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    Elfershausen

    Gemeinde befürwortet Helikopter-Befliegung

    Im Markt Elfershausen gibt es zwei bedenkliche Waldflächen, die stark vom Schwammspinner befallen sind. In seiner Sitzung wurde der Rat informiert und sprach sich mehrheitlich für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus.
    Sie haben es auf die jungen Blätter in den Baumkronen der Eichen abgesehen - auch in Oerlenbach: Schwammspinner. Fachleute setzen auf die Bekämpfung aus der Luft. Foto: Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft       -  Sie haben es auf die jungen Blätter in den Baumkronen der Eichen abgesehen - auch in Oerlenbach: Schwammspinner. Fachleute setzen auf die Bekämpfung aus der Luft. Foto: Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
    Sie haben es auf die jungen Blätter in den Baumkronen der Eichen abgesehen - auch in Oerlenbach: Schwammspinner. Fachleute setzen auf die Bekämpfung aus der Luft. Foto: Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

    Aus dringlichem Anlass erweiterte der Gemeinderat Elfershausen sein Sitzungsprogramm um einen Punkt, bei dem es sich empfiehlt schnell zu handeln. Zwar sind der Markt und seine Ortsteile nicht in akuter Not, doch der gefürchtete Schwammspinner hat sich bereits in zwei Wald-Arealen der Gemeinde eingeschlichen. Jüngste Beispiele belegen, dass er sich blitzschnell ausbreiten und ganze Wälder einlegen kann.

    Über die Bekämpfung des Schädlings klärte Bernhard Zürner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) den Rat auf. Im Ei überwintert, schlüpft der Spinner im April und arbeitet sich zum Fressen in die Baumkronen vor, wo er sich fünfmal häutet. Während seiner Entwicklung frisst er einen Quadratmeter Laub, vorzugsweise von Eichen, verschmäht aber auch andere Laubbäume nicht.

    Einen einmaligen Befall der Schmetterlingsart überleben die Bäume gewöhnlich. Sind sie jedoch mehrmals in Folge Opfer des Schädlings und die natürlichen Feinde wie Wespen , Vögel oder Viren und Bakterien können des Vielfraß nicht mehr Herr werden, droht massiver Schaden. Jeder mag sich selbst vorstellen, was dies für den Forst und die ganze Natur bedeutet.

    Die von Amtsseite entwickelte Methode hieß deshalb beobachten und rechtzeitig eingreifen. Untersuchungen befallener Bäume dienten der Einschätzung der Widerstandskraft des Bestands, eine Werteskala gab Auskunft über gefährdete Trakte. Dadurch bildete sich eine befallene Fläche oberhalb der Autobahn und eine am "Heinersberg" ab, die die Hilfe des Menschen benötigen. Bis zu 25 Nester an einem Baum sind entschieden zu viel. Zu beachten ist, dass die oberhalb liegende Fläche in der Kernzone des Biosphärenreservats liegt, in der andere Behörden ein Mitspracherecht haben.

    Eine Helikopter-Befliegung mit dem Pflanzenschutzmittel "Mimic" - ein Hormon, das die Häutung vorzieht und zum Exitus der Insekten führt - wäre unter Beachtung naturschutzrechtlicher Vorgaben auf eine Mindestfläche angelegt, so Zürner. Kollateralschäden sind jedoch immer gegeben und ebenfalls zu minimieren. Am Bekämpfungstag darf die Fläche nicht betreten und drei Wochen keine Waldfrüchte von hier gepflückt werden. Die Maßnahme berücksichtigt auch Auflagen wie beispielsweise den Bienenschutz. "Wir wollen möglichst nur die Hotspots der Schädlinge erwischen", versichert der Forstexperte.

    Über eine Bekämpfungsmaßnahme entscheidet der Grundeigentümer, in diesem Fall die Gemeinde, beziehungsweise der Gemeinderat. Die Befliegung muss europaweit ausgeschrieben sein, sie ist kostenfrei.

    Rainer Kuhn konnte sich beim Begang der Forstbetriebsgemeinschaft ein Bild von den Schäden der Nachtfalter machen und plädierte für die Maßnahme wie auch Vize-Bürgermeister Jürgen Englert und Alfons Hausmann . Gemeinderat Achim Friedrich glaubt eine Bekämpfung zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht zwingend notwendig. Dem von Bürgermeister Karlheinz Kickuth angestrebten Beschluss stimmten elf Räte zu. Gibt es keine Einwände der eingebundenen Behörden, werden beide genannten Flächen beflogen.

    Photovoltaik am Kindergarten

    Elektroplaner Jürgen Herterich stellte anschließend eine Berechnung und Bewertung für die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem neuen Kindergarten vor. Vorgeschlagen war die größtmögliche Fläche mit 37 Kilowatt auf dem Gruppenraumdach einzuplanen . Die Mehrkosten beliefen sich für diesen Fall auf rund 33 000 Euro. Herterich berechnete für die Gesamtbedeckung der Dächer 434 Stück 300-Watt-Module, deren Leistung durch Drehung optimiert werden kann. Des weiteren informierte er über die Vergütung, die sich jedoch bis nächstes Jahr ändert. Der Gemeinderat entschied sich für eine erweiterungsfähige, kleinere Anlage von 10 KW. Eine leistungsfähigere Anlage verlängert den Amortisierungs-Zeitraum und wirft die Frage nach der Einspeisungs-Kapazität auf. Der Installation einer erweiterbaren 10KW-Anlage stimmte das Gremium einmütig zu.

    Ohne Einwände passierte auch die Änderung des Bebauungsplans "Mühlweg" im Wasserlosener Ortsteil Greßthal im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.

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    Winfried Ehling

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