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    Hammelburg

    Für fünf Tage "Soldat" sein

    Auf der "Ortskampfbahn" geht es darum, typische Hindernisse in Ortschaften zu überwinden.  Foto: Alena Schleicher
    Auf der "Ortskampfbahn" geht es darum, typische Hindernisse in Ortschaften zu überwinden. Foto: Alena Schleicher

    Eigentlich ist Ulrike Lange die Inhaberin des "Weingutes Lange Schloss Saaleck " in Hammelburg . Kürzlich schlüpfte sie jedoch in die Rolle einer Soldatin und erfuhr am Ausbildungszentrum Infanterie, was "Soldatsein" bedeutet.

    "Mir ging es darum, mal hinter die Strukturen der Bundeswehr zu schauen und auch die Saaleck-Kaserne besser kennenzulernen", erklärt Lange ihre Motivation, sich zur "Dienstlichen Veranstaltung zur Information im Heer " (InfoDVag) anzumelden. Dort lernen zivile Führungskräfte den Auftrag der Bundeswehr kennen. Mit Uniform und dem vorübergehenden Dienstgrad eines Oberleutnants ausgestattet, erfahren sie, nach welchen Grundlagen ein militärischer Vorgesetzter führt. Das Programm besteht aus praktischer Infanterieausbildung und sicherheitspolitischen Vorträgen. "Die Vorträge waren spannend und informativ, aber bei den praktischen Anteilen lernt man sogar noch etwas über sich selbst", erzählt Lange. Sie überwand gemeinsam mit den anderen 43 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Beispiel die sogenannte Ortskampfbahn auf dem Truppenübungsplatz.

    "Angst überwinden"

    Dort gilt es, unterschiedliche Hindernisse wie ein dunkles Labyrinth oder einen Seilsteg zu bewältigen. Sie erzählt: "Besonders in Erinnerung bleibt mir das ,schwarze Loch'. Dort muss man durch eine Öffnung im Boden springen, ohne zu sehen, was unten ist. Gefühlt fällt man eine Ewigkeit einfach nur ins Nichts. Vor dem Sprung muss man erst mal seine Angst überwinden." Wie Rekruten , werden die Teilnehmer zunächst eingekleidet, lernen marschieren und geloben feierlich, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen. Neben der Ortskampfbahn lernen die Teilnehmer im praktischen Teil beim Schießen mit dem Gewehr und der Pistole, Geschosse sowie deren Wirkung kennen. Außerdem bekamen sie den Auftrag, ein Gebäude im Häuserkampf frei zu kämpfen. Dabei trugen sie zeitweise eine 15 Kilogramm schwere Schutzweste und wurden von erfahrenen Trupp- und Gruppenführern angeleitet. Lange erzählt: "Genau das sind die Momente, in denen der Respekt für unsere Soldaten wächst, die so was immer wieder üben. Ich könnte das nicht." Insgesamt sei es zwar anstrengend, aber auch spannend gewesen: "In Erinnerung bleiben mir die klaren Strukturen und die eindeutige Sprache. Die wünsche ich mir manchmal auch außerhalb der Bundeswehr ", sagt sie. Oberstleutnant Sascha André Zander ist der Lehrgangsleiter: "Wir pflegen hier einen sehr intensiven Austausch zwischen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der Wirtschaft und staatlicher Behörden auf der einen sowie den militärischen Ausbildern auf der anderen Seite." Besonders freue man sich über die Teilnahme von Parlamentariern, die die Bundeswehr mit ihrer Entscheidung letztlich in die Einsätze schicken. "In diesem Jahr hatten wir zwei Bundestagsabgeordnete dabei." Im Jahr 2020 wird es wieder einen Info-Tag geben - und zwar vom 19. bis 24. Juli. Bewerbung per Mail an AusbKdoAbtS3@bundeswehr.org.Jan Volkmann

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