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    Bad Kissingen

    Garanten für Sicherheit und Kultur in Bad Kissingen

    Thomas Leiner, Gregor Metz, Robert Schmitt, Blankenburg, Heinrich Müller, Ralf Faulhammer, Bernd Hammer, Anton Schick jr. (von links) bei der Verleihung der Bürgermedaillen. Klaus Werner
    Thomas Leiner, Gregor Metz, Robert Schmitt, Blankenburg, Heinrich Müller, Ralf Faulhammer, Bernd Hammer, Anton Schick jr. (von links) bei der Verleihung der Bürgermedaillen. Klaus Werner

    Ganz im Sinne von Bundespräsident Walter Steinmeier, der das Ehrenamt als "Dienst an der Demokratie" würdigt, wurden Robert Schmitt, Ralf Faulhammer, Gregor Metz, Heinrich Müller und Bernd Hammer für ihr bürgerliches Engagement mit der "Bürgermedaille der Stadt Bad Kissingen " ausgezeichnet. Ebenfalls vorgesehen war Edmund Seller, der jedoch an der festlichen Zeremonie nicht teilnehmen konnte.

    Für alle Geehrten gilt, dass für dieses Ehrenamt die Uniform kennzeichnend ist: Die ersten vier in der dunkelblauen Uniform eines Feuerwehrkommandanten, Bernd Hammer in der farbenprächtigen Uniform eines großherzoglich-würzburgischen Regiments von 1812, in der er das Jugendmusikcorps dirigiert. Oberbürgermeister Kay Blankenburg , der die feierliche Sitzung des Stadtrates eröffnete und dem Posaunentrio der Städtischen Musikschule für die musikalische Ausgestaltung dankte, spannte einen weiten Bogen vom Grundgesetz, das vor 70 Jahren zur Basis der Bundesrepublik wurde und soziales Miteinander manifestierte, hin zum Ehrenamt als Fundament unserer funktionierenden Gesellschaft.

    Die Ausgezeichneten stünden für "Sicherheit und Kultur", also für etwas, "was Kissinger und ihre Gäste besonders schätzen". Und dies sei der Grund dafür gewesen, so das Stadtoberhaupt, dass man für die ungeschriebenen Regeln für die Auszeichnung mit der Bürgermedaille eine Ausnahme schaffe: Feuerwehrkommandanten, die mindestens 20 Jahre dieses Amt ausübten, erhalten nach Ende ihrer Dienstzeit die städtische Auszeichnung. Damit würdige man deren besondere Verbindung zur Stadt, denn jeder Kommandant werde vom Stadtrat bestellt und trage darüber hinaus umfangreiche Verantwortung für die öffentliche Sicherheit im Rahmen einer eigentlich "kommunalen Pflichtaufgabe".

    Neben diesem "freiwilligen Ehrenamt" gebe es aber auch Gründe, überdurchschnittliches berufliches Engagement zu würdigen. Dies treffe auf Stadtmusikdirektor Bernd Hammer zu, der seit fast zwei Jahrzehnten viel mehr als nur seine Pflicht erfülle und mit dem Jugendmusikcorps zum musikalischen Botschafter der Stadt wurde. Im Wechsel wurden die Geehrten von den Bürgermeistern Antons Schick jr. und Thomas Leiner sowie von Oberbürgermeister Kay Blankenburg vorgestellt - unterstützt von Rosenkönigin 2019, Lynnette Schmidt. Für jeden hatte die Stadt neben der Bürgermedaille auch eine Urkunde, eine Ehrennadel, ein Weinpräsent und einen Blumenstrauß für den familiären Rückhalt parat.

    Die Verleihungszeremonie startete mit Robert Schmitt. Der 91-Jährige trat 1946 in die Freiwillige Feuerwehr Poppenroth ein und war von 1958 bis 1978 deren 1. Kommandant. In seine Amtszeit fiel unter anderem die Anschaffung eines damals sehr modernen Löschfahrzeugs, ein Opel Blitz mit Vorbaupumpe. Besonderes Augenmerk legte Robert Schmitt während seiner Kommandantur auf die Jugendarbeit und absolvierte im Jahr 1976 mit 21 jungen Männern die erste Jugendleistungsprüfung in der Kissinger Feuerwehrgeschichte. Neben dem "guten Händchen für die Ausbildung von Jugendlichen" veranlasste er die Neuanschaffung einer Feuerwehrfahne und wurde für sein Engagement im Jahre 1985 zum Ehrenkommandanten der FFw Poppenroth ernannt.

    Vier Jahre länger, nämlich von 1994 bis 2018 war Ralf Faulhammer 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Albertshausen, der er im Jahre 1983 beitrat. In seinen Verantwortungsbereich fiel unter anderem das angrenzende Industriegebiet, aus dem sich besondere Herausforderungen für die Wehr mit einem "heiklen Gefahrenpotenzial" ergaben. Faulhabers Amtszeit war auch durch die Organisation von Feuerwehrfesten gekennzeichnet, denn unter seiner Regie wurden das 120-jährige Jubiläum im Jahr 1998 wie das 125-jährige und das 135-jährige Jubiläum mit einen großen Festakt gefeiert. Darüber hinaus wurde an besondere Einsätze wie der Kampf gegen das Kissinger Hochwasser im Jahr 2003 oder skurrile Einsätze wie eine Kleinkind-Rettung erinnert sowie an Anschaffungen wie eine neue Vereinsfahne oder eines neuen Einsatzfahrzeugs. Im Jahr 2018 wurde er mit dem Bayerischen Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet.

