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    Langenleiten

    Fördermittelbescheid für Dorfgemeinschaftshaus in Langenleiten übergeben

    Großzügig und mit bodentiefen Fenstern wird der Veranstaltungsraum im Langenleitner Dorfgemeinschaftshaus.  Marion Eckert
    Großzügig und mit bodentiefen Fenstern wird der Veranstaltungsraum im Langenleitner Dorfgemeinschaftshaus. Marion Eckert

    Das neue Dorfgemeinschaftshaus in Langenleiten ist zwar noch nicht fertig, aber schon jetzt kann man sehen, wie die bodentiefen Fenster das Gebäude prägen, wie weit der Blick nach draußen geht und wie offen der große Veranstaltungsraum ist. Zwar fehlen noch der Fußboden und die Deckenverkleidung, doch zur Übergabe des Leader-Förderbescheides lud der Stiftungsrat zu einer kleinen Besichtigungstour ein. Günter Schmitt (Bauleitung/ Mitglied im Stiftungsvorstand) stellte den Gästen die Einrichtung vor, die Landrat Thomas Habermann als zeitgemäß und funktional würdigte. "Für Langenleiten ist das Gebäude sehr wichtig, das hat bisher gefehlt. Langenleiten braucht so ein Haus. Langenleiten hat es verdient", sagte Habermann.

    Günther Schmitt erinnerte an den Baubeginn am 6. Oktober 2018. Dank der enormen Eigenleistung der Bürger sei das barrierefrei angelegte Gebäude, das Platz für 198 Personen bieten wird, bislang unfallfrei erstellt worden. Mindestens 3500 Stunden seien bislang erbracht worden.

    Bürgermeisterin Sonja Reubelt sagte, diese Millionen-Stiftung sei etwas, das nicht alle Tage vorkomme.

    Walter Fürst vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellte das Förderinstrument Leader vor und überreichte den Bescheid über 111 217 Euro. Er hob den Innovationsgeist und Mut der Bürger hervor, die gemäß den Motto " Bürger gestalten ihre Heimat" ihr Dorfgemeinschaftshaus erstellen.

    Brigitte Schmidt, Mitglied des Stiftungsvorstandes, erinnerte in ihrer Ansprache an die Historie: "Als das Stifterehepaar vor ziemlich genau drei Jahren der Vertrauensperson Monika Schlereth die Nachricht überbrachte, dass eine Million Euro als Geschenk für das Dorf Langenleiten bereit stünde, um ein Haus für Alle zu errichten, war das wie im Märchen. Ein so großartiges Geschenk für ein so kleines Dorf. Es war einfach unglaublich." Monika Schlereth habe sich dann gemeinsam mit dem Stifterehepaar Menschen in Langenleiten gesucht, die sich zutrauten, eine Stiftung zu gründen und das Projekt umzusetzen. Die Stiftung zu gründen sei ein bürokratischer Kraftakt gewesen, aber am 31. Mai 2017 konnte die Anerkennungsurkunde der Regierung von Unterfranken entgegen genommen werden.

    Der Wille des Stifterehepaares sei von Anfang an klar gewesen, so Schmidt. "Ein Begegnungsort für alle Langenleitner Bürgerinnen und Bürger , für die Jugend, für Familien, für ältere Menschen, ein Ort für gelebte dörfliche Gemeinschaft sollte entstehen." Diesen Wunsch habe der Stiftungsvorstand und Stiftungsrat auch unterstützt. "Aber wir wollten mehr. Wir wollten ein Schmuckstück errichten, in exponierter Lage, innovativ und nachhaltig erbaut, ein Gebäude zur Aufwertung für Langenleiten , für die Großgemeinde und die gesamte Region. Auch inhaltlich hatten wir große Pläne. Es sollten nicht nur Räume für dörfliche Feste und Veranstaltungen entstehen, sondern auch inhaltlich anspruchsvoll ausgerichtet sein. Wir wollten Kunst und Kultur mit Ausstellungen und Kursen fördern, Leseabende und Theateraufführungen durchführen, unseren Jugendlichen Raum und Gelegenheit geben, sich weiterzuentwickeln, soziales Miteinander zu erlernen und zu leben. Unsere Vereine sollten die Möglichkeit haben, sich darzustellen, Rhöner Traditionen sollten am Leben erhalten werden durch Mundartabende, Holzschnitzkurse und ähnliches. Räume für kirchliche oder politische Veranstaltungen sollten entstehen."

    Die Tatsache, dass viele Wanderer auf ihrem Weg zum Kreuzberg durch Langenleiten kommen, brachte den Stiftungsvorstand auf die Idee, auch für diese Gruppe etwas zu bieten. Der perfekte Standort durch die wunderbare Lage mit herrlicher Aussicht und die Größe des Bauplatzes schien an der alten Schule zu sein.

    Mit Hilfe von Bürgermeisterin Sonja Reubelt, des Gemeinderates und dem Amt für ländliche Entwicklung war es dann tatsächlich möglich, die alte Schule abzureißen. Der Abriss der alten Schule wurde von der Gemeinde übernommen, der Bauplatz der Stiftung überlassen. Klaus Metz und Antje Voll sei es zu verdanken, dass das Projekt in das Leader Förderprogramm aufgenommen wurde. Sie stellten das Projekt in Bad Neustadt vor und setzten sich gegen weitere Mitbewerber durch.

    Mittlerweile habe die Stiftung als Koordinatorin Anna Keßler eingestellt, die sich jetzt schon um künftige Nutzer der Räume bemühe.

    Marion Eckert

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