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    Euerdorf

    Feuerwehr Euerdorf feierte 150. Geburtstag

    Neben zahlreichen Ehrengästen, wie die Bürgermeister aus den Nachbargemeinden, waren die Ortsvereine und befreundete Feuerwehren vor Ort. Es gab zahlreiche Ehrungen, verschiedene Vorführungen und eine Fahrzeugausstellung. Außerdem wurde in diesem Festrahmen auch der Maibaum aufgestellt.

    Den Festreigen stimmte Pfarrer Jürgen Schwarz mit einem Festgottesdienst ein: "Ein schöner Brauch, das Fest mit einem gemeinsamen Gottesdienst zu beginnen", freute sich der Geistliche, der den Aktiven wünschte, "dass sie Achtung und Wertschätzung erfahren" und dass Gefahren und negative Bilder bei Einsätzen mit kompetenten Ansprechpartnern verarbeitet werden, zum Beispiel durch die Notfallseelsorge. "Egal, wo wir uns einbringen - keiner ist allein in seinem Dienst." In einem Festumzug zogen Ehrengäste, Ortsvereine und befreundete Feuerwehren aus Wirmsthal, Sulzthal, Ramsthal, Aura, Hammelburg, Elfershausen, Trimberg, Engenthal und Langendorf zum Festgelände am Marktplatz, musikalisch begleitet von den Sulzthaler Musikanten.

    Kommandant Dirk Zirwick freute sich über die vielen Festgäste, darunter Landrat Thomas Bold, Bürgermeisterin Patricia Schießer, Ehrenvorsitzender Herbert Huppmann, Bürgermeister und Vorsitzender a. D. Reinhard Hallhuber, Marktgemeinderäte, Kreisbrandrat Benno Metz, Kreisbrandinspektor Thomas Eyrich, Kreisbrandmeister Klaus Wüscher und Oliver Lukaschewitz, Ehrenmitglieder und die Aktiven der Feuerwehren. "Ein Jubiläum oder ein runder Geburtstag ist immer ein Grund zu feiern, ein Grund fröhlich zu sein und die Alltagssorgen einmal zu vergessen", leitete der Euerdorfer Kommandant die Festrede ein.



    Er hielt aber auch einen Rückblick auf "dramatische Szenen, die sich in Euerdorf abspielten. Es war am Mittwoch, den 4. April 1945, als der Feuerwehrmann Adam Schneider am Marktplatz als Maschinist die Robel Motorspritze bediente, um einen Scheunenbrand zu löschen. Während dieses Einsatzes kam es zu einem Luftangriff durch Tiefflieger. In der Erfüllung seiner Pflicht als Feuerwehrmann wurde Adam Schneider von den Bordkanonen der Jagdflieger tödlich getroffen." So erinnerte er eingangs auch an die "vergangenen Helden unserer Feuerwehren, die unter Einsatz ihres Lebens der Allgemeinheit gedient haben."


    Neue Herausforderungen

    Dirk Zirwick ging auch auf die neuen Herausforderungen der Feuerwehr ein: "Die Einsätze haben sich verändert. Haben damals Brände und Feuer das Einsatzgeschehen dominiert, so rückt man heute vielmehr zu Unfällen und technischen Hilfeleistungseinsätzen aus. Jedoch hat sich eines nicht verändert: Der ursprüngliche Gedanke der Feuerwehr Retten-Löschen-Bergen-Schützen." Für den Kommandanten steht das "Wir-Gefühl" im Vordergrund, ganz bewusst konträr zur "heutigen Ich-Gesellschaft. Die Feuerwehr ist eine Institution, die eine Gemeinschaft bildet, die Verbindungen schafft und die vom Teamgeist lebt. Ich bin froh, dass es hier in unserem Ort so viele Menschen gibt, die sich bereit erklären, diesem Team anzugehören und ihren Dienst an der Allgemeinheit leisten. Ihr seid ein wichtiger Teil - auch von dieser jetzt schon 150 Jahre andauernden Geschichte."

    Bürgermeisterin Patricia Schießer würdigte das Engagement der Feuerwehr, "die mit Herzblut bei der Sache ist. Ohne sie wäre das bürgerliche Zusammenleben ein Stück ärmer." Auch die Bürgermeisterin ging auf die geänderten Herausforderungen bei der Feuerwehr ein und freute sich besonders über das Engagement der Jugendlichen in der Feuerwehr: "Dass sie bereit sind, Opfer und Risikobereitschaft sowie Verantwortung in der Freiwilligen Feuerwehr zu übernehmen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit angesichts eines enorm großen und konkurrierenden Freizeitangebots." Patricia Schießer betrachtete den Schwerpunkt der Freiwilligkeit: "Es verdient immer wieder neu höchste Anerkennung und Würdigung, wie sich jeder hier einbringt", und sicherte ihre Unterstützung seitens der Marktgemeinde zu, wofür sich Kommandant Dirk Zirwick bedankte - auch für bisher Geleistetes durch die Gemeinde.

    Bevor Landrat Thomas Bold die staatlichen Ehrungen verdienter Aktiver übernahm, würdigte er das Engagement aller Floriansjünger: "Das ist ein unbezahlbarer Dienst für die Gemeinschaft", der ohne Ehrenamt nicht geleistet werden könnte. Außerdem informierte er die zahlreichen Festgäste, dass die Euerdorfer Wehr mit 150 Jahren eine der ältesten im Landkreis Bad Kissingen ist.


