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    Wildflecken

    Feuerwehrsteckkreuz für Georg Helfrich

    Die Auszeichnung wird nur alle zwei Jahre und an besonders lang aktive oder besonders verdiente Feuerwehrleute verliehen.
    Georg Helfrich aus Wildflecken mit seiner Frau Elisabeth nach der Ehrung vorm Gebäude  der Regierung von Unterfranken in Würzburg. Dort erhielt der Kreisbrandmeister das Feuerwehrehrenkreuz. Foto: Steffen Standke
    Georg Helfrich aus Wildflecken mit seiner Frau Elisabeth nach der Ehrung vorm Gebäude der Regierung von Unterfranken in Würzburg. Dort erhielt der Kreisbrandmeister das Feuerwehrehrenkreuz. Foto: Steffen Standke

    Am Ende gab's ein Küsschen von der stolzen Gattin, noch im Festsaal: Kreisbrandmeister Georg Helfrich aus Wildflecken hat von Regierungspräsident Eugen Ehmann in Würzburg das Feuerwehrsteckkreuz erhalten. Die Auszeichnung hat sich der 61-Jährige über Jahre verdient.

    Seit 46 Jahren engagiert sich Georg Helfrich in der Freiwilligen Feuerwehr Wildflecken . Über die Posten als Gruppenführer und Zugführer führte sein Weg 1986 zum Kommandanten der Wildfleckener Wehr. Dieses Amt hat er immer noch inne - nach 32 Jahren.

    1987 wurde Helfrich zum Kreisbrandmeister für den oberen Sinngrund bestellt - und damit Mitglied der Kreisbrandinspektion des Landkreises Bad Kissingen. Bis Ende 1999 füllte er diesen Posten aus, wobei in den Jahren 1991 bis 1994 die Zahl der zu betreuenden Feuerwehren auf vierzehn erhöhte. Ab 2000 war der heute 61-Jährige als Fach-Kreisbrandmeister für die Ausbildung zuständig.

    Letztere lag ihm immer besonders am Herzen. Helfrich organisierte Lehrgänge, zum Beispiel zur Absturzsicherung, Übungswochenenden der Landkreis-Wehren im Übungsdorf Bonnland auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg, später in der Rhönkaserne in Wildflecken . Oft gab er selbst als Ausbilder sein umfangreiches Fachwissen weiter.

    In den vielen Jahren als Feuerwehrmann hat Georg Helfrich unzählige Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen und Personenrettungen erlebt; oftmals übernahm er die Einsatzleitung. Dabei, erzählte er dieser Zeitung am Rande der Ehrung, blieben ihm vor allem die Einsätze im Gedächtnis kleben, "wo wir Leuten nicht mehr helfen konnten". Da war ein Brand in den 1980ern in Wildflecken , der drei Menschenleben forderte. Oder der Einsturz der alten Oberwildfleckener Kirche, bei dem ein Baggerfahrer unter Trümmern begraben wurde. Auch er konnte nur tot geborgen werden.

    Bei seiner Ehrung im Großen Festsaal der Regierung von Unterfranken erinnerte Regierungspräsident Eugen Ehmann an den Sturm Kyrill, der im Jahr 2006 auch über den Landkreis Bad Kissingen hinwegfegte. Helfrich koordinierte viele - auch gefährliche Einsätze der Feuerwehren - um Schäden zu beseitigen.

    Trotz seiner inzwischen langen Karriere als Kreisbrandmeister blieb der Wildfleckener seiner örtlichen Feuerwehr treu, leitet sie weiter aktiv als Kommandant. 2014 erhielt Helfrich schon das Ehrenzeichen für 40-jährige aktive Dienstzeit, nun im Namen des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann das sogenannte Steckkreuz des Feuerwehr-Ehrenzeichens. Es wird nur alle zwei Jahre und an besonders lang aktive oder besonders verdiente Feuerwehrleute verliehen.

    Hinter dem "starken" Wehrler Georg Helfrich steht seine Frau Elisabeth. Sie ist zwar nicht in den Feuerwehrdienst mit eingebunden, stärkt ihrem Mann aber den Rücken. "Er ist viel unterwegs. Aber ich weiß, es macht ihm großen Spaß; er ist mit Herzblut dabei." Elisabeth Helfrich ist "stolz darauf, dass er sich so lange Zeit engagiert, hinter seiner Sache steht und andere motivieren kann".

    Auch Wildfleckens Bürgermeister Gerd Kleinhenz weiß, was er an seinem Kommandanten hat. "Er ist seit über 30 Jahren unser Kommandant und eine Institution. Es hat Seltenheitswert, eine Wehr über einen so langen Zeitraum zu führen und zu prägen. Das ist ein Glücksfall für die Gemeinde."

    Der Geehrte selbst würde sich freuen, "wenn sich mehr Bürger Gedanken machen würden, etwas für die Allgemeinheit zu tun, egal, ob es bei der Feuerwehr, im THW, im Gemeinderat, der Jugendarbeit oder anderswo ist".

    Bei der Ehrungsveranstaltung bei der Regierung von Unterfranken sollte auch Kreisbrandmeister Klaus Wüscher aus Sulzthal mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet werden. Er konnte leider nicht kommen. Seine Ehrung wird nachgeholt. Ein Termin steht noch nicht fest.

    Steffen Standke

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