    Nochmals sechs Jahre hinzu kamen bei Gregor Metz, der von 1989 bis 2019 - also 30 Jahre lang - 1. Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Poppenroth war. Im Jahr 1976 trat er in die Wehr ein, absolvierte alle Lehrgänge und Leistungsprüfungen und setzte dieses umfangreiche Wissen unter anderem in der Gründung der Jugendfeuerwehr und in der Brandfrüherziehung im Kindergarten ein. In seiner Amtszeit wurde Gregor Metz zur "Eigenmarke", so sein Nachfolger Robert Goll, der seinen Prinzipien treu blieb und Ziele gradlinig verfolgte. Die stete Weiterentwicklung war ihm mit Neubauten, Umgestaltungen und Anschaffungen wichtig und legte in unzähligen Helferstunden selbst Hand an. Als dienstältester Kommandant der großen Kreisstadt war er "nachahmenswertes Vorbild", erhielt staatliche Auszeichnung bis zum Bayrischen Feuerwehrehrenkreuz in Silber und ist für die Poppenröther Kindergartenkinder sogar "Schutzpatron der Feuerwehr".

    Im östlichen Stadtteil Winkels war Heinrich Müller 26 Jahre lang 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. Er trat 1952 als 15-Jähriger der Wehr bei, "weil er die Feuerwehrjacke seines Bruders auftragen sollte". Bis 1997 war er aktiv und von 1965 bis 1991 der 1. Kommandant. In seine Amtszeit fielen nicht nur das 100-jährige Gründungsfest, die Beschaffung von fünf Fahrzeugen und neuer Fahne sowie der Neubau des Gerätehauses, sondern auch die Gründung der Damengruppe bereits im Jahr 1982. Neben der Ernennung zum Ehrenkommandanten erhielt er das Bayerische Feuerwehrehrenzeichen in Gold (1992), die Ehrung für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit und das Bayerischen Feuerwehrehrenkreuz in Silber.

    Beruf und Berufung treffen bei Bernd Hammer zusammen, der seit 2000 Leiter der Städtischen Musikschule und Dirigent des Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen ist. Die Berufung ergab sich schon im Kindesalter mit dem Lernen von Trompete und Klavier, den Beruf erlernte er mit einem Studium an der Musikhochschule Würzburg mit Hauptfach Posaune. Danach ging es über Bremen, Bayreuth und Münnerstadt nach Bad Kissingen , wo Beruf und Beruf zu einem außerordentlichen Engagement zusammengeführt wurde, das "weit über das dienstliche Maß hinausgeht". Oberbürgermeister Kay Blankenburg bewertete es als "herausragenden Verdienst" von Bernd Hammer , dass unter seiner Leitung das Jugendmusikkorps zum "musikalischen Aushängeschild und weltweiten Botschafter der Stadt" geworden sei. Der "Mythos Jugendmusikkorps" werde seit fast zwei Jahrzehnten dadurch geprägt, dass er die "Herzen der jungen Menschen" erreiche und diese auch im Rückblick sagen: "Es war eine tolle Zeit." Zahlreiche Aktivitäten verband das Stadtoberhaupt mit dem persönlichen Einsatz von Bernd Hammer , unter anderem die Teilnahme am Festzug des Münchner Oktoberfestes, die Reisen in die Kissinger Partnerstädte, die Konzerte anlässlich des Kissinger Sommers und die Konzertreisen nach Argentinien, nach China, nach Schweden, nach Südafrika und zur Steubenparade in New York.

    Für seine Feuerwehrkameraden bedankte sich Gregor Metz für die Auszeichnung, die er bewegt als große Ehre bewertete. Dieses Engagement sei aber nicht ohne Unterstützung von Familie und zahlreichen Mitstreitern möglich gewesen, die in diese Würdigung eingeschlossen seien. Ein Ehrenamt zu übernehmen, sei keine Selbstverständlichkeit mehr, so Metz, denn "es ist ein schmaler Grad zwischen Engagement und Resignation". Mit finanziellen Mitteln und klugen Entscheidungen sollte das Ehrenamt in Zukunft gestärkt werden.

    Sehr emotional waren die Dankesworte von Bernd Hammer , der die Auszeichnung mit der Bürgermedaille als "große Ehre" empfand und diese "mit Demut allen Wegbegleitern widmet". "Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln", so der Stadtmusikdirektor und skizzierte damit seine persönliche Einstellung. Diese Prägung nutze er im Umgang mit Menschen und außerdem die Musik als Sprache, die jeder versteht - und dies auf der ganzen Welt.

    Klaus Werner

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