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    Hammelburg

    Gekonntes Erzählen mit Michl Zirk in Dittlofsroda

    Der Erzähler Michl Zirk hob als Kommissar seinen Arm automatisch in Richtung Ohr, als er vom Telefonat erzählte.Gerd Schaar
    Der Erzähler Michl Zirk hob als Kommissar seinen Arm automatisch in Richtung Ohr, als er vom Telefonat erzählte.Gerd Schaar

    Wenn rund 80 Mädchen und Jungen im Grundschulalter den Worten des Profi-Erzählers Michl Zirk lauschen, ist auch Schulleiterin Monika Hügel von so viel Disziplin fasziniert. Lehramts-Referendarin Ann Christin Helfrich hatte im Zuge ihrer Seminararbeit Michl Zirk eingeladen.

    "Förderung der Erzählkompetenz" hieß das Thema, für das sich auch einige Studienkollegen von Helfrich interessierten. "Es geht darum, Grundschüler zum ungezwungenen und freimütigen Erzählen zu bewegen", sagte Helfrich im Gespräch mit dieser Zeitung. Also Geschichten erzählen. Das könnten zum Beispiel Abenteuer sein. Zirk ließ zunächst die Mädchen und Jungen in einem Workshop in die Rolle von Kriminalisten schlüpfen, die einen geheimnisvollen Fall aufklären. Spielerisch lernten die Schüler, wie man überzeugend erzählen kann.

    So hob der Kommissar seinen Arm automatisch in Richtung Ohr, als er vom Telefonat erzählte. Der professionelle Geschichtenerzähler Zirk überzeugte seine Zuhörer durch gekonnte Mimik, die seine Worte unterstützte. Das kam nicht nur bei den Kindern gut an. Auch die Erwachsenen aus dem Seminar, die im Hintergrund des Mehrzweckraums saßen, waren hingerissen. In der anschließenden Vorlesestunde mit dem "Sammelsurium von Geschichten" konnten dann alle Klassen der Grundschule in den Hörgenuss mit Zirk kommen.

    Es waren Geschichten aus Zeiten ohne Handy, aber mit Wolf, Ziegen und Pferden. Der im Loch gefangene hungrige Wolf wurde integriert und bewährte sich als Hirtenhund. Wie die Begegnung von dem schlauen Fuchs und dem wendigen Hasen ausgehen mag, war Gegenstand einer anderen Geschichte. Reichlich viel Gestik und verbale Bildersprache ließen Zirks Erzählungen spannend werden. Die Thematik reichte bis hin zum Arbeitsrollentausch eines Bauern mit der Hausfrau. Und es war völlig egal, ob diese Geschichten in der näheren Heimat oder im kalten Schnee und Eis von Schweden spielten. Auch durften Kühe durch die Luft fliegen. Hauptsache war, dass die Erzählweise stimmte.

    "Den Erzähler Zirk habe ich während meines Studiums in Nürnberg kennengelernt", verriet Helfrich dieser Zeitung. Beeindruckt sei sie von dessen Qualitäten in einem Deutschseminar gewesen. "Das wäre doch was für meine jetzige Hausaufgabe", hatte Helfrich überlegt und Zirk nach Dittlofsroda eingeladen. Helfrichs Referendarzeit endet in einem Jahr. "Ob ich danach in dieser Schule bleiben kann, weiß ich heute noch nicht", sagte sie.

    Gerd Schaar

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