    Verdiente Wehrmänner geehrt

    Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Gründungsjubiläum wurden verdiente Feuerwehrmänner aus Euerdorf und Wirmsthal ausgezeichnet. Der Wirmsthaler Kommandant Dominik Billmann übernahm die Laudatio für die engagierten Einsatzkräfte aus dem Weinort. So wurde Gerhard Büttner für 40 Jahre aktiven Dienst geehrt. Gerhard Büttner trat mit 16 Jahren in den aktiven Dienst ein. Neun Monate später legte er bereits die Jugend-Leistungsprüfung ab. 1972 erreichte er das Feuerwehrleistungsabzeichen "Gruppe im Löscheinsatz" in Bronze, 1988 in Silber. 1983 absolvierte er den Lehrgang zum Atemschutzgeräteträger. Diese Funktion führte er bis 2008 aus. "Gerhard Büttner zeichnet sich durch seine hohe Hilfsbereitschaft aus, er weiß es, mitanzupacken und scheut auch nicht davor, im Notfall auch seine Maschinen für Einsätze zur Verfügung zu stellen", freute sich Kommandant Dominik Billmann.

    Für 25 Jahre aktiven Dienst wurden Dirk Schulz und Marko Herterich geehrt. Beide traten im Alter von 14 Jahren in die Wirmsthaler Wehr ein. Dirk Schulz bestand die Jugendleistungsprüfung und 1993 das Feuerwehrleistungsabzeichen "Gruppe im Löscheinsatz Stufe 1. Die Stufen 2 - 4 folgten in den Jahren 2002 bis 2011 sowie die Stufe 1 der Technischen Hilfeleistung im Jahr 2007. Dirk Schulz absolvierte diverse Lehrgänge: Atemschutzgeräteträger, Atemschutzgerätewart, Träger von Chemikalienschutzanzügen, Sprechfunker, Gruppenführer, Motorsägenlehrgang, Leiter einer Feuerwehr und Digitalfunk. 2009 wurde Dirk Schulz zum stellvertretenden Kommandanten gewählt. Diese Position hatte er bis 2014 inne. Seit mittlerweile 18 Jahren ist er für die Atemschutzgeräte der Feuerwehr Wirmsthal zuständig.

    Marko Herterich absolvierte die Stufen 1 bis 4 des Feuerwehrleistungsabzeichens in den Jahren 1993, 1996, 2002 und 2005. Seit 1996 ist der Geehrte kontinuierlich als Atemschutzgeräteträger aktiv und absolvierte 2016 den Lehrgang "Digitalfunk".


    Die Laudatio für 40 Jahre aktiven Dienst des Euerdorfers Joachim Kaiser übernahm Kommandant Dirk Zirwick. Joachim Kaiser trat am 1.2.77 in die Feuerwehr Euerdorf ein und nahm mit Erfolg an der Feuerwehrgrundausbildung teil. 1979 wurde er zum Feuerwehrmann, 1989 zum Oberfeuerwehrmann, am 16.02.1999 zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Er nahm an den Leistungsprüfungen teil und legte alle Stufen der Prüfungen "Gruppe im Löscheinsatz" und "Gruppe im technischen Hilfeleistungseinsatz" erfolgreich ab. Am 7.2.2003 erhielt er das Feuerwehr-Ehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. "Auch jetzt nach 40 Jahren nimmt Joachim Kaiser regelmäßig an den Übungen teil und zeigt sich als verlässlicher und kompetenter Kamerad bei den Einsätzen", wertschätzte Kommandant Dirk Zirwick den Geehrten, der sich auch insgesamt darüber freute, dass "die Ehrungen gemeinsam mit Wirmsthal durchgeführt werden. Das zeigt die Einheit zwischen den Wehren."

    In seinem Grußwort gab Kreisbrandrat und gleichzeitig Kreisverbandsvorsitzender Benno Metz einen Überblick über die zahlreichen Änderungen und Meilensteine in der Geschichte der Feuerwehr. "Sie ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Veränderung". Er dankte besonders für den Dienst, den die Euerdorfer gemeinsam mit Hammelburg auf der A7 leistet und würdigte alle Aktiven für ihren "Einsatz auf beispielhafte Weise".


    Fahnenband und Spendenbox als Geschenk

    Klaus Kaufmann, stellvertretender Bürgermeister, Vorsitzender des Vereinsrings und einer der Organisatoren des Festes dankte allen Helfern, die zum Gelingen beitrugen. Außerdem überreichte er der Feuerwehrführung ein gemeinsames Fahnenband aller Vereine in der Marktgemeinde, die sich dafür außerordentlich bedankte. Dieter Halbig, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Sulzthal, der "Patenwehr", erinnerte an den Zusammenhalt in der Wehr: "Nur im Miteinander ist ein solcher Dienst möglich." Außerdem überreichte er augenzwinkernd einen zu einer Spendenbox umfunktionierten ehemaligen Feuerlöscher mit "ein bisschen Pulver drinnen". Dieter Diez von der Euerdorfer Karnevalsgesellschaft grün-weiß freute sich über die Zusammenarbeit beider Vereine und überreichte die Erlöse daraus zum Einsatz für die Jugendfeuerwehr. In einem eigenen Artikel berichten wir an dieser Stelle über die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Euerdorf. Doris Bauer

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