grenze zu Euerdorf, Aura und dem Euerdorfer Forst entlangführte. Für Armin Buscham von den Jagdgenossen war es somit an der Zeit, den Rundgang zu vollenden und die nordwestliche Grenze der Garitzer Gemarkung zu erkunden. In den Feldgeschworenen und der Feuerwehr fand er die passenden Partner für die Veranstaltung, die am " Tag der Deutschen Einheit " knapp 30 Interessierte in Wanderschuhen und wetterfester Kleidung anlockte.

    Die KissSalis war der Ausgangspunkt des knapp fünf Kilometer langen Grenzgangs. Während die Wanderschuhe auf dem Weg über den Altenberg und dem Staffels sinnvoll waren, waren die Regenjacken überflüssig. Armin Buscham hatte einige Zahlen aufbereitet, denn mit 3222 Grundstücken und einer Gesamtfläche von 4 627 090 Quadratmetern ist Garitz kein kleiner Ort, wobei knapp ein Viertel als Wohn- bzw. Betriebsflächen genutzt werden. Der insgesamt 17,6 Kilometer lange Grenzverlauf weist einige Besonderheiten, so ein kräftiger Einschnitt im Bereich des Heiligenfeldes, der durch einen ähnlichen Umgriff am Sanderweg ausgeglichen wird. Wieso diese Besonderheiten beim Grenzverlauf? "Das weiß heute niemand mehr", meint Armin Buscham.

    Wichtige Kennzeichnung

    Dass der Grenzgang überhaupt stattfinden konnte, ist Matthias Glöckler zu verdanken, der als "Siebener", wie die Feldgeschworenen auch genannt werden, nicht nur die Bedeutung der Grenzsteine kennt. "Leider sind nicht mehr alle Grenzsteine auffindbar", bedauert er im Laufe der zweistündigen Wanderung. Beim Wohnungs- oder Straßenbau , aber auch im Rahmen der landwirtschaftlichen Tätigkeiten sei so mancher Stein regelrecht unter die Räder gekommen. Dabei wäre so einfach, einem "Siebener" zur Sicherung eines bestehenden Grenzsteins heranzuziehen, damit nach der Maßnahme dieses wichtige Kennzeichen zur Vermeidung von Grundstückstreitigkeiten wieder richtig gesetzt werden kann. In der Vorbereitung hatte Matthias Glöckler die Grenzsteine bzw. die Markierungszeichen im Straßenverlauf freigelegt bzw. farblich markiert.

    Bereits nach einer kurzen Strecke über die Fußgängerbrücke bei der KissSalis fanden sich die Teilnehmer am Altenberg in einem Bereich abseits der Wanderwege . Die Grenze bildeten die bebauten Grundstücke an der Eschenstraße und so mancher Bewohner hat sich über die bunte Truppe gewundert, die durch das Dickicht stampfte. Weiter ging es über den Seinsheimweg zur Schönbornstraße, wo man heftigst über den Platz der Verkehrsschranke diskutierte, die bis in die 70er Jahre des Nachts die Durchfahrt zwischen Bad Kissingen und Garitz verhinderte. "Die stand auf Kissinger Gebiet", war die einhellige Meinung.

    Die Treppe runter zum Marbach endete mit der Besonderheit, dass die Grenze am Max-Planck-Weg einen Verlauf nimmt, so dass von drei nebeneinander gebauten Garagen eine auf der Garitzer Gemarkung steht. Von dort ging es hoch Richtung Staffels, wo man besonders deutlich die alten, nummerierten Grenzsteine sah, die nicht nur einen knappen Meter im Boden stecken sollen, sondern auch den Grenzverlauf verdeutlichen: Auf dem Grenzstein zeigt eine Markierung, in welche Richtung die Grenze verläuft, und ein "G" auf der einen Seite steht für die Gemarkung Garitz , auf der anderen Seite ein "K" für die Gemarkung Bad Kissingen.

    Weiter ging es über den Wanderweg oberhalb der Oldenburg / Marbach-Klinik und des Parkwohnstiftes, so dass man bei den Tennisplätzen auf einen "Drei-Stein" stieß, weil dort die drei Gemarkungen Garitz , Bad Kissingen und Klauswald-Süd zusammentrafen. Dann ging es wieder Richtung Garitz und im Feuerwehrhaus erwarteten die Wanderer eine stärkende Brotzeit.

    Klaus Werner

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