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    Haard: Ewald Kiesel setzt sich stets für seine Heimat ein

    Der gebürtige Haarder feiert am 15. Februar 2020 seinen 80. Geburtstag.
    Ewald Kiesel feiert seinen 80. Geburtstag.  Foto: Arthur Stollberger
    Ewald Kiesel feiert seinen 80. Geburtstag. Foto: Arthur Stollberger

    Der überaus engagierte und verdiente Haarder Bürger Ewald Kiesel feiert heute bei guter Gesundheit seinen "runden" 80. Geburtstag im Kreise seiner Familie. Nicht nur in Sängerkreisen ist sein Name ein Begriff. Auch für seine Gemeinde setzt sich der gebürtige Haarder vielfach ehrenamtlich ein, gründete im Jahre 1974 den Vereinsring und ist in allen örtlichen Vereinen Mitglied. Er ist politisch sehr aktiv und engagierte sich maßgeblich bei der Gebietsreform im Jahre 1972 und trug so zum harmonischen Miteinander der Bürger beider Gemeindeteile, Nüdlingen und Haard , bei.

    Am 15. Februar 1940 in Haard geboren, besuchte er die Volksschule seiner Heimatgemeinde, danach die Berufsfachschule in Bad Kissingen und absolvierte eine Malerlehre. 1965 nahm er seine berufliche Arbeit als Angestellter in einer Bad Kissinger Reha-Klinik auf. Er übte diese bis zu seinem Ruhestand, nach 49 Pflichtversicherungsjahren, aus.

    1962 heiratete Ewald Kiesel seine Frau Rita, die ihn stets unterstützte und den "Rücken freihielt". Das Ehepaar freute sich über drei Töchter und fünf Enkelkinder. Im Alter von 22 Jahren übernahm Ewald die kleine Nebenerwerbs-Landwirtschaft von seinem Großvater. "Es war ein knallharter Job", sagt er. Damals musste noch der größte Teil der Feldarbeit mit der Hand und einem Kuhfuhrwerk erledigt werden. Ewalds Vater war im Krieg gefallen und so lernte er früh, Verantwortung zu übernehmen. Zusammen mit seiner Frau Rita baute er die kleine Landwirtschaft aus, die er später aufgab. Gründe dafür waren die fallenden Erzeugerpreise und der Strukturwandel. Wie tief Ewald Kiesel mit der Landwirtschaft verbunden war und ist, zeigt seine 40-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Zwanzig Jahre lang arbeitete er im BBV-Kreisvorstand mit und war Vertreter der Nebenerwerbslandwirte. Nach seiner Verabschiedung wurde er zum Ehrenortsobmann ernannt. Zeitweise übernahm er Verantwortung als Mitglied der Vertreterversammlung der landwirtschaftlichen Sozialversicherung Unterfranken in Würzburg.

    Bei der Gebietsreform im Jahre 1972 wurde Kiesel zum ersten Mal in den Nüdlinger Gemeinderat gewählt. Er führte acht Jahre lang den SPD-Ortsverein Nüdlingen als Vorsitzender und wurde von seiner Partei 1978 als Bürgermeisterkandidat "ins Rennen geschickt". Seine Verdienste um das harmonische Zusammenwachsen der Bürger beider Gemeindeteile wurden 2002 mit der Verleihung der Bürgermedaille von der Gemeinde anerkannt.

    Ein politischer Mensch

    Kiesel war schon immer ein politischer Mensch. Im Jahre 1966 wurde er Mitglied der Gewerkschaft und übte die Tätigkeit des Betriebs-Vertrauensmanns aus. Er ist außerdem seit 40 Jahren als Berichterstatter für die Heimatzeitung unterwegs, schreibt über die Ereignisse in seinem Heimatort und betreut Flüchtlinge.

    Bei all seinen vielfältigen ehrenamtlichen Aufgaben findet der Jubilar noch Zeit für sein Hobby, das Singen im Chor. 1964 wurde er aktiver Sänger im Gesangverein Haard , führte den Verein 26 Jahre als 1. Vorsitzender und wurde danach Ehrenvorsitzender. Außerdem ist Kiesel seit einigen Jahren als Tenorsänger bei der Kissinger Sängervereinigung aktiv. Seit einem Jahr verstärkt er mit seiner Mundharmonika das wöchentliche "Gesellige Singen" mit Edmund Seller und Robert Bauch in der Bad Kissinger Wandelhalle und in Bad Bocklet.

    "Musik und Gesang sind Quellen der Freude, die dazu beitragen, unsere Welt liebenswerter zu gestalten", sagt der Jubilar. Man bleibe dabei jung, geistig fit und erfreue zudem seine Mitmenschen. Als Vorsitzender der Sängergruppe des Landkreises stand Kiesel zwanzig Jahre lang den 46 Gesangvereinen im Landkreis vor. Er gründete den Landkreis-Männerchor und übernahm auch Verantwortung als Stellvertretender Vorsitzender des Sängerkreises Schweinfurt im Fränkischen Sängerbund. Seine großen Verdienste wurden mit dem goldenen Ehrenkranz des Fränkischen- und Deutschen Sängerbundes gewürdigt. In Anerkennung seiner kulturellen Verdienste wurde er vom Landkreis mit dem Kulturehrenbrief ausgezeichnet. "Ich habe dieses ehrenamtliche Engagement nie als Last empfunden, sondern als Beitrag, mich in meiner Heimat für die Gemeinschaft einzubringen."

    Arthur Stollberger

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