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    Hammelburg

    Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale: Mario Götz folgt auf Gotthard Schlereth

    Trotz Corona-Pandemie hat die Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale eine neue Führungsspitze gewählt. Wirtschaftlich war 2019 wegen sinkender Nadelholz-Preise schwierig.
    Seit der Gründung der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale 2008 war der Oberthulbaer Bürgermeister Gotthard Schlereth Vorsitzender. Nach der Kommunalwahl stand nun der Wechsel an.  Foto: Archiv/Ralf Ruppert       -  Seit der Gründung der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale 2008 war der Oberthulbaer Bürgermeister Gotthard Schlereth Vorsitzender. Nach der Kommunalwahl stand nun der Wechsel an.  Foto: Archiv/Ralf Ruppert
    Seit der Gründung der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale 2008 war der Oberthulbaer Bürgermeister Gotthard Schlereth Vorsitzender. Nach der Kommunalwahl stand nun der Wechsel an. Foto: Archiv/Ralf Ruppert

    Wie viele Vereine und Verbände verzichtete auch die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Rhön-Saale lange auf die turnusmäßige Jahreshauptversammlung. Aber: "Der Wald darf nicht zur Hänge-Partie werden", begründete der bisherige Vorsitzende Gotthard Schlereth , dass nun endlich die Wahl eines neuen Vorstandes durchgezogen wurde. 58 der aktuell 430 Mitglieder kamen in die Sulzthaler Mehrzweckhalle, um den Gründungsvorsitzenden zu verabschieden und auf das schwierige Wirtschaftsjahr 2019 zurück zu blicken. Zum neuen Vorsitzenden der FBG wurde einstimmig Schlereths Nachfolger als Oberthulbaer Bürgermeister, Mario Götz, gewählt.

    Vor zwölf Jahre hatte Schlereth die Führung der neu gegründeten FBG übernommen: 2008 schlossen sich die Forstbetriebsgemeinschaften Burkardroth, Thulba und Oe-Ra-Su-Nü (für Oerlenbach, Ramsthal, Sulzthal und Nüdlingen) zusammen, weil die Bayerische Staatsregierung höhere Mindestgrenzen für die Unterstützung von Forstbetriebsgemeinschaften festgelegt hatte. Im Rückblick sprach Schlereth Herausforderungen wie Stürme, Schädlinge und Klima an und bedankte sich bei den Bürgermeistern für ihre Konsensfähigkeit.

    "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not", verteidigte Schlereth das noch vorhandene finanzielle Polster der FBG in Höhe von 167 000 Euro. Als Wermuts-Tropfen bezeichnete er die Tatsache, dass er das Amt mit einem negativen Jahresabschluss von minus 15 265 Euro für das Jahr 2019 in neue Hände übergibt. "Du warst zwölf Jahre lang der Motor der FBG und der richtige Mann für diese Position", sagte der frühere Fuchsstädter Bürgermeister Peter Hart zum Abschied über Schlereth. Alle Verabschiedeten bekamen eine Urkunde mit der Ernennung zum "Ehrenhaumeister" und ein Brotzeitbrett aus heimischen Holz samt Brotzeit. Schlereth erhielt zusätzlich einen Hotelgutschein.

    Holz-Verkauf ging deutlich zurück

    Aktuell betreut die FBG 9631 Hektar Wald und hat 430 Mitglieder, berichtete Geschäftsführer Fabian Menzel. Zu den Mitgliedern gehören neben vielen Privat-Waldbesitzern zehn Kommunen, sieben Waldkörperschaften und der Landkreis Bad Kissingen. Für die sieben Kommunen Fuchsstadt, Elfershausen, Nüdlingen, Sulzthal, Wartmannsroth, Oberthulba und Burkardroth übernimmt die FBG die komplette Wald-Bewirtschaftung, dafür beschäftigt die FBG mittlerweile fünf Förster. Die Mitgliedskommunen Oerlenbach, Euerdorf und Ramsthal dagegen werden nach wie vor von Förstern vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten betreut, arbeiten aber bei der Holz-Vermarktung mit der FBG zusammen.

    Wesentliche Standbeine der FBG sind laut Menzel die Waldpflegeverträge und der Holzverkauf. Laut dem Bericht des Geschäftsführers wurden im Jahr 2018 noch rund 35 000 Festmeter (fm) zum Preis von insgesamt 2,15 Millionen Euro verkauft, im vergangenen Jahr waren es nur 29 000 Festmeter und 1,6 Millionen Euro. Die FBG habe 35 000 Pflanzen bestellt, 18 000 Nadelgehölze und 17 000 Laubbäumchen. Die Umsatzbeteiligung sei um einen Prozentpunkt auf vier, das Beförsterungsentgelt um fünf Euro auf 30 Euro je Hektar erhöht worden. Für das laufende Jahr erwarte die FBG einen ausgeglichenen Haushalt. In seinem Ausblick wies Menzel darauf hin, dass der Verkauf von weniger als zehn Festmetern Holz für Privatwaldbesitzer nicht mehr möglich sei.

    Oliver Kröner, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, betonte die Notwendigkeit, mit alternativen Baumarten Erfahrungen zu sammeln, und sprach den Einklang von Wald und Wild an. Er bezeichnete die FBG Rhön-Saale als fachlich gut aufgestellt und als eine der schlagkräftigsten in ganz Unterfranken.

    Wahl-Ergebnis der Forstbetriebsgemeinschaft

    Vorstand Neue Vorsitzende der FBG Rhön-Saale sind die drei Bürgermeister Mario Götz aus Oberthulba, Harald Hofmann aus Nüdlingen und August Weingart aus Sulzthal.

    Beisitzer Den Kommunalwald vertreten die Bürgermeister Florian Atzmüller (Wartmannsroth), Daniel Wehner (Burkardroth), Nico Rogge (Oerlenbach), Johannes Krumm (Elfershausen), Rene Gerner (Fuchsstadt), Peter Bergel (Euerdorf) und Rainer Morper (Ramsthal). Zudem gehören die Privatwald-Besitzer Georg Rottenberger aus Burkardroth und Klaus Keller aus Sulzthal dem Gremium an, Erich Greubel aus Ramsthal vertritt den Körperschaftswald.

    Kassenprüfer sind der Fuchsstädter Bürgermeister Rene Gerner, Privatwald-Besitzer Johannes Schmück aus Oberthulba und für den Bereich Körperschaftswald Matthias Heilmann aus Wittershausen.

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    Hilmar Ruppert

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