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    Hammelburg

    Fische ziehen aus dem Hammelburger Mühlgraben um

    Martin Weierich (rechts) sucht mit einem Stromkescher den Mühlgraben ab. Foto: Arkadius Guzy
    Martin Weierich (rechts) sucht mit einem Stromkescher den Mühlgraben ab. Foto: Arkadius Guzy

    Dem Mühlgraben ist es so ohne weiteres nicht anzusehen, aber er bietet gerade jungen Fischen einen Lebensraum. Welche Vielfalt sich darin tummelt, kam nun bei einer Umsetzungsaktion zum Vorschein.

    Von einem Boot aus durchstreifte Martin Weierich vom gleichnamigen Büro für Gewässerökologie und Fischereibiologie den Mühlgraben mit einem Stromkescher. Der Strom betäubte die Fische und trieb sie an die Wasseroberfläche, sodass Weierich sie zusammen mit einem Kollegen eines anderen Büros in einen Bottich abfischen konnte.

    Auf diese Weise suchte Weierich den Mühlgraben zweimal vom Mühlrad bis zur Zufahrt zur Museumsinsel ab. Einige Mitglieder des Angelsportvereins Hammelburg beobachteten die Aktion am Dienstagvormittag: Sie habe schon mal im Mühlgraben geangelt, erzählte Christine Wichert. Begeisterung löste bei ihr aus, als zwei junge Hechte auftauchten und im Kescher landeten.

    Alle eingefangenen Fische setzte Weierich in die Saale ein. Zuvor erfasste er mit seinem Kollegen, welche Fische es waren, wie viele es waren und wie groß sie waren. Neben den Hechten waren es an größeren Fischen einige Aale. Rotaugen kamen häufiger vor und jede Menge Kleinfische, darunter auch Neunaugen.

    Die Umsetzung der Fische war notwendig, weil der Mühlgraben, ein Abzweig der Saale, in den nächsten Tagen trocken gelegt wird. Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Bad Kissingen will im Rahmen seines Gewässerunterhalts den Bachlauf entschlammen. Der Mühlgraben soll künftig besser fließen. Auch die ökologische Durchgängigkeit wird verbessert, wie Jürgen Frank, Flussmeister und Leiter der Flussmeisterstelle Schweinfurt des WWA, erklärte. So wird der Abschnitt am Mühlrad, wo jetzt Steine den Durchfluss stark blockieren, neu gestaltet, um ihn für Fische passierbarer zu machen.

    Aber auch für Besucher soll die Museumsinsel attraktiver werden. Der Mühlgraben wird zugänglich: Ein Weg wird vom Tor bis zum Mühlrad direkt an dessen Ufer entlang führen, teils auf der linken Seite, teils auf der rechten. Für den Übergang werden Trittsteine in den Bachlauf gesetzt, sagte Frank. Der Beginn der Arbeiten ist für Mitte September angesetzt.

    "Es wird schön werden", meinte Christiane Schmid. Die Vorsitzende des Förderkreises Stadtmuseum und Denkmalpflege verfolgte neben den Vereinsanglern und Mitarbeitern vom WWA die Aktion. Die Museumsinsel gehört dem Verein.

    Das WWA hat bereits an einer Stelle mit Trittsteinen und einer Geländeumgestaltung die Zugänglichkeit zum Wasser verbessert, die bei Besuchern Anklang findet. An einer weiteren Stelle hat Schmid einen kleinen Sandstrand anlegen lassen. Dort sind immer wieder Mütter mit Kindern anzutreffen.

    Arkadius Guzy

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