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    Fuchsstadt

    Forstwirtschaft im großen Umbruch

    Trockenjahre und Borkenkäfer haben in den "Heinigshauben" ganze Arbeit geleistet. Winfried Ehling
    Trockenjahre und Borkenkäfer haben in den "Heinigshauben" ganze Arbeit geleistet. Winfried Ehling

    Der Schwerpunkt der Forstbegangs lag deshalb in der Suche nach Möglichkeiten für den effektiven und nachhaltigen Umbau des Waldes, der Stolz der Gemeinde. "Wir haben bereits gehandelt und es bewegt sich etwas", betonte Bürgermeister Peter Hart in seiner Begrüßung und nannte neue Baumarten als Alternative, die resistent gegen Trockenheit und den Klimawandel sind. Das große Interesse und die Aktualität des Themas belegten die Teilnahme der Forstexperten , Revierleiters Rainer Bräunig, Fabian Menzel von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) sowie Forstoberrat Bernhard Zürner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten /AELF). Auch zahlreiche Gemeinderäte, Forstbeschäftigte und Jäger fanden sich ein.

    Beginnend an den "Heinigshauben" erklärte Bräunig die Situation. Buchen von minderwertiger Qualität, doch auch anderer Baumarten müssen hier weichen. "Rund 75 Prozent des Holzes muss raus, die Hälfte haben wir bereits gemacht", so der Förster. Eine Verjüngung des Buchenbestands erachtete er als schwierig. "Die Eiche, die wir haben wollen, wird angepflanzt". Hat sie eine Chance zu wachsen? "Ich glaube nicht, jedenfalls nicht ohne Zaun", so Bräunig, was bedeutet, dass der Wildverbiss ebenfalls eine Rolle spielt.

    Was den am meisten gefürchteten Waldschädling angeht, den Borkenkäfer in seinen verschiedenen Varianten, sieht Zürner nur die Möglichkeit, befallene Bäume sofort aus dem Wald zu nehmen - oder wenigsten zu fällen. Denn "liegendes Holz ist uninteressant für den Käfer". Trockene Standorte wie die Heinigshauben sind für Buchen gut geeignet, so Zürner, der einräumt, dass die Auswirkungen der Trockenjahre 2016 und 2018 "uns bös überrascht haben".

    Nach Meinung von Bürgermeister Hart "könnten drei oder vier feuchte Winter der Buche und anderen Arten helfen. Da heuer bereits mehr als 1000 Festmeter Käferholz im Fuchsstädter Wald anfielen, beschaffte die Gemeinde ein Wasserfass um Pflanzen zu wässern. Denn Trockenheit leistet dem Borkenkäfer Vorschub, der seine vernichtende Arbeit unter der Baumrinde verrichtet.

    Erfolge zeigten sich bei der Eichenverjüngung hinter Schutzzäunen im "Pfützental". In dem ca. 1.5 Hektar umzäunten Gelände könnte es gelingen, die Jungbäume vor dem Wildverbiss zu bewahren. Doch dies kostet Geld fürs Zäunen. "Wir, die Forstleute müssen richtig Sicht machen und das Unterholz herausnehmen", so der Revierleiter. Denn die Eiche braucht Licht und Raum.

    Jedoch müssen auch die Einzäunungen von Zeit zu Zeit kontrolliert werden. Dies könnten die Jäger übernehmen, die allerdings nicht sonderlich erbaut sind über die "Barrieren" im Wald. "Wir müssen irgendwann dazu kommen, dass es ohne Zäune geht", fügte Zürner hinzu. Wenn die Gemeinde die Kosten für den Schutz übernimmt, geht dies nach seiner Ansicht in Ordnung. Gefällte Eichen können bis zu einem besseren Marktwert drei bis vier Jahre sitzen.

    Wegen der hohen Ausfälle im Wald rechnet der Bürgermeister für dieses Forstjahr nicht mit sonderlichen Erträgen aus dem Holzverkauf sondern sogar mit einer "schwarzen Null". Denn von 4900 eingeschlagenen Festmetern sind 1500 Festmeter Käferholz. Als eine Katastrophe sieht FBG-Leiter Menzel die Situation beim Nadelholz , das am Markt aktuell beim einem Rekordtief angelangt ist.

    Der Maschendrahtschutz zeigte sich auch im "Birkenbusch" wirksam wo Eichenjünglinge gedeihen ohne bevor das Wild seine "Lieblingsspeise" verzehren kann. Fakt bleibt jedoch, dass die Gemeinde vom bisherigen Wald-Gesamtbild wegkommen muss. Dieser Aufgabe müssen sich die Gemeinden und Forstleute stellen.

    Winfried Ehling

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