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    Eckarts

    Feuerwehr in Eckarts feiert 140-jähriges Bestehen

    Mehrere Meter hohe Flammen und eine hohe Rauchsäule standen Mitte Juni 2013 über Eckarts: Das viele Holz der Scheune und...

    Die Freiwillige Feuerwehr Eckarts feiert am 21. und 22.Juli ihr 140-jähriges Bestehen - sie wurde 1878 gegründet, damals allerdings noch als Feuerwehr Eckarts-Rupboden. Die Übungen wurden in Rupboden oder am Schmidthof abgehalten. Ein Relikt aus dieser Zeit ist die 1880 angeschaffte Handdruckspritze, die mit einem Pferdegespann gezogen wurde. Anlässlich des 100-jährigen Stiftungsfestes wurde sie von den Feuerwehrkameraden Peter und Roland Limpert restauriert. Dieses immer noch sehr gut erhaltene Löschgerät kann heute immer noch besichtigt werden.

    Vermutlich 1924 hat sich die Feuerwehr Eckarts von der Rupbodener Wehr getrennt. Ein erstmaliger Eintrag im Protokollbuch, vom 6. Januar 1924, berichtet über eine eigenständige Eckartser Generalversammlung mit 23 Mitgliedern. Als erstes Feuerwehrgerätehaus diente ein Holzschuppen neben dem Anwesen Heinke. Eine gebrauchte Motorspritze TS 8/8 (Magirus P II-34 Baujahr 1934) mit Tragkraft-Spritzenanhänger von der Rupbodener Patenwehr ersetzte 1964 die alte Handdruckspritze.

    Am 1967 wurde mit dem Umbau der alten Schulstallung zum Gerätehaus begonnen und gleichzeitig ein neuer Schlauchturm errichtet. Außer den Maurerarbeiten wurde alles in Eigenleistung ausgeführt. Dabei wurden 260 Arbeitsstunden geleistet. Im selben Jahr kaufte die Feuerwehr einen VW-Kombi von der Deutschen Bundesbahn - zum Preis von 400 DM. Er wurde zum Feuerwehrauto umgerüstet . Auch hier legten die Eckartser selbst Hand an. Am 19.Dezember 1971 übergab der damalige Bürgermeister, Hans-Friedrich Hänlein, eine neue Motorspritze TS 8 .



    In den früheren Jahren wurde die Feuerwehr durch Glockenläuten und später durch Hornisten alarmiert. Im Jahre 1960 wurde eine Feuermeldestelle mit Handsirene eingerichtet. Diese wurde 1972 mit der Installation der Alarmsirene auf dem Dach des Gemeindehauses aufgelöst. Inzwischen erfolgt zusätzlich ein Alarmanruf auf das Mobiltelefon.

    1978 löste ein gebrauchter VW Bus aus Bundesgrenzschutz-Beständen das alte Tragkraftspritzenfahrzeug ab. Ein Zuschuss der Gemeinde in Höhe von 10 000 DM reichte zur damaligen Zeit aus, um die Eckartser Wehr für kommende Aufgaben einsatzfähig zu machen.

    In der Zeit von September 1986 bis Januar 1987 wurde die ehemalige Schul-Waschküche neben dem Feuerwehrgerätehaus in 330 Arbeitsstunden zu einem Mannschaftsraum umgebaut. In den 90er Jahren war der VW Bus "Kugelblitz" überaltert. Um jedoch ein neues, größeres Fahrzeug unterstellen zu können, musste das bestehende Feuerwehrhaus erweitert werden. Die Erweiterungsarbeiten wurden fast komplett von den damals nur 18 aktiven Feuerwehrkameraden in 1020 Arbeitsstunden übernommen. 1992 konnte die Wehr das neue TSF mit Funkausrüstung in Empfang nehmen.
    Das Fahrzeug ist bis heute geblieben, geändert hat sich aber die Funkausrüstung. Der "Digitalfunk" startete zum Jahresbeginn 2016.

    Größere Feuer löschen mussten die Männer im Jahre 1939, bei einem Waldbrand und bei einem Scheunenbrand 1940 sowie im Jahr 1954 bei einem weiteren Waldbrand. Hinzu kamen weitere kleine Brände, technische Hilfeleistungen und Unwettereinsätze. Zu einem Wohnhausbrand am Anwesen Schreiber in Eckarts wurde die Wehr am 22. Oktober 1999 gerufen.

    Eine Schreckensnacht hatte Eckarts im Jahr 2002. Am 7. September entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit im Ortszentrum ein Großbrand. Bei dem 46-stündigen Einsatz mit Aufräumarbeiten waren von der heimischen Wehr 22 aktive Feuerwehrkameraden im Einsatz. 100 Feuerwehrleute von benachbarten Wehren samt technisches Gerät rückten an, um zu helfen, wo es nur ging.

    2013 war der bislang letzte große Löscheinsatz im eigenn Ort: In der Nacht vom 15. auf 16. Juni fiel das Nebengebäude samt Werkstatt und Stall auf dem Grundstück des damaligen Kommandanten Martin Stoeck fast vollständig den Flammen zum Opfer. Gut 80 Feuerwehrleute aus den eigenen Reihen, den umliegenden Gemeindewehren und der Feuerwehr Bad Brückenau waren an der Brandbekämpfung beteiligt.

    Im gesellschaftlichen Bereich bringt sich die Feuerwehr Eckarts als einziger Verein im Ort durch zahlreiche Aktivitäten ein. Schon früh versuchte die Wehr finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, vor allem durch die Organisation von Festen. Der Großteil der Überschüsse wurde und wird immer wieder in Ausrüstungsgegenstände, Lehrmittel, Uniformen, Schutzanzüge oder in Erhaltungsmaßnahmen am Feuerwehrhaus gesteckt.

    Hintergrund

    Gründungsmitglieder Zu den Eckartser Gründungsmitgliedern gehörten: Kühnreich Johann sen., Kühnreich Johann, Müller Kaspar, Limpert Heinrich sen., Diller Michael, Hähnlein Hans, Guthermuth Johann, Hahn Luitpold.

    Mitglieder
    Die Freiwillige Feuerwehr Eckarts verfügt zurzeit über 18 aktive Mitglieder, darunter ein Ehrenkommandant, 2 Feuerwehrkameradinnen sowie 5 Jugendfeuerwehrler. Unter den 22 passiven Mitgliedern befinden sich unser Ehrenkommandant Richard Limpert sowie zwei weitere Ehrenmitglieder.

    Kommandanten 1. Kommandant der Anfangszeit war der Gastwirt Georg Roth. Er hatte dieses Amt von 1924 bis 1926 inne. Weitere Kommandanten waren von 1926 bis 1946 August Heinke, von 1946 bis 1965 Johann Wiesner, von 1965 bis 1991 Richard Limpert, von 1991 bis 1997 Dietmar Schüßler. Von 1997 bis 2015 leitete Martin Stoeck die Wehr. Seit 2015 ist seine Tochter Jennifer Stoeck amtierende Kommandantin - die erste Frau an der Spitze einer Wehr im Landkreis Bad Kissingen.

    Festablauf Am Feuerwehrhaus wird ein Festzelt aufgebaut. Los geht es am Samstag, 21. Juli, um 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen . Der Stimmungsabend mit "Die Haupte Käuz" beginnt um 20 Uhr.
    Am Sonntag, 22. Juli, findet ab 10 Uhr ein Festgottesdienst statt. Für 11 Uhr ist ein Rückblick auf die Geschichte der Wehr geplant, dazu werden Grußworte gesprochen. Ab 11.30 Uhr gibt es Mittagessen, dazu unterhält das Duo vom Sinntal Sound aus Züntersbach. Kaffee und Kuchen gibt es ab 14 Uhr. Gegen 16 Uhr klingt das Fest aus. Redaktion

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